'Trying Times': James Blake schließt den Kreis – und startet komplett unabhängig durch
„Früher bin ich Dingen hinterhergerannt. Jetzt habe ich das Gefühl, zu dem zurückzukehren, was mir wirklich wichtig ist“, erzählt der ehemalige Hypebeast Digital-Cover-Star über sein erstes komplett selbst veröffentlichtes Projekt – das gleichzeitig seine bisher liebste Platte ist.
„Ich glaube, ich nehme die Dinge heute einfach bewusster wahr“, reflektierte der frisch unabhängige James Blake während seines Digital-Cover-Shootings auf berührende Weise. „Früher bin ich Dingen hinterhergerannt. Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich zu dem zurückkehre, was mir wirklich wichtig ist.“
Der balladeske Brite hat sich sein ätherisches, elektronisches Universum von Grund auf selbst erschaffen und verfügt inzwischen über ein Werk, das klanglich ebenso weitreichend ist wie umfangreich. Sein neuestes Studio-Projekt in Albumlänge – es ist nicht nur seine siebte Solo-LP, sondern vor allem seine erste Veröffentlichung als unabhängiger Künstler – trägt den Titel Trying Times, und zeichnet Blakes von Synths durchtränkte, von R&B angehauchte kreative Welt noch detailreicher aus.
Er bezeichnet das Album außerdem als sein „Lieblingswerk“ seiner gesamten Diskografie. „Ich glaube, etwas, das diese neue Platte unterscheidet, ist die bewusste Entscheidung, mich mit der Stimme im Zentrum des Ganzen zu verbinden“, erzählte Blake uns im selben Interview.
„Und das Ziel, mich mit den Menschen im Publikum zu verbinden – ganz direkt. Ich mache mich nicht zu einer bloßen Textur in der Gesamtkomposition, sondern zu ihrem Boten. Das begeistert mich. Sonst wäre es ja so, als würde ich enorm viel Energie hineinstecken, Menschen ein Gemälde zu zeigen, auf dem ich nur im Hintergrund zu sehen bin.“
1. Walk Out Music
2. Death Of Love
3. I Had A Dream She Took My Hand
4. Trying Times
5. Make Something Up
6. Didn’t Come To Argue (ft. Monica Martin)
7. Days Go By
8. Doesn’t Just Happen (ft. Dave)
9. Obsession
10. Rest Of Your Life
11. Through The High Wire
12. Feel It Again
13. Just A Little Higher
Über alle Trying Times‘ 13 Tracks hinweg lotet Blake die Bruchlinien unserer zersplitterten Realität aus, greift auf ein breites Spektrum an klanglichen Einflüssen aus den unterschiedlichsten Inspirationsquellen zurück und macht Halt bei einer Vielzahl bitterer Wahrheiten – die sich deutlich leichter schlucken lassen, wenn sie aus Blakes Feder stammen, von ihm produziert und in seine eleganten, unverwechselbaren Melodien getaucht werden.
Eingebettet in unseren dystopischen, digital getriebenen Alltag, Trying Times vereint Intimität und Einsamkeit, klassische rhythmische Motive mit bewährter Blakes’scher Innovationskraft sowie Innenschau mit hochaktuellen Themen – und zieht die Hörer:innen in einen fesselnden Klangkosmos hinein, der auf unheimliche Weise nach 21. Jahrhundert klingt.
„Ich habe das Gefühl, diese neue Musik verdient die Chance zu zeigen, was passiert, wenn ich wirklich alles gebe“, sagte er uns. Dem können wir nur zustimmen. Streamt Trying Times, jetzt überall erhältlich, und werft hier noch einmal einen Blick auf unsere aktuelle Coverstory.



















