10 Möbel-Neuheiten von 3daysofdesign, die wir am liebsten mit nach Hause genommen hätten
Dieses Jahr haben die dänischen Brands beim Festival in Kopenhagen richtig abgeliefert.
10 Möbel-Neuheiten von 3daysofdesign, die wir am liebsten mit nach Hause genommen hätten
Dieses Jahr haben die dänischen Brands beim Festival in Kopenhagen richtig abgeliefert.
Bei 3daysofdesign mangelt es nicht an schönen Dingen zu entdecken – so sehr, dass es extrem schwerfällt, solche Listen zusammenzustellen, und es hilfreich ist, sich klare Kriterien zu setzen.
Während 3daysofdesign sich also zu einem immer internationaleren Festival entwickelt (und das ist großartig!), wollen wir den dänischen Möbelmarken und Studios Tribut zollen, die die Stadt geprägt haben – und haben eine Wishlist der Neuheiten zusammengestellt, die während des Festivals vorab zu sehen waren.
Compass Floor Lamp, Julien Renault x HAY
Julien Renault erweitert die Compass-Kollektion schon seit einiger Zeit still und leise in seinem Brüsseler Studio, und dieses Jahr bringt HAY sie endlich auf den Markt. Für uns hat der Griff die Show gestohlen: Ein dreieckiger Griff, befestigt am gebürsteten Aluminiumarm, mit dem sich der Fuß auf höchst befriedigende Weise um 360 Grad drehen lässt. Der Schirm ist neigbar, der Arm ausziehbar – so kann die Leuchte über Sofa, Schreibtisch oder Esstisch reichen, ohne dabei krampfhaft zu wirken.
Hang On Table, Fengfan Yan x +Halle
Fengfan Yang hat an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart studiert und in gefühlt Rekordzeit einen Produktionsvertrag mit +Halle unterschrieben. Der Hang On Table ist ein komplettes Umdenken des klassischen Tischs – kein Möbel, an dem man stundenlang sitzt, sondern eher eine Steh- und Zwischenstopp-Station. Ein Rahmen aus stranggepresstem Aluminiumprofil trägt eingehängte Ablagen und Add-ons statt fester Platten: So lässt sich das gesamte System ohne Werkzeug immer wieder neu konfigurieren, zerlegen und wieder aufbauen. Ja, er ist eher für öffentliche Räume und Hospitality-Bereiche gedacht – aber mit etwas Vision kann er zuhause spektakulär funktionieren.
Pewter Flowerpot, Verner Panton x &Tradition
Zum Anlass von Verner Pantons 100. Geburtstag präsentiert &Tradition die VP1 Flowerpot in ihrer bislang puristischsten Version – aus unbehandeltem Edelstahl, mit einer dezent gesprenkelten Oberfläche, die durch einen zweifachen Stein-Trommelprozess für jeden Schirm entsteht. Es ist wohl die einzig stimmige Art, eine Centenary Edition einer Lampe herauszubringen, die es gefühlt schon in jeder erdenklichen Farbe gab. Die Edition kommt komplett ohne Klebstoff aus, lässt sich am Lebensende leicht zerlegen, und Pantons Signatur ist auf der Unterseite jedes oberen Schirms eingraviert.
Lotus Lamp, Carlo Nason x Gubi
Carlo Nason entwarf die Lotus Lamp 1969, und während 3DD zeigte Gubi ihre Wiederauflage in einer Installation im Nordhavn-Headquarter der Marke als Teil der Ausstellung „Scenes“. Die Glasleuchte war seit ihrer ersten Produktionsphase weitgehend in Vergessenheit geraten – genau jene übersehene Designgeschichte, aus der Gubi seine Marken-DNA schöpft. Die Fertigung der sich überlagernden Glasmodule ist akribisch und aufwendig – und macht das Ergebnis umso beeindruckender.
