Jane Wade FW26 zielt direkt auf den Gipfel
Im selbsternannten „Gorp-Corp“-Style erklimmt die detailverliebte Designerin neue Höhen und erzählt mehr über „The Summit“, ihre bisher abenteuerlichste Kollektion.
Für Herbst/Winter 2026 macht Jane Wade Feierabend. Die Abwesenheitsnotiz ist an, der Urlaub ist eingereicht – und sie zieht hinaus in die große, weite Natur.
In Wades Herbst/Winter-2026-Exkurs, offiziell „The Summit“ betitelt, kündigt sie sinnbildlich ihren Schreibtischjob, löst sich von ihrer gewohnt streng durchkomponierten Corporate-Ästhetik und schlüpft in einen abenteuerlustigen, anpassungsfähigen Archetyp.
„Das Jane-Wade-Girl braucht Pieces, die sich auseinandernehmen und immer wieder neu zusammensetzen lassen“, erzählt Wade im Interview nach der Show. „Sie müssen ihr in allen Facetten ihres Lebens dienen – und mitgehen, wenn sie sich immer wieder neu ausdrückt.“
„The Summit“ ist eine eskapistische Vision von Wades Heimat im Pacific Northwest – sie selbst nennt sie „Gorp-Corp“ – und versucht, den Geist von Portland einzufangen, der auch die Heimat des diesjährigen Footwear-Partners SOREL ist. Gemeinsam präsentierten sie zwei Collab-Modelle auf dem Laufsteg: den SOREL x Jane Wade Callsign Horizon™ Low und den SOREL x Jane Wade Callsign™ Mule Shroud. Die Models – oder besser: Skilift-Operator:innen, Avalanche Rescue und Mountain Patrolers – kombinierten das taktische Schuhwerk mit einigen der bisher gewagtesten, strukturierten Pieces von Wade.
Schon beim Betreten des Warehouse-Space in Brooklyn wurden die Gäste in Wades Heimat Oregon katapultiert und tauchten in ein immersives Berg-Setting ein, gesäumt von Douglas-Fichten sowie Moos- und Efeupolstern. „Ich wollte alle mit nach Hause holen, in mein Zuhause.“ Begrüßt wurden die Besucher:innen mit Hydrojugs auf bankartigen Sitzreihen und Gotham Goods’ neuem Duft „My Sweet Jane“, einer Komposition aus Noten von geräucherter Birke und Eichenmoos.
Wie immer bei Jane Wade endet die Runway-Kollektion nicht auf dem Laufsteg. Sie ist eine eigene Welt im Jane-Wade-Universum.
Entdecke die Kollektion in der Galerie oben und lies unser vollständiges Interview mit Jane Wade unten.
Lass uns ganz am Anfang anfangen: bei dem Film, der vor der Runway-Show lief. Führ mich da einmal durch.
Das Ganze dreht sich um die Footwear-Kollaboration mit Sorel. Sorel kommt aus Portland, und ich komme aus Portland – ich habe also eine enge Verbindung zu der Brand, ich bin mit ihr aufgewachsen. Als wir gefragt haben, ob wir die Marketingkampagne dafür selbst umsetzen dürfen, hatte ich sofort die große Vision, mein gesamtes Team nach Oregon zu fliegen und am Mount Hood zu drehen. Dort war ich früher campen und wandern. Also haben wir den Film teilweise im Sorel-Headquarter in Portland und die andere Hälfte on location am Berg gedreht.
Das Setdesign führt diese Erzählung ja konsequent weiter. Kannst du ein bisschen mehr über diese Komponente der Show erzählen?
Ich wollte, dass das Set wie ein destillierter Moment des Pacific Northwest wirkt. Es gibt Farne, Douglas-Fichten, Efeu und Moos. Ich wollte alle mit zu mir nach Hause holen, dorthin, wo ich aufgewachsen bin, und dieses outdoorsy, wandelbare Girly zeigen. Ich nenne das Ganze „Gorp Corp“.
Sogar bis in die kleinsten Details war alles so fein austariert. Was sind einige deiner liebsten subtilen Momente der Kollektion?
Das Casting hat total Spaß gemacht. Es gab ein Model, das den Charakter „Avalanche Rescue“ verkörperte und ein Seil sowie Steigeisen für Eis trug. Meine Mom hatte einen Eispickel im Haar – meine Mom ist die Show gelaufen!
Das war deine Mom?!
Ja! Meine Mom ist die Show gelaufen! Früher hat sie als Fit-Model für Columbia Sportswear gearbeitet, Sorels Mutterkonzern. Das hat alles noch besonderer gemacht. Sie war auch in der Kampagne – sie war die CEO, eine fiese Figur. Die ganze Kollektion dreht sich um meinen Kindheitsgeist.
Erzähl mir mehr über die Texturen und Stoffe in dieser Kollektion.
In jeder Kollektion spielen wir weiter mit handwerklichen Manipulationen und Texturen. In den letzten Saisons habe ich mit Garn gearbeitet, mit Metall. Diese Saison wollte ich Paracord zum Hauptmaterial machen. Dieses Thema zieht sich durch die kommerzielleren Styles und taucht in kleinen Details auf – an Taschen, bei Bungees – und später in der Kollektion siehst du, wie das rohe Paracord beginnt, die strukturierten Pieces aufzubauen. Wir haben all diese Teile inhouse in unserem Studio gefertigt. Das hat unglaublich Spaß gemacht. Es dauert wochenlang, um nur eines davon zu machen – es braucht totale Konzentration und Hingabe ans Handwerk. Es war eine aufregende Art, diese Verzierungen und Stoffmanipulationen in einem völlig anderen Materialuniversum zu denken.
Eine letzte Frage: Wie fügt sich die „The Summit“-Kollektion in das Jane-Wade-Universum ein?
Ich habe das Gefühl, es gibt immer dieses übergeordnete Thema von einem Girl, das versucht, vor sich selbst zu fliehen oder eine neue Schicht von sich zu entdecken – und in dieser Saison passiert das über die Outdoor-Connection zur Natur. Es gibt immer eine athletische Ebene, aber im Kern geht es um jemanden, der extrem vielschichtig und wandelbar ist. Sie braucht Pieces, die sich auseinandernehmen und wieder neu zusammensetzen lassen und ihr in verschiedenen Facetten ihres Lebens dienen, während sie sich ausdrückt. Das ist sozusagen das Dachthema – aber in dieser Kollektion war es sehr outdoor-fokussiert und nach vorn gerichtet.



















