Es gibt Golfreisen, von denen man zurückkehrt und direkt den nächsten Urlaub braucht. Sie wissen schon, diese Trips, bei denen man eine Runde an die andere reiht und im Auto den Rollkoffer auf dem Schoß balanciert. Aber bei unseren sechs Nächten in den kanadischen Rocky Mountains in diesem September wurde Erholung und Entspannung genauso viel Bedeutung beigemessen wie dem Golfen selbst.
Fairmont empfing unsere Gruppe in drei seiner Berghotels: dem Fairmont Banff Springs, dem Fairmont Chateau Lake Louise und der Fairmont Jasper Park Lodge. Golf spielte eine große Rolle auf unserem Programmplan, mit Runden auf zwei von Stanley Thompson entworfenen Plätzen. Eingerahmt wurden diese Runden von Waldbaden, Wandern, Thermalbädern und so viel Zeit an der frischen Luft, dass die Grenze zwischen Aktivität und Entspannung fließend wurde.
Die Reise war auch eine Einführung in Fairmonts „Wellness Without Walls“-Kampagne, die Anfang des Jahres mit Kylian Mbappé als erstem Wellness-Botschafter der Marke startete. In allen drei Häusern zeigte sich eine klare Botschaft: Es Gästen so einfach wie möglich zu machen, aktiv zu bleiben, sich zu erholen und Zeit in der Natur zu verbringen.
Dank einer Partnerschaft mit Hyperice bietet Fairmont Zugang zu Recovery-Tools wie Normatec-Kompressionsstiefeln, einer Hypervolt-Massagepistole und dem Venom-Wärme- und Vibrationsgurt für den Rücken. Das Nike-Ausrüstungsprogramm löst ein noch profaneres Problem: Man reist mit dem guten Vorsatz an, Sport zu treiben, nur um festzustellen, dass man die falschen Sachen eingepackt hat. Schuhe und Trainingskleidung kann man sich nun einfach für die Dauer des Aufenthalts ausleihen.
Es ist überaus praktisch, auf Reisen solche Annehmlichkeiten zur Verfügung zu haben, besonders wenn man mit leichtem Gepäck unterwegs sein möchte. Im Laufe der Woche zeigte sich jedoch, dass die Orte selbst den stärksten Ausdruck dieses Wellness-Gedankens boten.
Banff: Golfen vor spektakulärer Bergkulisse
Das Fairmont Banff Springs hinterlässt Eindruck, noch bevor man überhaupt etwas unternommen hat. Das schlossartige Hotel versprüht europäische Grandezza, mit steinernen Fluren, historischen Details und einer schieren Größe, die das Sich-ein-wenig-Verlaufen fast schon zum Teil des Aufenthalts macht. Von außen wirkt es wild und imposant; im Inneren scheint es immer noch eine weitere Treppe oder einen verborgenen Raum zu entdecken zu geben.
Unten auf dem Golfplatz haben die Berge ihre ganz eigene architektonische Präsenz. Auf dem von Stanley Thompson entworfenen 18-Loch-Platz rücken sie so nah ins Blickfeld, dass es fast schwerfällt, das Loch vor einem von der sich dahinter auftürmenden Kulisse zu trennen. Da ist der Schlag, den man machen muss – und dann ist da diese Aussicht, die unweigerlich um die Aufmerksamkeit buhlt.
Wir spielten den 18-Loch-Platz sowie den separaten 9-Loch-Platz Tunnel Mountain und erlebten Banff sowohl bei launischem Frühherbstwetter als auch bei strahlendem Sonnenschein. Unter der Wolkendecke wirkte die Landschaft geheimnisvoll und einhüllend. Als die Wolken aufrissen, kamen die umliegenden Gipfel mit einer Klarheit zum Vorschein, die unsere Wahrnehmung des Ortes völlig veränderte.
Der Zeitplan ließ uns auch Raum für Erlebnisse abseits des Golfplatzes. Ein geführter Waldbade-Spaziergang mit einem zertifizierten Guide aus dem Aktivitäten-Team des Resorts bot eine völlig neue Perspektive auf dieselbe Landschaft. Bei den Mahlzeiten kam die Gruppe wieder zusammen, während eine Hyperice-Recovery-Lounge am Clubhaus den sportlichen Aspekt der Reise direkt mit unserer Zeit auf dem Platz verknüpfte.
Lake Louise: Raus in die Natur
Im Fairmont Chateau Lake Louise ist die Verbindung zwischen Hotel und Landschaft noch spürbarer. Das Hotel liegt direkt am Ufer des Lake Louise, eingebettet in den Banff-Nationalpark und das UNESCO-Welterbe der kanadischen Rocky-Mountain-Parks. Das berühmte Postkartenmotiv liegt direkt vor der Tür: türkisfarbenes Wasser, steile Felswände und dahinter der Victoria-Gletscher. Es vom Hotel aus zu bewundern und dann nach draußen zu treten, um plötzlich am Rande dieses Naturwunders zu stehen, ist noch einmal eine völlig andere Erfahrung. Die intensive Farbe des Sees lässt sich durch einen Bildschirm einfach nicht in Gänze erfassen.
