Honda bestätigt: Autos mit Handschaltung bleiben trotz sinkender Nachfrage
VP Lance Woelfer räumt den schrumpfenden Markt für Handschalter ein, betont aber: Das intensive Fahrerlebnis rechtfertigt den Erhalt des Getriebes.
Zusammenfassung
Führungskräfte von American Honda haben das langfristige Bekenntnis der Marke zu Fahrzeugen mit Schaltgetriebe bekräftigt – trotz eines rückläufigen Marktanteils für dieses Format.
Die Ankündigung folgt auf einen Produktionsstopp im Juli 2026 für die handgeschalteten 2027 Civic Si und Acura Integra A-Spec; der aktuelle Lagerbestand dürfte voraussichtlich bis Anfang 2027 reichen.
Honda bietet derzeit vier Modelle mit Handschaltung im Portfolio an, darunter den rennstreckenorientierten Civic Type R und den besonders leistungsstarken Acura Integra Type S.
American Honda bekennt sich zum Schaltgetriebe und will nicht zulassen, dass diese bei Enthusiasten beliebte Technik in einer Ära rasanter Elektrifizierung und automatisierter Getriebe verschwindet. Beim IndyCar Freedom 250-Rennen in Washington, D.C. gingen Unternehmensvertreter auf die wachsenden Sorgen um die Zukunft von Fahrzeugen mit Handschaltung ein. Die Entwarnung folgt kurz nachdem der Hersteller eine Produktionspause für zwei seiner erschwinglichsten Enthusiastenmodelle angekündigt hatte – und damit Spekulationen auslöste, die Marke könnte sich endgültig vom dritten Pedal verabschieden.
Die erste Panik brach im Juli 2026 aus, als American Honda bestätigte, die Montage des handgeschalteten Civic Si des Modelljahrs 2027 und des Acura Integra A-Spec vorübergehend auszusetzen. Auch wenn dieser Schritt zunächst wie ein mögliches Todesurteil für die fahraktiven Kompaktmodelle wirkte, stellte der Hersteller klar: Die Pause ist strikt vorübergehend. Die Händlerbestände der aktuellen Modelle mit Handschaltung dürften bis Anfang 2027 reichen. Traditionell fühlt sich die Marke den Fahrpuristen verpflichtet und verweist darauf, dass dies seit dem Debüt des Civic Si im Jahr 1986 erst die vierte Produktionspause ist.
Lance Woelfer, Vice President of Auto Sales, sprach offen über die aktuelle Marktlage und räumte ein, dass die wirtschaftliche Grundlage für ein manuelles Getriebe von Jahr zu Jahr schwächer wird. Die Zielgruppe, die gezielt nach einem Handschalter sucht, mache einen immer kleineren Teil der Autokäuferschaft aus. Dennoch betonte Woelfer, dass das intensive Fahrerlebnis, das diese Fahrzeuge bieten, ihre Produktion rechtfertige. Der Civic Si setze seit vier Jahrzehnten den Maßstab für erschwingliche Performance, so Woelfer, und die kommende Generation werde diese besondere Tradition fortführen.
Der japanische Hersteller bietet derzeit über seine beiden wichtigsten Marken hinweg vier verschiedene Modelle mit Handschaltung an. Der Civic Si und der rennstreckentaugliche Civic Type R sind die Aushängeschilder der Kernmarke. Die Premiumdivision Acura bietet den Integra A-Spec mit Sechsgang-Handschaltung an und stattet den kompromisslosen Integra Type S serienmäßig mit einem manuellen Getriebe aus. Wirtschaftlich gesehen ist jede produzierte Einheit mit Handschaltung ein kostspieliges Gegengewicht zu günstigeren stufenlosen Getrieben und schnelleren Doppelkupplungsautomaten – und eine gezielte Investition in die Markentreue von Enthusiasten.
Mit dem Marktstart der nächsten Civic-Generation wird das Modelljahr 2028 zur entscheidenden Bewährungsprobe für dieses erneuerte Bekenntnis. American-Honda-CEO Eiji Fujimura bekräftigte diese Unternehmenshaltung beim selben IndyCar-Wochenende und verlagerte den Fokus von Verkaufszahlen auf die grundlegende Philosophie des Unternehmens. Mit Blick auf die Zukunft analoger Fahrerlebnisse verwies Fujimura auf das Vermächtnis des Firmengründers und erklärte, die Unternehmensführung denke stets an die Enthusiasten und ihre Träume.





















