Der finale „Toy Story 5“-Trailer zeigt: Pixar hat keine Angst davor, Woody alt werden zu lassen
Andrew Stanton kehrt als Regisseur und alleiniger Drehbuchautor zurück – und macht aus dem Einzigen, mit dem ein Spielzeug nie mithalten kann, den neuen Schurken: dem Bildschirm.
Zusammenfassung
- Der finale Toy Story 5-Trailer zeigt einen sichtbar gealterten Woody – mit Geheimratsecken, Poncho und Bierbauch –, der sich erneut mit Buzz zusammentut, um Bonnies Fantasie zu schützen.
- Die zentrale Antagonistin des Films ist Lilypad, ein froschförmiges Smart-Tablet, gesprochen von Greta Lee – weniger als klassische Bösewichtin inszeniert, sondern vielmehr als strukturelle Bedrohung für das Spielen an sich.
- Toy Story 5läuft ab dem 19. Juni exklusiv im Kino, inszeniert von Andrew Stanton mit Kenna Harris als Co-Regisseurin.
Disney und Pixar haben den finalen Trailer zu Toy Story 5, der am 19. Juni in die Kinos kommt. Unter der Regie von Andrew Stanton, der alle vier bisherigen Teile mitgeschrieben hat und nun als alleiniger Drehbuchautor zurückkehrt, vereint der Film Tom Hanks und Tim Allen erneut als Woody und Buzz Lightyear – diesmal mit einer Bedrohung, der sich die Spielzeugkiste noch nie stellen musste: Technologie, die Fantasie vollständig ersetzen soll.
Die bewussteste kreative Entscheidung des Trailers ist, wie offensiv er Woodys körperlichen Verfall inszeniert. Glatze, Bierbauch, roter Poncho – die anderen Spielzeuge lassen das nicht durchgehen und machen sich über ihn lustig, bevor das eigentliche Drama klar wird. Für ein Franchise, das auf der Angst basiert, nicht mehr gebraucht zu werden, ist das ein bedeutender Schritt. Während frühere Filme diese Nervosität durch neue Spielzeuge, neue Besitzer:innen und zerbrochene Beziehungen nach außen verlagerten, Toy Story 5 internalisiert sie. Woody läuft nicht mehr nur Gefahr, ersetzt zu werden – er altert sichtbar und unumkehrbar.
Die Antagonistin ist diesmal Lilypad, ein Hightech-Tablet in Froschform, gesprochen von Greta Lee, deren Bedrohung eher auf systemischer als auf persönlicher Ebene wirkt. Stanton hat klar gemacht, dass Lilypad keine Schurkin im klassischen Sinne ist. Sie ist ein Produkt, das genau so funktioniert, wie es gedacht ist. Es geht nicht um Gut gegen Böse, sondern um Analog gegen Digital – und der Film scheint sehr genau zu wissen, dass ein Kinder-Tablet als eindimensionaler Bösewicht alles unterlaufen würde, was er eigentlich erzählen will. Conan O’Brien stößt als Smarty Pants dazu, Bad Bunny leiht einer Pizza mit Sonnenbrille seine Stimme, und Alan Cumming tritt als Evil Bullseye, Bullseyes verspieltes Alter Ego, auf – Neuzugänge, die andeuten, dass der Film bereit ist, noch eigenwilliger zu werden als seine Vorgänger.
Stantons Handschrift zeigt sich deutlich in der erzählerischen Struktur. Der Regisseur von Finding Nemo, WALL-E und Finding Dory hat seine filmische Sprache um Protagonist:innen herum aufgebaut, die in ihrer eigenen Welt grundsätzlich deplatziert sind. Woody, ein Cowboy mit Ziehschnur in einer Kindheit, die von Tablets dominiert wird, passt nahtlos in dieses Muster. Die Frage, die Toy Story 5 zu stellen scheint, ist nicht, ob Spielzeuge gegen Technologie gewinnen können, sondern ob das, wofür sie stehen, überhaupt eine Zukunft hat.
Toy Story 5 startet am 19. Juni in den Kinos.



