Magnet Textile, Kvadrat
Ebenfalls in Nordhavn zeigte Kvadrat ein neues Textil von Isa Glink, das sich wie eine wohltuende Abkehr von dicken Polsterstoffen und luftigen, neutralen Leinenqualitäten anfühlte. Magnet, so der Name, hing in anodisierten Aluminiumrahmen im Raum und wurde als haptische Muster mit Reißverschlüssen inszeniert. Magnet wirkt wie die zeitgemäße Version einer klassischen Gardine und kommt in Colourways wie Laser Lime, Sencha Green, Blue Pulse und Pixel Pink. Man kann es klassisch als Vorhang verwenden oder als Raumteiler inszenieren. Ganz ehrlich: Wir mochten es so sehr, dass wir uns sogar Kleidung daraus vorstellen könnten.
Turntable and Lamp, Fritz Hansen x Technics
Fritz Hansens Sound Club war während 3DD das Gesprächsthema der Stadt. Dort enthüllte die Marke ihre Zusammenarbeit mit Technics: eine Special Edition der Kaiser Idell Luxus 6631-T Leuchte von Fritz Hansen zusammen mit dem Technics SL-40CBT Direct Drive Turntable, beide in einem eigens für das Projekt entwickelten, tiefen Burgunderrot. Fritz Hansen wird 200 Leuchten in Europa und Asien anbieten; Technics produziert bis zu 300 Plattenspieler, beide erhältlich ab Oktober 2026.
Frankie Chair, Louise Roe
Der Frankie Café Chair ist in Esche oder Buche erhältlich, mit einer klaren Geometrie, die perfekt zu den fein ausgearbeiteten, dezent Art-déco-inspirierten Hospitality-Interieurs passt, die gerade ihr Comeback feiern. Louise Roe präsentierte ihn nicht in einer klassischen Ausstellung, sondern in einem funktionierenden Café-Setting – Möbel, die man über die Nutzung kennenlernt, nicht über das Podest. Die Kollektion ist nach dem Hund des Brand Directors Emil Roe benannt, einem Labrador-Bulldog-Staffie-Mix – was völlig einleuchtet, sobald man in dem Stuhl gesessen hat.
Union Easy Chair, Michael Antrobus x Frama
Die Union Series – bestehend aus Stuhl, Easy Chair, Hocker, Tisch und Beistelltisch – basiert auf einer neuen Anwendung halbkreisförmiger Aluminiumprofile, die gebogen und montiert werden, sodass Formen entstehen, die zugleich zurückhaltend und komfortabel wirken. Die Serie wurde im März bei Matter & Shape in Paris angeteasert und in Kopenhagen im Rahmen einer In-Store-Installation von Frama offiziell gelauncht. Im Fokus steht der Easy Chair: mit niedrigerem, breiterem Gestell als der Dining Chair, der aufrechte Haltung gegen eine entspannte, verweilende Sitzposition eintauscht – disziplinierte Linien, materieller Minimalismus, angewandt auf Muße.
Expandable Bed in Cobalt Blue, Moebe
Moebes Expandable Bed ist schon lange genug auf dem Markt, um als leiser Klassiker durchzugehen. Der pulverbeschichtete Stahlrahmen lässt sich von 90 cm auf 180 cm Breite ausziehen – getragen von der Logik, dass ein gutes Bett länger halten sollte als der Raum, in dem es steht. Die bei 3daysofdesign vorgestellte Farbe Cobalt Blue ist die spannendste Erweiterung der Linie seit Langem: Sie lässt das Bett wie ein bewusst gestaltetes Möbelstück wirken, nicht nur wie eine clevere Lösung.
Piece of Seating, Kihyun Kim x Muuto
APS – A Piece of Seating – ist der Gewinnerbeitrag von Muutos Design Contest 002 des in Seoul ansässigen Designers Kihyun Kim: ein Sitzsystem, das mit einem einzelnen Element beginnt, sein volles Potenzial aber erst entfaltet, wenn es vervielfacht, geteilt und immer neu arrangiert wird. Bekannt gegeben wurde die Entscheidung, als Muuto sein 20-jähriges Bestehen feierte – flankiert von Limited Editions von Spacon und Lise Vester. Dass der Sieg an ein modulares System statt an ein einzelnes Statement-Piece geht, passt perfekt zu einer Marke, die sich immer schon mehr dafür interessiert hat, wie Dinge zusammen funktionieren, als dafür, wie sie solitär im Bild wirken.



















