Ferrari patentiert aktive Aero-Rückleuchten, die den Heckflügel auf Knopfdruck verlängern

Ferrari hypercar patent with active long tail LED aero taillights
BEYSSON-LEANDRI/Hans Lucas/AFP via Getty Images

Zusammenfassung

Ferrari hat beim United States Patent and Trademark Office ein Patent für ein wandelbares aerodynamisches Hecksystem angemeldet, das bewegliche Rückleuchten nutzt, um einen „Longtail“-Effekt zu erzeugen.

Das Konzept umfasst einen ausfahrbaren Heckflügel und eine integrierte LED-Lichtleiste, die sich bei hohen Geschwindigkeiten nach hinten verschieben, um die Anströmung zu verbessern und die Bodeneffekt-Sogwirkung des Heckdiffusors zu maximieren.

Eine weitere Ausführung der Technologie zeigt einen Ferrari Purosangue mit schwenkbaren Leuchten-Clustern, die nach unten angestellt werden, um die Luft über den hinteren Abrissspoiler des Fahrzeugs zu leiten und so den Abtrieb zu erhöhen.

Angesichts immer strengerer Emissionsvorschriften verabschiedet sich die Automobilindustrie langsam von den klassischen Leistungsschlachten und erschließt eine neue Dimension der Fahrzeugperformance. Ferrari setzt stark auf dieses Feld. Die italienische Marke reichte kürzlich beim United States Patent and Trademark Office ein äußerst detailliertes Dokument ein, das einen radikalen Ansatz für aktive Aerodynamik skizziert. Mithilfe von Karosserieelementen, die normalerweise unbeweglich sind, will die Marke den Anpressdruck drastisch verändern, ohne die ästhetische Klarheit zu beeinträchtigen.

Im Mittelpunkt der Patentschrift steht das Konzept eines futuristischen Mittelmotor-Hypercars, das sich deutlich von der aktuellen Modellpalette aus Maranello unterscheidet. Seine aggressive Front liegt extrem tief über dem Asphalt – eine direkte Referenz an den 849 Testarossa. Am Heck finden sich massive, von der Formel 1 inspirierte Lamellen sowie ein Diffusor, der sich bis hinauf zu den oberen Flügelelementen erstreckt. Statt einer traditionellen Motorabdeckung aus Glas verfügt die Konstruktion direkt hinter dem Cockpit über einen offenen axialen Aerodynamikkanal, der die Luft sauber zum Heck führt.

Ferrari konzipierte die integrierte LED-Lichtleiste für eine Doppelfunktion. Im normalen Fahrbetrieb sitzt sie bündig unter dem primären Heckflügel. Fordert der Fahrer maximalen aerodynamischen Abtrieb, verschiebt sich die gesamte Einheit nach hinten und bildet so effektiv ein aktives Longtail-Profil. Durch das Versetzen der Lichtleiste aus dem Luftstrom wird das Heck geöffnet und die tatsächliche Länge des Flügels vergrößert. Dank dieser mechanischen Bewegung bleibt der schnell strömende Luftstrom von der Dachlinie ebenso wie vom Unterboden-Diffusor an den oberen Aerodynamikflächen anliegen und erzeugt einen enormen Sog durch den Bodeneffekt.

Die spektakuläre Konzeptzeichnung dient zwar als eindrucksvolle Demonstration, doch das Patent enthält auch eine deutlich praxisnähere Anwendung für den Ferrari Purosangue. Die Diagramme des Hochleistungs-SUV zeigen Rückleuchten, die nach oben gleiten und sich zum Asphalt hin schwenken. Diese einfache Bewegung verändert die Luftströmung unterhalb der Heckscheibe und leitet Hochdruckluft direkt über den vorhandenen Spoileransatz. Indem diese aktiven Komponenten in die serienmäßigen Leuchteinheiten integriert werden, kann der Autobauer die Rennstreckentauglichkeit verbessern, ohne das Exterieur mit sperrigen, feststehenden Flügeln zu versehen.

 

Sie testen die neue Beta-Website

Teilen Sie uns Ihr Feedback mit, es wird helfen, sie für Sie zu verbessern.

Quellen