Rockstar-GTA-6-Devs: Britisches Gericht verweigert ihnen Übergangszahlungen
Ein britischer Richter lehnt finanzielle Soforthilfe für Ex-Rockstar-Beschäftigte ab – während Leaks, Union-Busting-Vorwürfe und mögliche GTA-6-Verzögerungen aufeinanderprallen.
Zusammenfassung
- Ein britisches Arbeitsgericht hat 34 ehemaligen Entwickler*innen von Rockstar Games vorläufige Lohnzahlungen verweigert, während ihr Verfahren wegen rechtswidriger Entlassung weiterläuft.
- Rockstar beharrt darauf, dass die Mitarbeitenden entlassen wurden, weil sie in einem gewerkschaftlich betriebenen Discord-Server vertrauliche Informationen über kommende Projekte weitergegeben haben, während die Gewerkschaft IWGB den Schritt als gewerkschaftsfeindliche Vergeltungsmaßnahme einordnet.
- Die Entscheidung ist ein prozessualer Rückschlag für die Beschäftigten, hält den größeren juristischen und kulturellen Kampf um Gewerkschaftsbildung und Leaks bei einem der größten Studios der Games-Branche jedoch sehr lebendig.
Der Konflikt zwischen Rockstar Games und Dutzenden entlassener Grand-Death-Auto-6-Entwickler*innen hat sich zu einem der prägendsten Arbeitskämpfe der modernen Games-Branche entwickelt. Im Zentrum steht ein von der IWGB betriebener Discord-Server, auf dem Mitarbeitende Organisationsgespräche mit Berichten über Arbeitsbedingungen und – nach Darstellung von Rockstar – sensiblen Informationen zu noch unangekündigten Titeln mischten. Die Weigerung des Gerichts, eine einstweilige Verfügung zu erlassen, bedeutet, dass diese Ex-Mitarbeitenden weder auf die Gehaltsliste zurückkehren noch ihren Visaschutz zurückerhalten, solange ihre Klagen wegen rechtswidriger Entlassung umfassend verhandelt werden.
Für Rockstar geht es in dem Verfahren darum, eine seit Jahren zementierte Null-Toleranz-Politik gegenüber Leaks durchzusetzen – nach endloser GTA-6-Spekulation und prominenten Informationspannen. Das Studio argumentiert, es habe Mitarbeitende in Großbritannien und Kanada entlassen, weil sie vertrauliche Details in einem Channel geteilt hätten, in dem sich Ex-Angestellte, ein*e Journalist*in und potenzielle Wettbewerber befanden, und betont, die Kündigungen stünden in keinem Zusammenhang mit einer Gewerkschaftszugehörigkeit. Die IWGB zeichnet ein völlig anderes Bild: Sie spricht von einer überstürzten Massenentlassung, die übliche Ermittlungen, Disziplinarverfahren und Berufungsverfahren umging, und wirft dem Studio verdeckte Überwachung eines privaten Organisationsraums vor. Angesichts von Protesten, politischer Aufmerksamkeit in Großbritannien und der Verschiebung von GTA 6 selbst auf Ende 2026 wiegt das endgültige Urteil des Tribunals nun schwer, wenn es darum geht, wie Macht, Geheimhaltung und Arbeitnehmerrechte an der Spitze des AAA-Gamings aufeinandertreffen.



















