LIV Golf findet neuen Hauptinvestor: Abspaltungsliga bleibt auch nach 2026 bestehen
Der bislang ungenannte Investor ersetzt Saudi-Arabiens PIF, der seine Finanzierung nach der Saison 2026 einstellen will.
Zusammenfassung
LIV Golf erzielt eine vom Vorstand genehmigte Vereinbarung mit einem nicht namentlich genannten Lead Investor, der die nächste Ära der Liga maßgeblich prägen soll.
Im Rahmen einer neuen konzernweiten Umstrukturierung werden professionelle Golferinnen und Golfer zu Mehrheitsgesellschaftern der Liga.
Der künftige Spielplan wird auf zehn Events pro Jahr umgestellt, darunter fünf globale Team Majors auf verschiedenen Kontinenten.
LIV Golf hat sich offiziell einen neuen Hauptinvestor gesichert, der das Fortbestehen der Abspaltungsliga über 2026 hinaus sichern soll. Chief Executive Officer Scott O’Neil gab die vom Vorstand gebilligte Absichtserklärung am Mittwochmorgen bekannt. Der neue Geldgeber ersetzt Saudi-Arabiens Public Investment Fund, nachdem der Staatsfonds im April angekündigt hatte, seine Finanzierung mit dem Ende der laufenden Saison einzustellen. Der Abschluss der Transaktion wird im September erwartet. Der bislang ungenannte Investor soll eine Tour stützen, die den Profigolfsport in den vergangenen Jahren grundlegend aufgemischt hat.
Die bevorstehende Umstrukturierung wird die finanziellen Kräfteverhältnisse in der umstrittenen Liga grundlegend verschieben. Im neuen Modell werden die Profispieler zu Mehrheitseigentümern. O’Neil betonte, dass dieses Eigentümermodell für eine große Sportliga weltweit einmalig sei. Zugleich prüft das Management das Interesse von mehr als einem Dutzend weiterer Parteien, die Minderheitsanteile erwerben möchten. Das breite Interesse bestätigt den Kurs hin zu einem Modell mit mehreren Partnern, das langfristige Stabilität sichern soll, ohne allein auf die geschätzten 6 Milliarden US-Dollar angewiesen zu sein, die bislang vom PIF kamen.
Während sich die Organisation auf ihre nächste Entwicklungsphase vorbereitet, stehen auch im Turnierkalender weitreichende Änderungen an. Der neue Kalender umfasst nur noch zehn Turniere pro Jahr. Fünf davon finden in den Vereinigten Staaten statt, die übrigen fünf werden als globale Team-Majors auf verschiedenen Kontinenten ausgetragen. Das neue Konzept erfordert zudem eine finanzielle Neuausrichtung: Die Preisgelder sollen von den enormen 20 Millionen US-Dollar der Anfangszeit auf rund 10 Millionen US-Dollar pro Turnier sinken, während die Liga ihre Betriebskosten senkt.
Als die Nachricht vor dem LIV-Golf-Turnier in New York bekannt wurde, lagen Anspannung und Vorfreude dicht beieinander. O’Neil erläuterte die Absichtserklärung Spielern und Mitarbeitenden direkt im Trump National Bedminster. Zuvor hatte Bryson DeChambeau eine nicht öffentliche Besprechung abgehalten, an der ausschließlich Spieler teilnahmen. Über die genaue Identität des finanziellen Retters hüllt sich die Führungsspitze zwar weiterhin in Schweigen, doch laut Verantwortlichen reagierte die Mannschaftskabine mit echter Begeisterung auf den Rettungsplan.
Das gesicherte frische Kapital schafft für die größten Namen im Kader dringend benötigte Klarheit. Angesichts der jüngsten Finanzierungskrise hatten sich die Fragen nach den langfristigen Zusagen von Schwergewichten wie DeChambeau und Jon Rahm gehäuft. DeChambeau strebt Berichten zufolge einen neuen Millionenvertrag an, wenn sein aktueller Deal Ende 2026 ausläuft. O’Neil zeigte sich sehr zuversichtlich, den Starspieler halten zu können und LIV Golf zugleich in eine Ära der Vertragsfreiheit zu führen. Der CEO sieht eine Zukunft, in der die rebellische Tour mit anderen Golforganisationen zusammenarbeitet, statt sie zu bekämpfen.





















