Diese Maschine ermöglicht das „erste schmerzfreie Tattoo der Welt“
Mit Mikronadel-Technologie hat CipherX eine Methode entwickelt, mit der Tattoos laut eigenen Angaben völlig schmerzfrei möglich sind.
Diese Maschine ermöglicht das „erste schmerzfreie Tattoo der Welt“
Mit Mikronadel-Technologie hat CipherX eine Methode entwickelt, mit der Tattoos laut eigenen Angaben völlig schmerzfrei möglich sind.
Das Start-up CipherX hat eine Maschine entwickelt, die nach eigenen Angaben das „erste schmerzfreie Tattoo der Welt“ ermöglicht.
Das CipherX Microdot-Tattoo-System wurde vergangene Woche bei einem Event in London vorgestellt. Es besteht aus einer Dockingstation, einem Handapplikator und einem Pflaster, das das gewählte Motiv als Reihe von Mikronadeln enthält.
Mithilfe des Applikators wird das Pflaster zügig auf die Haut gedrückt. Dort beginnen die Mikronadeln, Pigment abzugeben und sich aufzulösen. „Man kann es sich [the needles] wie eine Sandburg vorstellen – sie steht, bis man Wasser darüber gießt“, erklärt Gründer Ferdinand Kohle.
Das Pflaster bleibt etwa 10 bis 15 Minuten auf der Haut und lässt sich anschließend einfach abziehen – zurück bleibt das Tattoo. Zunächst sind die Linien noch zart, doch innerhalb weniger Tage entfaltet sich das Pigment und das endgültige Motiv wird sichtbar. Laut CipherX ist die Nachsorge unkompliziert: Die Stelle muss nicht abgedeckt werden, sondern lediglich in den ersten 24 Stunden sauber bleiben – also keine Saunagänge oder Work-outs im Fitnessstudio.
Kohle gründete CipherX im Dezember 2020, nachdem er sowohl in der Design- als auch in der Pharmaindustrie gearbeitet hatte. Angespornt von seiner eigenen Blut- und Nadelphobie begann er, die Mikronadel-Technologie zu erforschen, die heute vor allem bei Gesichtsbehandlungen zum Einsatz kommt. Dabei fragte er sich, wie sie das Tätowieren „grundlegend verändern“ könnte.
„Was als persönliche Frage begann, entwickelte sich zu einer viel umfassenderen Auseinandersetzung damit, wie sich das Tätowieren mithilfe moderner Ingenieurskunst, Fertigung und nutzerzentriertem Design neu gestalten lässt“, sagt er.
Knapp sechs Jahre später bringt er das Projekt nun auf den Markt. Termine können im CX Flagship Store des Unternehmens in Westlondon gebucht werden; zudem soll das Angebot bei ausgewählten Events, Pop-ups und Kollaborationen verfügbar sein.
Derzeit wählen Kund:innen aus einer kuratierten Auswahl an Motiven – vom Smiley, dem allerersten Design des Unternehmens, bis hin zu einem Stuhl. „Der Stuhl war eigentlich nur eine alberne Idee, aber er hat sich als eines der beliebtesten Motive herausgestellt“, sagt Kohle.
Künftig würde er bei den Motiven gern mit Tätowierer:innen zusammenarbeiten – stets unter Berücksichtigung der technischen Grenzen des Geräts. „Ideal sind diese kleineren, symbolhaften Tattoos“, erklärt er. „Ein Sleeve ist definitiv nicht das, worauf wir abzielen.“
Kohle, der das Unternehmen gemeinsam mit dem ehemaligen Chirurgen Karl-Anton Harms führt, betont, dass das Microdot-Tattoo von CipherX traditionelle Methoden nicht ersetzen soll. Bei der Präsentation in London würdigten die beiden die Werkzeuge, die ihm vorausgingen – von antiken Stick-and-Poke-Techniken bis hin zur ersten elektrischen Tätowiermaschine. „Wir sind in dieser Geschichte der Werkzeuge wirklich der nächste grundlegend neue Schritt, denn unsere Nadeln bestehen im Grunde aus der Tinte selbst“, sagt Kohle. „Sie dringen in die Haut ein, geben das Pigment sofort ab, und die Nadel selbst wird gewissermaßen zum Tattoo.“
Über die derzeitige kosmetische Anwendung hinaus sieht Kohle für CipherX auch medizinisches Potenzial: „Vielleicht Tattoos, die ihre Farbe verändern und so etwas über den Körper verraten – über die Temperatur, UV-Strahlung und Ähnliches“, fügt er hinzu.



















