GameStop legt 56-Milliarden-USD-Angebot zur Übernahme von eBay vor
Die vorgeschlagene 50/50-Bar- und Aktienübernahme bewertet den Online-Marktplatz mit 125 USD pro Aktie und sieht vor, stationäre Filialen in moderne Fulfillment-Hubs umzuwandeln.
Zusammenfassung
- GameStop hat ein unaufgefordertes 50/50-Bar- und Aktienangebot in Höhe von rund 56 Milliarden USD abgegeben, um eBay zu übernehmen.
- Die vorgeschlagene Finanzstruktur bewertet den Online-Marktplatz mit 125 USD je Aktie und wird durch eine potenzielle Fremdfinanzierung von 20 Milliarden USD unterlegt.
- Die Logistikpläne sehen vor, 1.600 stationäre GameStop-Filialen in landesweite Hubs für Authentifizierung, Fulfillment und Live-Commerce umzuwandeln.
GameStop, der bekannte Einzelhändler für Videospiele und Unterhaltungselektronik, hat ein unaufgefordertes Übernahmeangebot für eBay in Höhe von 56 Milliarden USD vorgelegt. Angetrieben von CEO Ryan Cohen zielt die geplante Akquisition mit einem komplexen 50/50-Bar- und Aktienangebot offensiv auf den digitalen Marktplatz. Mit klar definierten Bewertungsmaßstäben und einem konkreten Plan zur physischen Integration soll das Filialnetz gezielt als Gegengewicht zu Amazons zentralisiertem Fulfillment-Modell eingesetzt werden.
Wie berichtet von Variety, steht im Zentrum der geplanten Übernahme ein strikter finanzieller Rahmen, der eBay mit 125 USD je Aktie bewertet. Um die Transaktion umzusetzen, hat GameStop das Angebot über 56 Milliarden USD als exakt hälftige 50/50-Aufteilung zwischen Bargeld und Aktien strukturiert – ein Aufschlag von rund 46 Prozent auf den unveränderten Schlusskurs des digitalen Marktplatzes vom 4. Februar 2026. Um den enormen Kapitalbedarf zu decken, der entsteht, wenn ein Unternehmen mit einem Wert von 12 Milliarden USD einen fast viermal so großen Konzern schluckt, sieht der Deal Bankkredite über 20 Milliarden USD von TD Securities vor. Sollte der Vorstand die ursprünglichen Konditionen ablehnen, ist Cohen grundsätzlich darauf vorbereitet, das Angebot feindlich zu machen und einen Proxy Fight zu starten, um den Vorschlag direkt den eBay-Aktionären zu unterbreiten. Zudem hat Cohen ein aggressives Sparprogramm vorgeschlagen, das darauf abzielt, innerhalb von zwölf Monaten nach Abschluss jährlich 2 Milliarden USD an Ausgaben in Vertrieb, Produktentwicklung und Verwaltung zu streichen.
Über das reine Finanzmanöver hinaus baut das Angebot auf einem sehr konkreten logistischen Umbau der physischen Präsenz von GameStop auf. Der vorgeschlagene Integrationsplan würde rund 1.600 stationäre US-Filialen unmittelbar von klassischen Verkaufsflächen in ein dezentrales, landesweites Netzwerk für Annahme und Fulfillment transformieren. Speziell ausgewiesene Flächen in den Stores sollen genutzt werden, um hochwertige Waren vor dem Versand physisch zu authentifizieren. Zusätzlich würden die Ladenlayouts so umgestaltet, dass sie als lokale Broadcasting-Studios fungieren und die Flächen für Echtzeit-Live-Commerce-Sales mit eBay-Produkten genutzt werden.



















