Netflix könnte mit Peacock und Fox One zum Streaming-Hub werden
Netflix hat mit dem französischen Sender TF1 bereits testweise eine ähnliche Integration von Drittanbietern gestartet.
Zusammenfassung
Berichten zufolge erwägt Netflix, Konkurrenz-Plattformen wie Peacock und Fox One direkt in seine eigene Benutzeroberfläche zu holen.
Das Unternehmen prüft, ob es künftig als Abo-Schaufenster fungieren oder die Kataloge von Drittanbietern direkt in seine bestehende Bibliothek integrieren soll.
Eine kürzlich umgesetzte Integration mit dem französischen Sender TF1 dient dabei als Blaupause, um den Streaming-Giganten in einen zentralen Content-Hub zu verwandeln.
Netflix erwägt Berichten zufolge einen grundlegenden Strategiewechsel: Der Konzern prüft, Streamingdienste von Drittanbietern in der eigenen App anzubieten. Führungskräfte haben intern bereits über eine mögliche Einbindung von NBCUniversals Peacock und der neuen Plattform Fox One direkt in die Netflix-Oberfläche beraten. Damit könnte sich der Dienst von einem strikt geschlossenen Ökosystem zu einer zentralen Anlaufstelle für konkurrierende Kataloge entwickeln. Derzeit wird geprüft, ob Abonnements direkt über die App verkauft oder externe Inhalte nahtlos in die bestehende Mediathek integriert werden sollen.
Dieser mögliche Kurswechsel kommt zu einer Zeit, in der sich die Branche von der Gewinnung neuer Abonnent:innen auf die Bindung bestehender Zuschauer:innen verlegt. Wettbewerber setzen verstärkt auf Aggregation, um möglichst viel Bildschirmzeit auf sich zu vereinen. YouTube hat jüngst vorgemacht, wie dieses Modell funktionieren kann: Ab dem kommenden Jahr soll der Zugang zu Peacock im Premium-Abo gebündelt werden. Als digitale Anlaufstelle für andere Sender könnte Netflix einen lukrativen Anteil an den Aboeinnahmen von Drittanbietern erzielen und zugleich die Zeit, die Nutzer:innen im eigenen Ökosystem verbringen, deutlich erhöhen.
Das Verhalten der Verbraucher:innen spricht stark für den Ansatz, Plattformen als Vertriebskanäle zu nutzen. Aktuelle Branchendaten zeigen: Die Zahl der über Plattformen von Drittanbietern abgeschlossenen Abonnements ist in den vergangenen drei Jahren um 60 Prozent gestiegen. Fast ein Drittel aller neuen Streaming-Abos wird inzwischen über Vermittlungsplattformen wie Amazon Prime Video und Roku abgeschlossen. Netflix zählt derzeit weltweit mehr als 325 Millionen Abonnent:innen und verfügt damit über eine beispiellose Ausgangsposition, um von dieser veränderten Marktdynamik zu profitieren.
Ein Modell für eine breitere Einführung ist auf internationalen Märkten bereits im Einsatz. In Frankreich hat Netflix erfolgreich eine lokale Partnerschaft mit einem Drittanbieter gestartet und Live-Sender sowie On-Demand-Programme des heimischen Senders TF1 integriert. Französische Mitglieder können führende Serienproduktionen und Live-Sport des Senders sehen, ohne die Netflix-App verlassen zu müssen. Co-CEO Greg Peters hob kürzlich die vielversprechenden ersten Ergebnisse des Pilotprogramms hervor und zeigte sich offen für ähnliche Vereinbarungen, von denen sowohl Mitglieder als auch Partner profitieren.





















