Nintendo Switch 2 kostet in den USA bald 500 US‑Dollar
Rekordverkäufe im ersten Jahr, ein Aufschlag von 50 US‑Dollar und eine trübe Prognose deuten auf ein deutlich schwierigeres zweites Kapitel für die derzeit beliebteste Konsole der Welt hin.
Zusammenfassung
- Nintendo hat für die USA eine Preiserhöhung von 50 US‑Dollar für die Switch 2 angekündigt und setzt den Konsolenpreis damit auf 500 US‑Dollar. Als Hauptgründe nennt das Unternehmen gestiegene Speicherkosten und US‑Zölle.
- Im letzten Geschäftsjahr lieferte das Unternehmen innerhalb von nur drei Quartalen 19,86 Millionen Switch‑2‑Einheiten aus und erzielte einen Umsatz von 2,3 Billionen Yen (14,7 Milliarden US‑Dollar) – ein Plus von 98,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
- Trotz dieser Rekordzahlen prognostiziert Nintendo für das kommende volle Geschäftsjahr Verkäufe von 16,5 Millionen Switch‑2‑Konsolen – deutlich unter den Analystenerwartungen von über 20 Millionen – und rechnet mit zusätzlichen Kosten von rund 100 Milliarden Yen durch steigende Komponentenpreise und Zölle.
Nintendo hat eine Preiserhöhung um 50 US‑Dollar für die Switch 2 in den USA im Rahmen des Geschäftsberichts für das Fiskaljahr 2026 bestätigt und erhöht den Verkaufspreis der Konsole ab dem 1. September auf 500 US‑Dollar. Begründet wird der Schritt mit steigenden Speicherkosten und US‑Zöllen; in der Jahresprognose veranschlagt das Unternehmen dadurch eine zusätzliche Belastung von rund 100 Milliarden Yen.
Der Zeitpunkt der Ankündigung ist bemerkenswert: Nintendo erhöht die Preise ausgerechnet im Anschluss an einen der erfolgreichsten Konsolenstarts der Firmengeschichte. Die Switch 2 brachte es in den ersten drei Quartalen ihres ersten Geschäftsjahres auf 19,86 Millionen ausgelieferte Einheiten – deutlich mehr, als Nintendo intern erwartet hatte. Der Jahresumsatz stieg auf 2,3 Billionen Yen (14,7 Milliarden US‑Dollar) und lag damit 98,6 Prozent über den 1,16 Billionen Yen (rund 7,4 Milliarden US‑Dollar) des Vorjahres. Nach nahezu allen kommerziellen Maßstäben war das Startjahr der Switch 2 ein überragender Erfolg.
Auch die Software legte im Gleichschritt mit der Hardware zu; Mario Kart World verkaufte sich 14,7 Millionen Mal, Pokemon Legends: Z-A kam auf 8,5 Millionen, und Donkey Kong Bananza erreichte 4,5 Millionen. Zusammengenommen kletterten die Softwareverkäufe von Switch und Switch 2 auf 185,62 Millionen Einheiten, nach 155,41 Millionen reinen Switch‑Titeln im Fiskaljahr 2025. Der Super Mario Galaxy‑Film verlieh Nintendos kultureller Strahlkraft eine weitere Dimension und spielte weltweit innerhalb der ersten vier Wochen über 800 Millionen US‑Dollar an den Kinokassen ein.
Vor diesem Hintergrund wirken die Preiserhöhung um 50 US‑Dollar und die zurückhaltende Verkaufsprognose für das kommende Jahr eher wie eine bewusste Neujustierung als wie ein Warnsignal. Nintendo rechnet im nächsten vollen Geschäftsjahr mit 16,5 Millionen verkauften Switch‑2‑Konsolen – deutlich weniger als von Analysten erhofft, aus Unternehmenssicht aber immer noch ein solides Niveau für das zweite Jahr im Markt. Die Lücke zwischen dieser Prognose und den Erwartungen der Analysten legt nahe, dass Nintendo die Erwartungen in diesem Zyklus gezielter steuert, nachdem der Konzern seine eigene Verkaufsleistung im abgelaufenen Jahr deutlich unterschätzt hatte.
Die Erhöhung um 50 US‑Dollar trifft Nintendo zudem anders, als ein vergleichbarer Schritt die Konkurrenz treffen würde. Sony hat den Preis der PS5 im vergangenen Jahr um 150 US‑Dollar angehoben, eine deutlich stärkere Anpassung. Doch Nintendos Kundschaft ist im Schnitt jünger und preissensibler als die von PlayStation. Ein Preisschild von 500 US‑Dollar markiert daher einen spürbaren Kurswechsel für ein Unternehmen, dessen Hardware traditionell über Zugänglichkeit ebenso wie über Leistung punktet. Ob diese Preissensibilität tatsächlich in messbare Kaufzurückhaltung mündet, wird eine der entscheidenden Fragen im zweiten Marktjahr der Switch 2 sein.
Im größeren Kontext steht ein branchenweiter Druck auf die Hardwaremargen. Steigende Speicherkosten und Zölle sind kein exklusives Problem von Nintendo, und die zusätzlichen 100 Milliarden Yen, auf die das Unternehmen verweist, spiegeln eine strukturelle Herausforderung wider, die sich wohl nicht so schnell entschärfen wird. Dennoch rechnet Nintendo im kommenden Jahr mit einem leicht steigenden operativen Gewinn, getragen von starken Softwareverkäufen – ein Signal, dass der Konzern seiner Spielepipeline zutraut, die Gegenwinde im Hardwaregeschäft abzufedern.



















