Zusammenfassung
- Der neue Creative Director Antonin Tron würdigt für FW26 Balmains Couture-Wurzeln und verbindet Pierre Balmains Drapierungen von 1946 mit einer filmischen Noir-Attitüde.
- Die Kollektion vereint Rousteings urbane Sinnlichkeit mit Trons minimalistischer Atlein-Philosophie und präsentiert eine strengere, business-taugliche Interpretation von Glamour.
Balmain ist ein Modehaus, dessen Erbe fest in der Couture verankert ist – nicht in Koffern, Lederwaren oder klassischer Schneiderei wie bei anderen Maisons. Der neue Creative Director des Labels, Antonin Tron, weiß das genau, und sein Werdegang bildet eine solide Basis für ein starkes Kapitel nach der prägenden Ära von Olivier Rousteing.
Für seine Debütkollektion ließ Tron sich von Pierre Balmains allererster Couture-Kollektion von 1946 und deren Weiterentwicklungen Anfang der 50er-Jahre inspirieren. Ohne genau hinzusehen, könnte man die Archivzitate leicht übersehen. Statt bloßer Wiederholung werden die Details subtil umgesetzt und durch eine verführerische Noir-Sensibilität gefiltert.WWD berichtete, dass das Moodboard des Designers von filmischen Referenzen durchzogen war, darunter Titel wie Tony ScottsThe Hunger und David Lynchs Mulholland Drive.
Die weichen Drapierungen, schmalen Silhouetten und die luxuriöse Schlichtheit der Linie von 1946 ziehen sich durch die gesamte Kollektion. Tiefe V-Ausschnitt-Kleider werden in der Taille akzentuiert, schwarze Lederjacken werden zu Hosen-Looks getragen, die mit schmal zulaufendem Bein die Beine optisch verlängern, und glänzende, opulent verzierte Stoffe erinnern an die couturetauglichen Materialien, die der Gründer einst verwendete. Besonders wiedererkennbar ist der Leopardenprint von 1953, der auf einem Minikleid eingesetzt ist, dessen Saum fließend in ausgefransten Stoff übergeht.
Dennoch ist das glattere, sexier Balmain von Rousteing in einer zeitgenössischen, urbanen Note deutlich spürbar. Die Haare waren streng nach hinten gegelt, einige Models trugen XL-schwarze Sonnenbrillen, und polierte, goldene Hardware funkelte auf dem Runway. Während Rousteings Balmain klar auf maximalen Glamour setzte, zeigt sich Trons Version reduzierter und strenger. Neben verführerischen Ausschnitten und Schlitzen für Abend und Anlass gibt es auch kraftvolle, hochgeschlossene Silhouetten mit markanten Schultern für die Frau, die ganz auf Business fokussiert ist.
Tron schloss sein Studium an der Royal Academy of Fine Arts in Antwerpen gemeinsam mit Kommilitonen wie Glenn Martens und Demna ab. Nach dem Abschluss begann er bei Louis Vuitton, später folgten Stationen bei Givenchy und Saint Laurent. Bei Balenciaga arbeitete Tron unter einer vielseitigen Riege von Creative Directors, darunter Nicolas Ghesquière, Alexander Wang und Demna.
Trons Damenmodemarke Atlein wurde 2016 gegründet und brachte ihm noch im selben Jahr den ANDAM Creative Brand Prize und später 2018 den ANDAM Grand Prize ein. Bekannt für figurbetonte Jersey-Abendkleider, stellt Atlein den weiblichen Körper und sein Zusammenspiel mit dem Kleidungsstück in den Mittelpunkt.
In der Galerie oben gibt es einen detaillierteren Blick auf Balmain FW26 – und auf Hypebeast bleiben Sie mit den neuesten News und Insights aus der Modebranche immer up to date.