Pane: Vom viralen GAT zum Lifestyle
Wie das unabhängige Label Performance und Eleganz in unseren Alltag übersetzt.
Fast ein Jahrhundert später ist der German Army Trainer relevanter denn je. Von Luxusmodehäusern bis hin zu Sportswear-Brands – sein zurückhaltendes, flaches Design wird von der breiten Masse gefeiert. Obwohl es unzählige Iterationen von GAT-inspirierten Schuhen gibt, gelang Pane mit der Einführung des Light Training NO-GI der Durchbruch. Die chinesische Brand, gegründet 2022, erlangte schnell enorme Aufmerksamkeit, weil viele sich von der dekonstruierten Ästhetik des NO-GI angezogen fühlten. Für Gründer Chen Ning und den Rest des Teams war das erst der Anfang.
Verwurzelt in drei zentralen Designprinzipien – Zeitlosigkeit, Bewegung und Authentizität – greift Pane auf Nings langjährige Erfahrung in maßgeschneiderter Herrenmode zurück, um Schuhe zu kreieren, die für das tägliche Tragen gedacht sind. Indem jedes Berührungspunkt mit der Marke sorgfältig kuratiert wird – von charakteristischen Stores in verschiedenen Regionen bis hin zu bewusst getroffenen Designentscheidungen – möchte sich Pane nahtlos in deine persönliche Rotation einfügen.
Wir sind erst wenige Monate entfernt vom Launch seiner globalen Website, und Pane ist auf dem besten Weg, seine globale Präsenz bis 2026 weiter auszubauen. Wir haben mit dem Team gesprochen – über Unabhängigkeit, Zurückhaltung und die Frage, was es bedeutet, Schuhe zu entwerfen, die sich einfach richtig anfühlen.
Ganz direkt gefragt: Was ist Pane?
Auf den ersten Blick macht Pane Schuhe und Apparel. Doch hinter jedem Design steht die Mission, Menschen zu ermöglichen, ihren Alltag komfortabel, elegant und zugleich treu zu sich selbst zu leben. Es geht dabei nicht nur um einen simplen Kaufakt, sondern um eine langfristige soziale Erfahrung. Die gesamte Interaktion wird mitgedacht – von den charakteristischen Offline-Stores bis hin dazu, wie sich Pane-Objekte mit einem guten Buch oder einem Kaffee ergänzen.
Gibt es bestimmte Inspirationsquellen, die diese übergeordnete Vision prägen?
Eine klar erkennbare Kluft bei der Schuhwahl von Frauen in Städten: Am einen Ende des Spektrums stehen klassische, formelle Optionen wie High Heels, am anderen Ende Lifestyle-Schuhe, die klar in der DNA von Performance-Brands verankert sind. Pane soll genau diese Lücke schließen und eine „stille Selbstsicherheit“ bieten – durch die Kombination aus technischen Details und eleganter Ästhetik.
Wer ist die Zielgruppe von Pane?
Seit der Gründung von Pane legen wir den Fokus auf Konsument:innen zwischen 25 und 45 Jahren, überwiegend weiblich. Zu unserer Überraschung hat unsere Arbeit jedoch auch stark bei Männern Anklang gefunden. Anfangs waren 70–80 % unserer Instagram-Follower männlich – damit hatten wir nicht gerechnet. Entsprechend erhielten wir viele Anfragen nach erweiterten Größen bei Modellen wie dem Zephyr Training, der von Ballettschuhen inspiriert ist.
„Hinter jedem Design steht die Mission, Menschen zu ermöglichen, ihren Alltag komfortabel, elegant und im Einklang mit sich selbst zu erleben.“
Die Brand beginnt bereits, sich global eine eigene Position zu erarbeiten. Wie geht Pane auf seine unterschiedlichen, wachsenden Zielgruppen in den einzelnen Regionen ein?
Wir sprechen mit vielen verschiedenen Akzenten, aber wir haben eine gemeinsame Sprache. Ein Schuh wie der Light Training NO-GI wird immer auf dieselbe Weise gefertigt – was sich ändert, ist die Art und Weise, wie wir in den unterschiedlichen Regionen in das Leben der Menschen eintreten.
