Google Play öffnet sich nach Epic-Urteil für konkurrierende App-Stores
Die Entscheidung ebnet den Weg für einen gerichtlich angeordneten Umbau, der Google zur Aufnahme konkurrierender App-Stores verpflichtet.
Zusammenfassung
Google und Epic Games haben ihren gemeinsamen Versuch aufgegeben, eine seit Langem laufende Kartellklage zur Android-App-Verteilung beizulegen.
Der Tech-Gigant wird einer gerichtlichen Anordnung nachkommen, konkurrierende Stores innerhalb von Google Play zuzulassen und seinen gesamten App-Katalog ab dem 22. Juli für drei Jahre zu öffnen.
Drittplattformen müssen dafür eine jährliche Gebühr von 5.000 US-Dollar für Sicherheitsprüfungen zahlen und eine Malware-Rate von unter 1 Prozent einhalten, um Zugriff auf den Katalog zu erhalten.
Google und Epic Games verfolgen keinen gemeinsamen Vergleich mehr, der die gerichtlich angeordnete Neugestaltung des Android-Ökosystems umgehen sollte. Die beiden Unternehmen haben ihren Antrag auf Änderung einer von Richter James Donato erlassenen dauerhaften Unterlassungsverfügung offiziell zurückgezogen. Mit dem Verzicht auf den alternativen Vorschlag eines auf Sideloading basierenden Programms für registrierte App-Stores muss der Tech-Konzern nun die ursprünglichen strengen Vorgaben umsetzen. Ab dem 22. Juli wird Google Play konkurrierende Stores beherbergen und ihnen vollen Zugriff auf seinen App-Katalog gewähren.
Diese weitreichende Änderung zwingt das Unternehmen in den USA zur Einführung eines Store-im-Store-Modells. Um den Übergang zu erleichtern, hat Google das Play Catalog Access Program für potenzielle Drittanbieter eingerichtet. Teilnehmende Stores können Nutzer:innen Apps zu genau denselben Bedingungen anbieten wie beim direkten Download. Für Sicherheits- und Richtlinienprüfungen erhebt Google eine Jahresgebühr von 5.000 US-Dollar. Partner-Stores müssen als seriöse Marktplätze agieren und über transparente Richtlinien zu Vertrauen und Sicherheit verfügen. Zudem müssen sie den Anteil von Malware-Installationsversuchen weltweit auf maximal ein Prozent begrenzen und ihre Apps ausschließlich an Nutzer:innen in den USA vertreiben.
Die bevorstehende Integration verändert die Landschaft für Entwickler:innen mobiler Software grundlegend. Google hat ihnen mitgeteilt, dass ihre App- und Spieleangebote automatisch in diese neuen alternativen Stores übernommen werden. Einzelne Entwickler:innen können dem über die Play Console manuell widersprechen. Die rechtliche Einigung folgt auf ein Jury-Urteil, wonach Google ein illegales Monopol über den Vertrieb auf Android innehatte. Mit diesen strukturellen Änderungen will das Gericht diese Vormachtstellung aufbrechen und den Wettbewerb umgehend ankurbeln.
Der Rückzug des gemeinsamen Antrags beseitigt die verbliebene Unsicherheit im Bereich der mobilen Entwicklung. Er schafft für große Spiele- und Softwareanbieter einen direkten Weg, traditionelle Gatekeeper zu umgehen, ohne Nutzer:innen durch umständliche Installationsprozesse zu schleusen. Eine Unternehmenssprecherin erklärte, der Rückzug ermögliche es Google, sich auf die Umsetzung einer umfassenderen globalen Weiterentwicklung des Geschäftsmodells zu konzentrieren, die mehr Auswahl und niedrigere Preise bieten soll. Da sich die Infrastruktur rasch öffnet, wartet die Branche nun darauf, ob Schwergewichte wie Microsoft den Moment nutzen und direkt in Google Play einen unabhängigen Xbox-Mobile-Store starten.



