Diese unmittelbare Nähe zur Natur prägte unseren Aufenthalt. Eines Morgens brachen wir zu einer etwa vierstündigen geführten Wanderung auf und tauschten das geschäftige Seeufer gegen ruhige Pfade und atemberaubende Ausblicke. Später fuhren wir mit Kanus über den See zurück zum Hotel. Im Laufe eines Tages konnte ein und dieselbe Szenerie etwas sein, das man von Weitem betrachtete, durch das man wanderte oder über das man paddelte.
Einen Golfplatz gibt es am Lake Louise nicht. Dafür erwartete uns hier das intensivste Erholungserlebnis der gesamten Reise. BASIN Glacial Waters, das im September 2025 eröffnete, ergänzt das Hotel, das bereits über ein Spa für klassische Treatments verfügt, um eine Thermalbade-Oase mit Innen- und Außenbereich. Beides zu haben, mag zunächst fast verschwenderisch klingen. Doch sobald man eintritt, wird der Unterschied klar: BASIN konzentriert sich auf Wärme, Kälte, Wasser und Ruhe – und bindet dabei See und Berge nahtlos in das Erlebnis ein.
Unser erster Besuch fand direkt nach der Golfrunde in Banff statt, in Form einer geführten Recovery-Session. Am nächsten Nachmittag kehrten wir für eine längere Auszeit zurück, inklusive eines privaten zweistündigen Zeitfensters, in dem unsere Gruppe die Einrichtungen fotografieren und filmen durfte, bevor die übliche No-Tech-Policy wieder in Kraft trat. Das Ambiente verleitet förmlich zum Verweilen. Zwischen einem Vormittag auf den Wanderwegen und einem Nachmittag in den Thermalbädern fühlte sich ein Tag ganz ohne Golf voll und ganz erfüllt an, ohne jemals überladen zu wirken.
Der Weg nach Jasper
Die Reise Richtung Norden nach Jasper verdient es, ausgiebig genossen zu werden. Der Icefields Parkway schlängelt sich durch eine Landschaft, die unzählige Gründe liefert, anzuhalten. Wir hatten einen klaren Tag für die Fahrt erwischt und legten Stopps an einem Eisfeld, einem Wasserfall, einem See und einem Aussichtspunkt ein. Es gab weit mehr lohnenswerte Haltepunkte, als wir realistischerweise hätten einlegen können. Doch selbst die Strecken dazwischen forderten unsere volle Aufmerksamkeit. Auf weiten Teilen der Route gab es kein Handynetz. Bei so viel Schönheit vor dem Autofenster vermissten wir es allerdings auch keine Sekunde.
Die Fairmont Jasper Park Lodge bot einen weiteren Tempowechsel. Ein zentrales Hauptgebäude bildet das Herzstück der Anlage, während sich rustikale Holzhütten und weitere Unterkünfte um den Lac Beauvert verteilen. Nach der imposanten Größe von Banff Springs und der ständigen Betriebsamkeit rund um Lake Louise fühlte sich Jasper spürbar weitläufiger an. Die Berge waren noch immer da, schienen aber ein wenig zurückzutreten, und die Ankunft fühlte sich an wie ein tiefes Aufatmen.
Der dazugehörige Golfplatz belohnte diese zusätzliche Zeit, die wir in unseren Reiseplan eingebaut hatten. Der Jasper Park Lodge Golf Club, ein weiteres Meisterwerk von Stanley Thompson, beeindruckte uns bereits auf der ersten Runde und wurde auf der zweiten nur noch faszinierender. Die Führung der Bahnen und die strategischen Entscheidungen, die sie einem abverlangen, weisen so viele Feinheiten auf, dass sich Streckenkenntnis hier schnell auszahlt. Hat man ein Loch erst einmal gesehen, weiß man sofort besser, wie man es beim nächsten Mal spielen möchte.
Wir profitierten von lokaler professioneller Expertise, was die Geschichte und Strategie des Platzes betraf. Auf unserer ersten Runde begleitete uns der Associate Golf Professional Nick Armour, dessen Perspektive dem, was wir sahen, einen spannenden Kontext verlieh. Am Ende der zweiten Runde hatten wir ein tieferes Verständnis für den Platz entwickelt und waren mehr als froh, die Chance auf eine Rückkehr gehabt zu haben.
Auch die Nachwirkungen der Waldbrände von 2024 prägten unsere Eindrücke von Jasper. Die Spuren waren deutlich sichtbar und gaben dem Aufenthalt einen Kontext, der über die schöne Landschaft und die Gastfreundschaft hinausging. Neben diesen stillen Erinnerungen erlebten wir jedoch auch eine Destination, die mit offenen Armen wieder Gäste empfängt. Ein freier Nachmittag ließ uns die Wahl, wie aktiv wir noch sein wollten: eine kleine Wanderung, eine Radtour oder vielleicht doch lieber ein Sprung ins Gletscherwasser mit anschließendem Saunagang. Zu diesem Zeitpunkt fühlte sich allein die Freiheit, entscheiden zu können, so wertvoll an wie jede Annehmlichkeit selbst.
In sechs Nächten ließ uns die Reise in drei völlig unterschiedliche Facetten der Rocky Mountains eintauchen: die Zeitkapsel von Banff, die pure Erhabenheit von Lake Louise und die wohltuende Weite von Jasper. Obwohl uns Golf einen vertrauten Zugang zu dieser Landschaft verschaffte, waren es letztlich das Wandern und die Zeit zur Erholung, die uns zeigten, wie man hier so richtig die Seele baumeln lassen kann.