General Motors stellt Chevrolet-Vertrieb in China ein
Statt lokale Werke zu schließen, wird SAIC-GM seine chinesischen Produktionsstandorte künftig ausschließlich nutzen, um Chevrolet-Fahrzeuge für aufstrebende Märkte weltweit zu exportieren.
Zusammenfassung
Chevrolet wird den Privatkundenverkauf in China einstellen, nachdem die Marke in den vergangenen zehn Jahren einen Rückgang von 98,8 % verzeichnet hat.
Ein erneuertes strategisches Abkommen zwischen GM und SAIC Motor sieht vor, bis 2030 mindestens 30 neue Modelle von New-Energy-Fahrzeugen auf den Markt zu bringen, um Buick und Cadillac zu stärken.
General Motors stellt den Vertrieb von Chevrolet in China nun offiziell ein. Der US-Autokonzern beendet damit nach 21 Jahren die Präsenz der Marke im Land. Einst eine feste Größe auf dem chinesischen Markt, verzeichnete Chevrolet in den vergangenen zehn Jahren einen massiven Verkaufseinbruch von 98,8 %. Das jährliche Absatzvolumen fiel von einem Höchstwert von mehr als 760.000 Fahrzeugen im Jahr 2014 auf weniger als 9.000 Auslieferungen im vergangenen Jahr. Der Rückzug verdeutlicht den grundlegenden Wandel in der Nachfrage: Käufer:innen vor Ort wechseln rasant zu heimischen Elektroautos.
Trotz des Rückzugs aus dem Vertrieb bleibt die lokale Produktion bestehen. General Motors will sein bestehendes Joint Venture SAIC-GM nutzen, um Chevrolet-Modelle künftig ausschließlich für den Export zu produzieren. Der Autobauer setzt dabei auf die etablierte chinesische Produktionsinfrastruktur, um maßgeschneiderte Fahrzeuge für aufstrebende Märkte weltweit zu liefern – ohne ein kostspieliges Händlernetz im Inland unterhalten zu müssen.
Die Entscheidung ist Teil einer umfassenderen strategischen Neuausrichtung von General Motors in einem hart umkämpften Markt. Da Fahrzeuge mit alternativen Antrieben inzwischen den Großteil der Autoverkäufe im Land ausmachen, fiel es Chevrolet schwer, sein Modellangebot für den chinesischen Markt umzustellen. Die Marke setzte stark auf Modelle mit Verbrennungsmotor wie Blazer, Equinox und Malibu XL. Künftig will der Konzern seine Ressourcen daher in den Ausbau der erfolgreicheren Portfolios von Buick und Cadillac investieren, wo die Nachfrage nach Premium- und Elektrofahrzeugen weiterhin vorhanden ist.
Um seine Position im Luxussegment zu sichern, hat General Motors seine Partnerschaft mit SAIC Motor kürzlich um weitere zwei Jahrzehnte verlängert. Das erneuerte Abkommen läuft bis 2047 und skizziert einen ambitionierten Fahrplan für den technologischen Wandel. Das Gemeinschaftsunternehmen will bis 2030 mindestens 30 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben auf den Markt bringen und zugleich fortschrittliche, speziell auf chinesische Verbraucher:innen zugeschnittene Technologielösungen einführen.



















