Zusammenfassung
- Das Whitney Museum of American Art in New York präsentiert seine 82. Biennale, die noch bis zum 23. August läuft.
- Mit Werken von 56 Künstler:innen rückt die Schau Themen wie Beziehungen, Verbundenheit und Vernetzung in den Mittelpunkt.
Am 8. März öffnet das Whitney Museum of American Art die 82. Ausgabe seiner wegweisenden Biennale für das Publikum – mit 56 beteiligten Künstler:innen. Wie der Kritiker Holland Cotter anmerkte, genießt die Ausstellung den Ruf, das Publikum zu spalten – und nach den ersten Reaktionen auf die diesjährige Ausgabe scheint sich diese Tradition fortzusetzen. Man liebt sie oder man hasst sie, doch in einem Punkt ist sich die Kunstwelt offenbar einig: Sie ist eigenartig. Und mit einem Blick auf die Welt da draußen bleibt wenig Raum für Widerspruch.
Diese Bezeichnung passt zu einer Schau, die sich selbst als Pulsmesser des Zustands der amerikanischen Kunst versteht und die Frage neu stellt: Was bedeutet eine solche Kategorie heute überhaupt noch? Anders als in den letzten Ausgaben klammert sich die Whitney-Biennale 2026 nicht an einen einzelnen politischen Auslöser, sondern setzt bewusst auf ein offenes Konzept. Auch ohne übergeordnetes Motto kreist die Ausstellung im weiteren Sinne um Ideen von Verbundenheit.
In den Galerien, in Performances und öffentlichen Programmen untersuchen Künstler:innen Themen von Familienstrukturen über neue Tech-Netzwerke bis hin zu Erinnerung und Mythologien. „Die Whitney Biennial mitzukuratieren, bietet eine einzigartige Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie Künstler:innen – formal wie thematisch – in jenes Ökosystem verstrickt sind, das wir zeitgenössische Kunst nennen“, sagt Marcela Guerrero, die die Schau gemeinsam mit Drew Sawyer kuratiert hat. „Mit dieser Biennale möchten wir ein Netzwerk von Verwandtschaften sichtbar machen, das auf mögliche Formen des Zusammenlebens in dieser Welt verweist.“
Unbedingte Highlights sind „Monument (Altadena)“, in dem Kelly Akashiauf die Brände reagiert, die ihr Zuhause in Altadena, Kalifornien, verwüsteten. Aus leuchtendem Glas gefertigt, rekonstruiert das Werk den einzigen gemauerten Schornstein, der die Zerstörung überstanden hat. In der Museumslobby zeigt Zach Blas „CULTUS“, eine fünfkanalige Videoinstallation, die einen ritualisierten Tech-Workshop innerhalb einer LED-Architektur imaginiert.
Andernorts verwandelt Leo Castañedas „Camoflux Recall Grotto“ den Galerieraum in eine ultra-hochauflösende, spielbare Videospielumgebung, inspiriert von üppigen Landschaften in Brasilien und Florida, während Pat Oleszko eine monumentale, aufblasbare, trötende Narrengestalt mit dem Titel „Blowhard“ präsentiert. Taína H. Cruz, die jüngste Teilnehmerin der Biennale, zeigt neue Graffiti-Arbeiten an den Wänden im fünften Stock und verlängert die Schau über das Museum hinaus auf die Werbefläche an der Gansevoort Street.
Seit 1932 dient die Veranstaltung als Bühne für die wandelnden Strömungen der Kunst. Sie hat sich zu einer der wichtigsten Ausstellungen des Landes entwickelt und Karrieren von Nan Goldin, Paul Pfeiffer, Theaster Gates und vielen weiteren mit angeschoben. Die diesjährige Biennale ist zudem die erste, seit das Museum seine kostenfreien Programme eingeführt hat – und weitet seinen Fokus auf Verbindung und Teilhabe damit konsequent auf das Publikum aus.
Die Whitney-Biennale 2026 ist noch bis zum 23. August zu sehen. Mehr Informationen gibt es auf der Website des Museums.
Whitney Museum of American Art
99 Gansevoort Street,
New York, NY 10014