Valentino zeigt erste Ready-to-Wear-Kollektion seit Garavanis Tod
Statt Micheles Gucci-Maximalismus: eine kunstvoll konstruierte Valentino-Kollektion, geprägt von intellektueller Zurückhaltung, klarer Linie und ästhetischer Balance.
Zusammenfassung
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Alessandro Micheles Valentino-Debüt für FW26 im Palazzo Barberini verabschiedet sich vom Maximalismus seiner Gucci-Ära und setzt stattdessen auf intellektuelle Zurückhaltung und kunstvolle Drapierung.
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Die Kollektion balanciert architektonische Schnitte mit philosophischer Tiefe und setzt auf wandelbare, plissierte Mäntel und elegante Silhouetten, die „subtile Komplexität“ lauten Logos vorziehen.
Wenn Demna bei Gucci radikal auf Optik setzt, dann betreibt Alessandro Michele bei Valentino das intellektuelle Gegenprogramm. Die erste Ready-to-wear-Show des Maison seit Garavanis Tod wurde im historischen Palazzo Barberini in Rom präsentiert. Creative Director Alessandro Michele flankierte die Runway-Show mit einem vierseitigen Essay, in dem er in die Geschichte und die architektonische Identität des Palazzo eintaucht. Die Show Notes sind gespickt mit philosophischen Reflexionen über Architektur, Philosophie und Kultur und nennen Denker wie Friedrich Nietzsche, Walter Benjamin und George Simmel. Gegen Ende erklärt Michele: „Palazzo Barberini ist keine schlichte Kulisse, sondern ein Apparat für kritische Reaktivierung. Weit davon entfernt, nur Gastgeber der Körper zu sein, eignet sich das Gebäude diese an, richtet sie aus und legt sie frei, zwingt zur Auseinandersetzung mit einer Geschichte der Hierarchie und Torsion, von Achsen und Kurven.“
Wie übersetzt sich das in die Kleidung? Michele schärft seinen Ansatz dieser Saison mit einer Dialektik, die „Code und Abweichung, Leichtigkeit und Schwerkraft, Regel und Überfülle, Transparenz und Opazität, Konformität und Überschreitung“ verknüpft. Diese Idee manifestiert sich in Kleidungsstücken, darunter ein wandelbarer Mantel, der auf einer Seite von der Schulter bis zum Saum plissiert ist. An anderer Stelle wird Drapierung anstelle klassischer Schneiderkunst betont. Ein männliches Model trug einen elegant drapierten, mauvefarbenen Rundhalspullover zu klassischen Hosen und Sneakers.
Die Kollektion selbst könnte zu Micheles produktivsten Arbeiten seit seinem Abschied von Gucci und seinem Einstieg ins Haus im Jahr 2024 zählen. Bei Gucci hätte Micheles Ausdruck kaum weiter vom heutigen Valentino entfernt sein können. Während seine Amtszeit dort maximalistisch, ironisch und von Logos dominiert war, präsentiert sich diese Kollektion zurückhaltend, reflektiert und kunstvoll. Klare, klassische Silhouetten erhalten unerwartete Twists. Architektonische Schneiderkunst verschmilzt mit virtuoser Drapierung. Komplexität wird mit Schlichtheit ausbalanciert – und all das geschieht mit wohldosierter, geschmackvoller Subtilität.
Die vollständige Valentino-FW26-Story sehen Sie in der Galerie oben – und bleiben Sie bei Hypebeast dran für die neuesten News und Insights aus der Fashionbranche.



















