Apple verklagt OpenAI wegen Geschäftsgeheimnissen und Hardware-Offensive

Apple OpenAI lawsuit over alleged trade secret misuse for new hardware
Nikolas Kokovlis/NurPhoto via Getty Images

Zusammenfassung

Apple hat eine umfassende Klage gegen OpenAI eingereicht und wirft dem KI-Unternehmen vor, eine gezielte Abwerbekampagne gestartet zu haben, um Talente zu gewinnen und vertrauliche Informationen für kommende Consumer-Hardware zu stehlen.

Gerichtsunterlagen zeigen, dass inzwischen mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter bei OpenAI arbeiten; der iPhone-Konzern beschuldigt bestimmte Ex-Führungskräfte, proprietäre Dateien und Bauteile herausgeschmuggelt zu haben.

Die aggressive Klage markiert einen tiefen Bruch in der Partnerschaft der beiden Tech-Giganten, die bislang vor allem auf der Integration von ChatGPT in das Software-Ökosystem von Apple beruhte.

Apple hat offiziell eine Klage wegen Verletzung von Geschäftsgeheimnissen gegen OpenAI eingereicht und dazu eine umfassende Klageschrift bei einem kalifornischen Bundesgericht vorgelegt. Darin wirft der Tech-Konzern dem KI-Schwergewicht vor, gezielt wichtige Fachkräfte aus der Entwicklung abgeworben und vertrauliche Informationen abgeschöpft zu haben. Im Zentrum der Klage steht eine brisante Personalenthüllung: Mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter arbeiten derzeit bei OpenAI. Apple zufolge wurde dieser Massenexodus gezielt orchestriert, um OpenAIs geheimen Kurswechsel hin zur Entwicklung physischer Hardware für Verbraucher rasant voranzutreiben – und dabei Jahre notwendiger Forschung und Entwicklung zu umgehen.

In der Klage werden namentlich ehemalige Führungskräfte genannt, darunter Tang Yew Tan, einst Vice President of Product Design für iPhone und Apple Watch, sowie ein ehemaliger leitender Systemelektroingenieur namens Chang Liu. Gerichtsunterlagen zufolge soll Liu nach seinem Ausscheiden einen vom Unternehmen bereitgestellten Laptop behalten und eine Sicherheitslücke bei der Authentifizierung ausgenutzt haben, um Dutzende vertrauliche Hardware-Dateien aus internen Netzwerken zu extrahieren. Tan wiederum wird vorgeworfen, sich vor seinem Weggang systematisch geschützte Daten über Zulieferer und interne Branchenübersichten per E-Mail selbst zugeschickt zu haben. Laut Klageschrift soll Tan sogar aktuelle Mitarbeiter dazu angeleitet haben, unveröffentlichte Bauteile zu Vorstellungsgesprächen bei OpenAI mitzubringen – für Vorführungen.

OpenAIs ambitionierte Hardwarepläne sind im Silicon Valley längst ein offenes Geheimnis – nicht zuletzt seit der jüngsten Übernahme von io Products, einem Start-up des legendären ehemaligen Apple-Designers Jony Ive. Apple argumentiert, OpenAI habe seine Bewerbungsprozesse gezielt darauf ausgerichtet, den Bewerbern geschütztes Know-how zu entlocken, und dabei Personen ins Visier genommen, die zuvor an der Vision Pro und an Smart-Glasses-Projekten mitgearbeitet hatten. Die Klageschrift betont, dass die Einstellung ehemaliger Mitarbeiter OpenAI rechtlich nicht dazu berechtige, Geschäftsgeheimnisse zu nutzen, um das eigene Hardware-Ökosystem im Schnellverfahren aufzubauen. Als weiteres Beispiel für die Dreistigkeit des mutmaßlichen Diebstahls führt Apple an, einer seiner Zulieferer sei dazu gebracht worden, für OpenAI ein geschütztes Verfahren zur Metallveredelung einzusetzen – in dem falschen Glauben, das KI-Unternehmen habe dafür die erforderliche Genehmigung erteilt.

Diese aggressive Klage markiert einen katastrophalen Bruch in der einst vielversprechenden Allianz der beiden Tech-Schwergewichte. Noch vor wenigen Monaten verfolgte die Branche, wie der iPhone-Hersteller weitreichende ChatGPT-Integrationen für seine kommenden Software-Updates ankündigte. Nun, da sich der Wettlauf um die Vorherrschaft auf Verbrauchergeräte ausweitet, scheint die Partnerschaft durch die Vorwürfe der Wirtschaftsspionage irreparabel beschädigt. OpenAI hat sich zu den konkreten Anschuldigungen der Klageschrift bislang nicht offiziell geäußert. Doch der bevorstehende Rechtsstreit droht, die streng geheimen Hardwarestrategien beider Unternehmen ans Licht zu bringen.

 

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Quellen

MacObserver

Apple Says More Than 400 Former Employees Now Work at OpenAI

Apple says more than 400 former employees now work at OpenAI, a figure revealed in its trade secret lawsuit against the AI company. The iPhone maker claims OpenAI used confidential information from former Apple staff to accelerate its hardware plans.