Jim Joe und Lewy wollen, dass du dein Handy weglegst. Beide Künstler haben sich im Graffiti-Bereich einen Namen gemacht und für ihre neue Ausstellung in der New Yorker Market Gallery fahren sie einen Gang zurück, bleiben analog und führen uns zurück zur vergessenen Kunst des Briefeschreibens.
Unter dem Titel Letters to the Editor zeigt die Ausstellung 186 illustrierte Postkarten aus den letzten Jahren. Die Werke wurden zunächst von Jim Joe gezeichnet, dann an Lewy geschickt und von ihm vollendet. Nur wenige Schritte von den Zeichnungen entfernt, die in einer als Galerie umfunktionierten Dachhütte untergebracht sind, befindet sich ein großformatiges Wandgemälde, das eine ziemlich skurrile Straßenszene darstellt.
Die beiden gehören zu den bekanntesten unbekannten Künstlern, deren Inspirationsquellen Virgil Abloh, Drake und Ye umfassen. Zuletzt sahen wir Werke von Jim Joe und Lewy gemeinsam am Set von Louis Vuittons H/W-Schau 2019, das die Form einer von Graffiti geprägten, noch nicht mega-erschlossenen Manhattan-Szene annahm. Zuvor hatten sie mit ihrer Ausstellung Piece of Dirt 2016 800 Gemeinschaftswerke präsentiert.
Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog in limitierter Auflage von Red Lebanese und Autonomous Media Organization, der exklusiv während der Laufzeit bei Market erhältlich ist. In einem im Buch enthaltenen Essay schreibt Dumar Do More Nov 925: „Die beiden nutzen eine alte Technologie. Briefe zu schreiben und sie über USPS zu verschicken, erscheint heute avantgardistisch, nachdem wir uns in den letzten 25 Jahren daran gewöhnt haben, zu simsen, zu mailen und in DMs zu sliden, anstatt Briefe zu schreiben, wie es uns unsere Älteren beigebracht haben.“
„Dieses Projekt besagt, dass ein neues dunkles Zeitalter über uns hereingebrochen ist, das unterdrückt, auslöscht und auf Reset drückt, während die Technologie-Götter mit uns spielen, über uns dunken, uns posterizen“, fährt er fort. „Wir stecken fest und sehen aus wie Michael Jordan, der zuschaut, wie John Starks & Rembrandt Space Jamming mit ihm veranstalten. Wir sind erstarrt wie ein Kaninchen vor der Schlange, während sich die Welt ohne uns weiterdreht – machtlose, gelähmte, ausgediente 16-jährige Spielzeuge.“
Letters to the Editors ist noch bis zum 15. November zu sehen. Besuche die Website der Market Gallery, um deinen Besuch zu buchen.