Yohji Yamamoto öffnet sein privates Skizzenbuch im ersten „Drawings“-Band von Thames & Hudson
Der kommende Hardcover-Band versammelt bislang unveröffentlichte Illustrationen, die der Designer persönlich ausgewählt hat.
Zusammenfassung
Yohji Yamamoto bringt bei Thames & Hudson einen gebundenen Bildband mit bislang unveröffentlichten Zeichnungen heraus.
Das Werk stammt vom Palais Galliera-Kurator Alexandre Samson, mit gestalterischer Unterstützung von Peter Saville, und zeigt Bildmaterial, das Yamamoto persönlich ausgewählt hat.
Über Menswear und Womenswear hinweg, gedruckt auf unterschiedlichen Papiersorten, inszeniert das Buch seine Skizzen als Fenster in seinen kreativen Prozess – nicht nur als bloßes Vorstadium der Kollektionen.
Yohji Yamamoto steht im Mittelpunkt eines neuen Buchs aus dem Hause Thames & Hudson: Yohji Yamamoto Drawings gewährt Einblick in die Skizzen hinter einem der eigenwilligsten Œuvres der Mode. Der von Kurator Alexandre Samson verfasste und von Peter Saville gestalterisch unterstützte Band versammelt Zeichnungen, die bislang nie umfassend im Druck untersucht wurden – und bietet einen seltenen Blick darauf, wie Yamamoto auf Papier denkt.
Um zu verstehen, warum diese Zeichnungen so bedeutsam sind, lohnt ein Blick auf den Werdegang, der Yamamoto zu einer prägenden Figur der Mode gemacht hat. Der 1943 in Tokio geborene Designer studierte zunächst Jura, bevor er diesen Weg verließ und im Damenschneidereibetrieb seiner Mutter arbeitete. 1977 zeigte er seine erste Kollektion in Tokio, 1981 eröffnete er ein Geschäft in Paris. Sein Debüt in Paris wirkte wie ein Bruch. Gemeinsam mit Rei Kawakubo von Comme des Garçons führte Yamamoto eine Sprache aus Schwarz, Asymmetrie und bewusst gesetzter Unvollkommenheit ein, für die die europäische Mode damals keinen Bezugsrahmen hatte. Ihr Nachhall prägt bis heute, wie Designerinnen und Designer mit Silhouette und Leerraum umgehen.
Sein Einfluss reichte weit über den Laufsteg hinaus. Yamamoto arbeitete auch für den Film und entwarf für Brother und Until the End of the World. 2003 gründete er mit adidas Y-3 – eine Partnerschaft, die seine Designhaltung in die Sportswear übertrug und mit dazu beitrug, die frühen Grundlagen für Luxus-Sport-Kooperationen zu schaffen, die den Markt heute dominieren. Vor diesem Hintergrund erscheinen seine Zeichnungen als weit mehr als bloße Nebenprodukte aus dem Studio. Flammenähnliche Mäntel, in sich zusammengesunkene Figuren und elegante Kleider bevölkern die Seiten, festgehalten auf unterschiedlichsten Papieren, darunter alten Zeitungen – Zeugnisse eines Künstlers, der noch immer die Grenzen dessen auslotet, was Mode sein kann.
Auch die Auswahl der Mitwirkenden verleiht dem Projekt zusätzliches Gewicht. Samson, Modehistoriker und Kurator am Palais Galliera, hat Ausstellungen zu Martin Margiela und Rick Owens kuratiert und kennt sich daher bestens mit jener Art konzeptuellen Designs aus, die Yamamoto maßgeblich geprägt hat. Saville wiederum bringt ein grafisches Gespür ein, das er über Jahrzehnte genreprägender Designarbeit geschärft hat. Da Yamamoto die Bilder selbst ausgewählt hat, besitzt das Buch die Autorität eines Selbstporträts aus der Hand des Designers.
Yohji Yamamoto Drawings erscheint am 17. November und ist über W. W. Norton, Amazon und Barnes & Noble bereits jetzt vorbestellbar.



















