Warum Londons exklusivste Clubs Metas Wearable-Tech verbieten
Soho House und Gastronom Jeremy King schließen sich der Bewegung an: Gäste sollen ihre Meta-Smart-Brillen abnehmen, um die Privatsphäre in Restaurants zu schützen.
Zusammenfassung
Große Hospitality-Ketten und Entertainment-Locations im Vereinigten Königreich schränken die Nutzung von Meta‑Smartbrillen auf ihrem Gelände stark ein oder verbieten sie ganz.
Die Betreiber verweisen vor allem auf die Sorge vor verdeckter Überwachung und der Verletzung der Privatsphäre ihrer Gäste als Hauptgründe für das harte Durchgreifen gegen kameraausgestattete Eyewear.
Die Einführung von Wearables mit Kamera stößt im Vereinigten Königreich auf erhebliche Hürden. Von exklusiven Londoner Restaurants bis hin zu großen Pub-Ketten ändern zahlreiche Lokale ihre Hausregeln, um Meta-Smart-Brillen zu verbieten. Dahinter steht ein wachsender kultureller Konflikt zwischen moderner Lifestyle-Technologie und den Erwartungen an Privatsphäre im öffentlichen Raum. Zwar ermöglichen die Brillen freihändiges Livestreaming und Content aus der Ich-Perspektive, doch die Gastronomie zieht angesichts möglicher heimlicher Aufnahmen in geselligen Räumen eine klare Grenze.
Wetherspoons zählt mit seinen 800 Standorten in England und Irland zu den größten Ketten, die diese Einschränkung durchsetzen. Gründer Tim Martin erklärte, die Geräte verstießen gegen die allgemeine Regel, Gäste und Mitarbeitende nicht ohne ausdrückliche Erlaubnis zu filmen. Das Verbot sei eine Frage des gesunden Menschenverstands, um den persönlichen Raum vor heimlicher Überwachung zu schützen. Die Kette setzt die diskreten Aufnahmemöglichkeiten mit dem störenden lauten Abspielen von Videos gleich und betont: Wer beim Tragen der Smart-Brillen erwischt wird, verstößt gegen grundlegende Pub-Regeln.
Die strenge Haltung reicht bis tief in die gehobene Gastronomie. Der renommierte Gastronom Jeremy King hat in all seinen bekannten Londoner Lokalen, darunter Arlington, The Park und Simpsons in the Strand, ein vollständiges Verbot eingeführt. King betonte, dass er jeden Eingriff in die Privatsphäre seiner Gäste ablehne, der über das hinausgehe, was mit bloßem Auge wahrnehmbar sei. Auch der private Mitgliederclub Soho House hat ähnliche Beschränkungen eingeführt und fordert Gäste inzwischen dazu auf, die Brillen ganz abzunehmen. Dass diese unterschiedlichen Bereiche der Gastronomie dieselbe Haltung vertreten, unterstreicht die weitverbreitete Ablehnung einer Normalisierung von Überwachung beim Essen.
Auch Veranstalter schließen sich der Bewegung an, um die Privatsphäre des Publikums zu schützen. ATG Theatres verlangt von Gästen, die Brillengestelle während der Vorstellungen abzunehmen, und Monopoly Events verhängte nach Beschwerden über unerlaubte Filmaufnahmen bei seinen Comic-Con-Veranstaltungen ein vollständiges Verbot. Meta verweist darauf, dass die Ray-Ban-Smart-Brillen über integrierte Sicherheitsfunktionen verfügen, etwa eine blinkende LED-Kontrollleuchte, die sich während einer Aufnahme aktiviert. Der Tech-Konzern hat zudem Maßnahmen gegen Manipulation eingeführt, die die Kamera deaktivieren sollen, wenn die Warnleuchte abgedeckt wird. Trotz dieser technischen Schutzvorkehrungen bleiben die Betreiber nicht überzeugt, dass die gesellschaftlichen Vorteile die Risiken für die Privatsphäre überwiegen.



















