KI-Nachfrage löst weltweite Lieferengpässe beim Apple MacBook Air aus
Branchenweite Engpässe bei Speicherchips leeren die Regale: Apples beliebter Alltagslaptop ist bis Ende August von erheblichen Lieferverzögerungen betroffen.
Zusammenfassung
Die weltweite Knappheit an Speicherchips, angeheizt durch die enorme Nachfrage von KI-Unternehmen, beginnt sich auf die Verfügbarkeit des MacBook Air auszuwirken.
In Apples Online-Store sind die Lieferzeiten für viele Konfigurationen inzwischen auf Ende August bis September gerutscht.
Apple versucht, den Engpass abzufedern, indem das Unternehmen die Preise für Mac-Modelle anhebt und Komponenten verstärkt von chinesischen Zulieferern bezieht.
Die weltweite Knappheit an Speicherchips trifft nun auch Apples beliebtesten Computer. Während der branchenweite Engpass zunächst Nischenmodelle wie den Mac mini und den Mac Studio betraf, sorgt er inzwischen beim MacBook Air für weitreichende Verfügbarkeitsprobleme. Der Komponentenengpass, ausgelöst durch die unersättliche Nachfrage von KI-Unternehmen, hat den Handel grundlegend durcheinandergebracht und eine Situation geschaffen, die Apple-CEO Tim Cook als „Jahrhunderthochwasser“ für die Tech-Lieferkette bezeichnete.
Wer sich einen neuen Laptop zulegen möchte, steht vor erheblichen Hürden. Die Liefertermine für verschiedene Konfigurationen im offiziellen Apple Store liegen bereits in der zweiten Augusthälfte, manche individuell zusammengestellten Modelle werden erst im September geliefert. Auch in den stationären Apple Stores sind die Bestände so knapp wie nie zuvor: In mehreren Regionen finden Kundinnen und Kunden komplett leere Regale vor. Der Mangel verweist auf eine übergeordnete Marktentwicklung: Speicherhersteller geben zahlungskräftigen KI-Kunden Vorrang vor klassischer Unterhaltungselektronik.
Um das volatile Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu bewältigen, musste Apple seine Preis- und Marketingstrategie neu ausrichten. Der Tech-Konzern erhöhte den Preis für das M5 MacBook Air kürzlich um 200 US-Dollar, um die stark gestiegenen Komponentenkosten abzufedern. Gleichzeitig verschob das Unternehmen seine mit Spannung erwartete jährliche Back-to-School-Aktion und verlagerte seinen Marketingfokus deutlich auf das 14-Zoll-MacBook-Pro in der Basiskonfiguration. Erstmals tragen die Werbematerialien für den ultraportablen Laptop nun den klaren Hinweis „nur solange verfügbar“.
Hinter den Kulissen suchen Führungskräfte mit Hochdruck nach Alternativen, um die Produktion des MacBook Air aufrechtzuerhalten. Apple bemüht sich aktiv um eine behördliche Genehmigung, Komponenten von chinesischen Speicherherstellern wie CXMT zu beziehen, um die Bestände auf den heimischen Märkten zu stabilisieren. Bis sich die globale Lieferkette von den Folgen des KI-Booms erholt, braucht es für den Kauf von Apples Flaggschiff unter den Alltagslaptops viel Geduld – und ein etwas dickeres Portemonnaie.



















