Wie Adam Himebauchs Fake-Museum sich einen echten Platz in Tribeca erobert hat
Das New York Museum of Contemporary Art von Adam Himebauch war erst eine Performance – bis es in Tribeca plötzlich verblüffend real wurde.
Zusammenfassung
- Das vom Künstler Adam Himebauch erdachte New York Museum of Contemporary Art wird mit einer Schaufenstergalerie in Tribeca plötzlich verblüffend real
- Das Projekt will Zugang, Realität, Wahrnehmung und Prestige der Kunstwelt radikal infrage stellen
- Seine erste AusstellungIs This Yours der in New York lebenden Künstlerin Olivia Gossett Cooper eröffnet am 23. April
Was macht ein Museum „real“? Sind es scharfzüngige Kritiken oder ein voll besetztes Kurator:innen-Team? Das Gewicht der ausgestellten Künstler:innen oder doch das Marketingbudget? Diese Fragen bilden das Fundament des New York City Museum of Contemporary Art (NYC MOCA), einer Institution, die Performancekunst war – bis sie es nicht mehr war. Ihre Erfindung war ein offenes Geheimnis. Jahrelang existierte das Museum, abgesehen von wenigen Ausstellungen vor Ort, nur an einem einzigen „Ort“: in den Köpfen seines Publikums. Bis jetzt.
NYC MOCA läutet mit seinem ersten festen Standort eine neue Ära ein: einer Schaufenstergalerie im Herzen von Tribeca. In der öffentlich zugänglichen Location in der 79 Walker wird künftig ein wechselndes Programm von Shows aufstrebender wie etablierter Künstler:innen zu sehen sein – den Anfang macht Olivia Gossett CoopersIs This Yours, als erste Position im Programm.
Himebauch „eröffnete“ das Museum erstmals 2022 als Teil seines einjährigen Performance-Projekts „Back To the Future“. In einem NYC-MOCA-Pop-up, Before & Back, montierte Himebauch Archivaufnahmen und -bilder mit seinem eigenen Bild und seinen Werken, um sich wie einen erfolgreichen Künstler der 60er- und 70er-Jahre erscheinen zu lassen. Die Erfindung einer hochkarätigen Kulturinstitution war da der nächste logische Schritt – ein Mittel, um dem Prestige der Kunstwelt und der Fassade kultureller Legitimität noch entschiedener entgegenzutreten.
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In seiner aktuellen Form agiert NYC MOCA als konzeptionelle und kuratorische Plattform, die neu verhandelt, was ein zeitgenössisches Museum heute sein kann. Zum „Board of Directors“ des Projekts gehören Himebauch, Tim Shopa, Andy Glass, Frank Carson und Francesca Pessarelli, die gemeinsam die klassischen Gatekeeper umgehen und das bescheidene Schaufenster in eine vollwertige Kulturinstitution verwandeln wollen.
„NYC MOCA belohnt diejenigen, die den Witz durchschauen, und funktioniert zugleich für alle anderen weiterhin als echtes Museum – die Galerie wird nicht als Ort, sondern als Idee gedacht“, heißt es seitens des Museums. „Der eigentliche ‚Moment der Kunst‘ entsteht, wenn eine neugierige Person erkennt, dass die Institution nicht das ist, was sie vorgibt zu sein.“
Die erste Ausstellung des Museums eröffnet am 23. April an der Ecke Walker St und Cortlandt Alley in Tribeca, New York. Zur Feier des Moments launcht NYC MOCA eine Merch-Kollektion, die stilistisch zurück ins Jahr 1992 springt – das angebliche Gründungsjahr des Hauses.
Mehr dazu gibt es auf NYC MOCAsWebsite, wo alle Details zu finden sind.



















