Seattle Seahawks sind deine Super-Bowl-LX-Champions
Elf Jahre nach dem Drama an der Goalline holt sich Seattle mit einem 29:13-Sieg seine zweite Lombardi Trophy.
Zusammenfassung
- Die Seattle Seahawks besiegten die New England Patriots im Super Bowl LX mit 29:13 und sicherten sich damit die zweite Meisterschaft der Franchise-Geschichte.
- Kicker Jason Myers stellte mit fünf Field Goals einen Super-Bowl-Rekord ein, während die Defense mehrere Ballverluste von Patriots-Quarterback Drake Maye erzwang.
- Der Sieg fühlt sich an wie eine erzählerische Wiedergutmachung für die Niederlage des Teams 2015 gegen New England und krönt eine Comeback-Saison von Quarterback Sam Darnold.
Elf Jahre nach einer der schmerzhaftesten Niederlagen der Sportgeschichte haben die Seattle Seahawks das Drehbuch endlich umgeschrieben. Am Sonntagabend im Levi’s Stadium in Santa Clara besiegte Seattle die New England Patriots im Super Bowl LX mit 29:13 und holte damit den zweiten Titel der Franchise-Geschichte. In einem Spiel, das als Neuauflage des Super Bowl XLIX – berühmt durch die Interception von Malcolm Butler – angekündigt war, vertrauten die Seahawks auf eine erdrückende Defense und den sicheren Fuß von Kicker Jason Myers, um New England eine ligaweit führende siebte Meisterschaft zu verwehren. Der Triumph vollendet zudem eine kaum für möglich gehaltene Wiedergutmachungsgeschichte von Quarterback Sam Darnold, der nach der Wiederbelebung seiner Karriere im Nordwesten der USA die Lombardi Trophy in die Höhe stemmte.
Über weite Strecken des Abends war das Spiel ein zähes Defensivduell, in dem die Patriots drei Viertel lang ohne Punkte blieben – eine Durststrecke, wie es sie im Super Bowl seit den Minnesota Vikings von 1973 nicht mehr gegeben hatte. Seattles Offense tat sich zwar zunächst schwer, die Endzone zu finden, nutzte aber konsequent die guten Feldpositionen. Jason Myers avancierte zum unerwarteten MVP-Kandidaten, verwandelte fünf Field Goals – darunter eines aus 41 Yards – und stellte damit einen Super-Bowl-Rekord ein, wodurch Seattle mit einer komfortablen 15:0-Führung ins Schlussviertel ging. Patriots-Rookie-Sensation Drake Maye kam unter den grellen Lichtern gar nicht zur Ruhe, stand permanent unter Druck und kassierte fünf Sacks.
Im vierten Viertel brach das Spiel schließlich auf, als Seattles Defense Druck in Punkte verwandelte. Cornerback Devon Witherspoon blitzte Maye, erzwang einen Fumble, den Linebacker Uchenna Nwosu aufnahm und über 45 Yards zum Touchdown zurücktrug – faktisch die Vorentscheidung. Zwar brachte Patriots-Quarterback Drake Maye mit späten Touchdown-Pässen auf Mack Hollins und Rhamondre Stevenson sein Team noch einmal heran, doch das Loch war schlicht zu tief, um es noch zu überwinden. Tight End AJ Barner von Seattle steuerte zudem den ersten Touchdown des Abends bei, als er nach einem weiteren Ballverlust der Patriots einen 16-Yard-Pass von Darnold fing.
Abseits des Spielfelds war der Abend auch kulturell historisch. Der puerto-ricanische Superstar Bad Bunny führte die Apple Music Halftime Show als Headliner an und wurde damit zum ersten Act, der dort überwiegend auf Spanisch performte. Gemeinsam mit Gästen wie Lady Gaga und Ricky Martin brachte er eine „riesige Party“-Atmosphäre aufs Feld und feierte die Latin Culture mitten im Hochdruck der Titelentscheidung. Die Seattle Seahawks kehren nun für eine Siegesparade, die später in der Woche geplant ist, in den Nordwesten der USA zurück, während gleichzeitig offiziell die NFL-Offseason beginnt.
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