Jordan Roth verwandelt Irene di Spilimbergos Gemälde in lebende Collagen bei Performance Space NY
Der Künstler präsentierte eine ortsspezifische Arbeit, die Porträtmalerei des 16. Jahrhunderts in eine verkörperte Live-Performance verwandelte.
Zusammenfassung
- Jordan Roth präsentierte eine ortsbezogene Performance bei der Venice Biennale in Zusammenarbeit mit Performance Space New York.
- Inspiriert von Irene di Spilimbergo verschmolz Roth Malerei, Performance und Fotografie zu lebendigen Collagen.
- Echtzeit-Bilder dokumentierten die Verwandlung und erweiterten Roths Praxis der Narrative Fashion Performance.
Jordan Roth hat kürzlich ein neues Performance-Werk in Zusammenarbeit mit Performance Space New York während der Venice Biennaleim Palazzo dei Fiori. Das ortsbezogene Werk verband Performance, Fotografie und Malerei und übersetzte den Prozess der Collage in eine körperlich erfahrbare Handlung. Roths Arbeit verhandelte Themen wie Selbstinszenierung und Transformation und positionierte ihn im Bildrahmen zugleich als Subjekt und Objekt. Der Abend wurde von kulturellen Persönlichkeiten ausgerichtet, darunter Princess Alia Al-Senussi, Princess Marie Luise von Sachsen und Diana Campbell, was die Bedeutung des Events zusätzlich unterstrich.
Die Performance ließ sich von Irene di Spilimbergo inspirieren, einer Malerin und Musikerin der Renaissance, von der man annimmt, dass sie im Palazzo lebte. Ihr früher Tod mit 21 Jahren inspirierte ein Gedichtband, der ihre Schönheit und Kunstfertigkeit verewigte und sie über Jahrhunderte hinweg zur Muse für Maler und Bildhauer machte. Roth nutzte aufgefundene Gemälde von di Spilimbergo, auf Vinyl gedruckt, als Ausgangsmaterial.
Durch bewusste Gesten – das Anritzen, Fragmentieren und Neuarrangieren der Bilder – erschuf er improvisierte Collagen, die die Grenze zwischen Muse und Künstler aufhoben. Indem er Fragmente über seinen Körper drapierte, verschmolz Roth mit den Gemälden, verkörperte di Spilimbergos Erscheinung und inszenierte sie zugleich neu als Prisma zeitgenössischer Identität.
Während der gesamten Performance fing eine unbemannte Kamera Roth in einem vergoldeten Rahmen ein und erzeugte Echtzeit-Fotografien, die auf benachbarten Monitoren erschienen. Diese Bilder gingen über reine Dokumentation hinaus und wurden zu eigenständigen Kunstwerken – ein Archiv der Verwandlung, das die Performance über den flüchtigen Moment hinaus fortschreibt.



















