Das Eames Pavilion System – modulares Wohnen neu gedacht
Erstmals vorgestellt in der Triennale Milano während der Milan Design Week.
Zusammenfassung
- The Eames Houses Ausstellung in der Triennale Milano präsentierte erstmals das Eames Pavilion System, ein modulares, vorgefertigtes Architekturkonzept.
- Pavillon‑Installationen im Originalmaßstab und Archivmaterialien inszenierten das architektonische Erbe von Charles und Ray Eames.
- Begleitet von einem bei Phaidon erschienenen Sourcebook, das Architektur als Herzstück der Eames‑Vision herausstellt.
Während der Milan Design Week 2026 präsentierte das Eames Office The Eames Houses in der Triennale Milano – eine weitläufige, 800 Quadratmeter große Ausstellung, die das architektonische Erbe von Charles und Ray Eames neu verhandelt. Gestützt auf umfassende Archivrecherchen stellt das Format begehbare Installationen im Originalmaßstab einer Fülle bislang unveröffentlichter Zeichnungen, Modelle und Studien aus dem Eames Office Archive gegenüber. Die Initiative ist ein wesentlicher Schritt, die öffentliche Wahrnehmung des Werks der Eames von reinem Möbeldesign hin zu einem grundlegenden systemischen Architekturdenken zu verschieben, das Gebäude nicht als statische Objekte, sondern als flexible Kulisse für das Leben versteht.
Ein zentrales Highlight der Ausstellung ist das weltweite Debüt des Eames Pavilion Systems, eines modularen Baukastens, der in Zusammenarbeit mit dem in Barcelona ansässigen Hersteller Kettal entwickelt wurde. Das System überträgt die architektonischen Prinzipien der Designer aus den 1940er- und 1950er‑Jahren in ein zeitgenössisches, technisch ausgereiftes Produkt und nutzt ein rationales Raster sowie wiederholbare Strukturmodule, um auf kleiner Grundfläche maximales Volumen zu schaffen.
Konsequent auf Wandelbarkeit ausgelegt, erlaubt das System Konfigurationen von kompakten 16‑Quadratmeter‑Pavillons bis hin zu zweigeschossigen Häusern – mit Einsatzmöglichkeiten im Wohn‑, Hospitality‑, Arbeits‑ und Ausstellungsbereich. Der Einsatz von recycelbarem Aluminium, technisch ausgefeilten Terrassenbelägen, bioklimatischen Dächern und integrierter Beleuchtung steht für Nachhaltigkeit und technologische Innovation – und bleibt zugleich unverkennbar Eames im Geist.
Parallel zur Ausstellung erschien bei Phaidon ein gleichnamiges Sourcebook, das Charles’ und Rays Vision eines modularen, vorgefertigten Wohnens als lebendigen Ausdruck ihrer Designwerte weiter schärft. Verfasst von Eckart Maise mit Beiträgen von Catherine Ince und Vorworten von Norman Foster und Eames Demetrios, dokumentiert das Buch realisierte und unrealisiert gebliebene Projekte aus den Jahren 1945 bis 1954 und positioniert Architektur als durchgehenden roten Faden im Eames‑Vermächtnis.



