In China positionieren wir uns bewusst in dynamischen, hochwertigen Retail-Hubs, in denen Performance und Style koexistieren. Jeder unserer Offline-Stores steht unter einem eigenen Thema, das sich um ein Urlaubsgefühl dreht. So liegt der Store in Guangzhou beispielsweise in einem Resort-Areal – wir greifen das auf mit einer hauseigenen Beverage-Bar und einem Tennisplatz, der sich gerade im Bau befindet.
International haben wir uns bereits eine starke Community in Japan, Bangkok und den USA aufgebaut. Dieses Jahr wollen wir unsere ersten Overseas-Stores in Thailand eröffnen und von dort aus langsam expandieren – inklusive Showrooms in Europa und Nordamerika.
Was ist das Schwierigste daran, unabhängig zu agieren – und wie meistert ihr das, ohne beim Produkt Kompromisse einzugehen?
Die größte Herausforderung der Unabhängigkeit besteht darin, mit dem Druck von Skalierung und Marktpräsenz umzugehen und gleichzeitig unserem Anspruch an sorgfältige Handwerkskunst und unsere langfristige Vision treu zu bleiben. Wir sehen diese Faktoren jedoch nicht als Limitierungen, sondern als bewusste Design-Constraints, die Disziplin und Klarheit in unserem Prozess einfordern.
Euer Remake des German Army Trainer, der Light Training NO-GI, hat Pane einem riesigen Publikum vorgestellt. Wie hat dieses plötzliche Momentum euren Umgang mit Design, Tempo und Storytelling im Anschluss geprägt?
Es war weniger ein Wendepunkt als vielmehr eine starke Bestätigung unserer Gründungsphilosophie. Dieser Moment hat gezeigt, dass moderne Konsument:innen Authentizität und langlebiges Design über kurzlebige Trends stellen. Darauf aufbauend konnten wir strategisch expandieren – mit neuen offiziellen Stores und kuratierten Wholesale-Partnerschaften.
„Wir sprechen mit vielen verschiedenen Akzenten, aber wir haben eine gemeinsame Sprache.“
Wie geht Pane bei der Kuratierung seines Silhouetten-Portfolios vor?
Zunächst war es wichtig für uns, unsere Signature-Modelle zu finden – Designs, die man sofort als Pane erkennt. Anders als große Schuhbrands, die solche Modelle über viele Jahre entwickeln, wollen wir jedes Jahr, wenn nicht sogar halbjährlich, neue Designs einführen.
Auf der Apparel-Seite sind wir bewusst schlicht gestartet: Graphic Tees, Hoodies und Ähnliches. Mit Blick auf zukünftige Showrooms im Ausland ist es uns wichtig, eine vollständige Ergänzung zu unserer Footwear-Auswahl zu bieten. Daher hat der Aufbau einer klar strukturierten Apparel-Linie für uns Priorität.
Wenn wir ans Ende von 2026 vorspulen – wie sähe ein erfolgreiches Jahr für Pane aus?
Es gibt zwei konkrete Szenarien, die mir als Fixpunkte für Erfolg in den Sinn kommen. Das erste: ein ganz normaler Dienstagabend in Shanghai. Jemand kommt von der Arbeit nach Hause, nimmt ein Paar Pane-Sneaker an der Haustür entgegen und denkt gar nicht weiter darüber nach – weil sie zur natürlichen Wahl im Alltag geworden sind, um sich entspannt und zugleich präsentabel zu fühlen. Das zweite: ein Morgen in Paris. Jemand läuft an einem Store vorbei und sieht Pane-Schuhe neben einer lokalen Brand, mit der er oder sie aufgewachsen ist – die neue Präsenz fällt auf, fühlt sich aber selbstverständlich und stimmig an.
Diesen Beitrag auf Instagram ansehen



















