Kiko Kostadinov Women's FS27: Kleider, die zwischen blickdicht und transparent changieren

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Kiko Kostadinov Women spring summer 2027 SS27 Runway Collection paris fashion week
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Zusammenfassung

Die Frühjahr/Sommer 2027 Damenkollektion von Kiko Kostadinov erforscht, wie sich Kleidungsstücke durch Bewegung verändern, und nutzt dafür Stoffe, die das Licht in unterschiedlicher Intensität durchscheinen lassen

Zu den Key Pieces zählen „Chronotope“-Baumwollkleider, die von transluzentem Nylon durchbrochen werden, nahtlose Tuniken mit Abnähern aus bedrucktem Moiré sowie rechteckige, im Rücken geraffte Mäntel

In Japan gefertigtes Tailoring, neu interpretierte Knitwear und neue Schuh-Designs auf einer eigens entwickelten Kiko Kostadinov-Sohle runden die Kollektion ab

Die Womenswear-Kollektion für Frühjahr/Sommer 2027 von Kiko Kostadinov, entworfen von Laura und Deanna Fanning und in Paris präsentiert, nutzt Garn, Schnitt und Transparenz, um Kleidung zu kreieren, die bei jedem Schritt anders wirkt. Als Inspirationsquelle diente den Schwestern Nanda Vigo, eine Künstlerin der ZERO-Gruppe. Ihre „Cronotopo“-Konstruktionen aus den 1960er-Jahren vereinten Glas, Stahl, Aluminium und Licht, um Räume zu erschaffen, die sich scheinbar bewegen. Die daraus gewonnene Erkenntnis war ebenso praktisch wie konzeptionell: Kleidungsstücke, die ihre Form verändern, sobald die Trägerin geht, sich dreht oder anderen näher kommt.

Die „Chronotope“-Kleider setzen diese Idee wohl am direktesten in Textil um. Sie sind aus Baumwollgarn gesponnen, das für Struktur und einen fließenden Fall sorgt, und werden durch Einsätze aus transluzentem Nylon aufgebrochen, die das Licht sanft durchschimmern lassen. Gehalten in tonalen Weiß- und Blautönen, changieren die Kleider je nach Position der Trägerin zwischen kompakt und transparent. So lässt sich die Silhouette nie auf eine einzige, starre Lesart festlegen.

Konstruktionstricks greifen dieselbe Spannung zwischen Kontrolle und Leichtigkeit auf. Tuniken erhalten allein durch Abnäher eine dreieckige Form; auf Nähte wurde komplett verzichtet, sodass sich die bedruckten Moiré-Stoffe straff und nahtlos an den Körper schmiegen. Auf der leichteren Seite der Kollektion wird hauchzarter Organza zu Slip Dresses und lockeren Kopfbedeckungen drapiert, die auf jeden Lufthauch und jede Bewegung reagieren. Die Outerwear basiert auf einem einfachen Rechteck, das am Rücken gerafft wird. Das sorgt für eine breite Schulterpartie und einen markanten Schwung, der den Mänteln eine Dynamik verleiht, wie man sie sonst eher von Abendroben kennt. Wollkrepp und luftiges Leinen sorgen durchgehend für zusätzliche, subtile Transparenz.

Ein schärferer Kontrapunkt findet sich im Tailoring. Die in Japan gefertigten Anzüge sind mit betonten Schultern und taillierten Abnähern geschnitten und ganz auf die praktischen Ansprüche einer Business-Garderobe zugeschnitten. Klassische Strickwaren werden technisch neu gedacht: Cardigans, Twinsets und Polokleider zeigen sich durch kontrastierende Intarsien, Plissees, Lochstrick-Konstruktionen und abwechselnde Muster-Rapporte in völlig neuem Licht. Falten ziehen sich als beständiges, rhythmisches Element durch die gesamte Kollektion, immer wieder durchbrochen von aufblitzenden Farbakzenten auf ansonsten ruhigen Oberflächen.

Das Schuhwerk erweitert dieses Vokabular konsequent. Geflochtene Lederpumps gesellen sich zu Loafern mit zweifarbigen Ziernähten und einer speziell angefertigten Kiko-Kostadinov-Sohle, während geometrische „Chronotopo“-Sandalen die kantige Formensprache Vigos auf den Boden der Tatsachen holen. Das Make-up, kreiert von der Beauty-Marke OMMAGE, besticht durch ein durchscheinendes, strahlendes Finish – eine subtile Hommage an das ganz besondere Licht Australiens, mit dem die Designerinnen aufgewachsen sind.

Die Location selbst vollendete diese Referenz. Vigos eigene Entwürfe schmückten den Raum – darunter ihre 1971 von Acerbis produzierten „Due Più“-Stühle, flankiert von ihrem Werk „Andromeda“ (1974/2022) sowie dem für Glas Italia gefertigten Objekt „Light-Light“ (2000). Zwischen den Kleidungsstücken platziert, ermöglichten diese Kunstwerke den Gästen einen direkten Vergleich zwischen Vigos Experimenten mit Glas und Licht und der Art und Weise, wie die Fanning-Schwestern diese in tragbare Mode übersetzten.

Sophie Caraan Managing Editor

Sophie Caraan is the Managing Editor at Hypebeast, where she sets the editorial direction, standards, and output strategy for the HQ team. With a decade of editorial experience, she brings both a storyteller's instinct and a strategist's eye — spotlighting the figures and movements that shape the culture across a multitude of lanes. Her tenure is marked by high-impact conversations with the likes of RZA, Mads Mikkelsen, CORTIS, Erling Haaland, Kasing Lung, NIGO, and more.

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