Heikki Salonen und Salomon: Das nächste Kapitel der Brand
Der erste Creative Director der Brand über das Wiederverbinden von Innovation und Heritage – ohne den Berg aus den Augen zu verlieren.
Anfang dieser Woche wurde Heikki Salonen zum ersten Creative Director von Salomon ernannt, nach zwölf Jahren bei MM6 Maison Margiela. An seiner Seite steht eine langjährige Weggefährtin: Laura Herbst übernimmt die Rolle der Studio Director nach Stationen bei MM6 Maison Margiela und Céline. Für Salomon, eine Marke, die seit ihrer Gründung in den 1940er-Jahren tief in Performance verwurzelt ist, stellte sich für einige die Frage, ob diese Ernennungen einen Strategiewechsel für das französische Label markieren. Der Aufstieg zur Go-to-Marke für modebewusste Konsument:innen ist gut dokumentiert. Von der ersten Präsentation auf dem Runway der Spring/Summer-2017-Show „Post Humanism“ von Boris Bidjan Saberi bis hin zur Rolle als prägende Footwear-Brand der Gorpcore-Bewegung zum Ende des vergangenen Jahrzehnts hat Salomon zwei klar unterscheidbare Zielgruppen aufgebaut: jene, die von Performance getrieben sind, und jene, die sich von Fashion angezogen fühlen.
Von außen betrachtet könnte dieser Schritt wie ein radikaler Kurswechsel wirken. Von innen geht es jedoch um Konsolidierung. Unser Gespräch mit Salonen und dem Salomon-Team unten macht deutlich, dass es sich nicht um eine Neuausrichtung handelt, sondern um eine Vereinheitlichung, die den Performance-Anspruch in allem, was die Marke zeigt, noch konsequenter in den Mittelpunkt rückt.
Mit Heikkis Ernennung: Dürfen wir einen starken Fokus auf völlig neue Footwear-Modelle von Salomon erwarten – oder vielmehr eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Markenarchiv?
Heikki ist nicht da, um sich zwischen Innovation und Heritage zu entscheiden – er ist da, um beides über Performance-Credibility wieder miteinander zu verbinden. Zu erwarten sind neue Produktausprägungen, die klar von Sport und konkreten Einsatzzwecken getrieben sind, ergänzt durch gezielte Reinterpretationen ikonischer Franchises, sofern sie bis heute einen echten Bedarf erfüllen. Der Filter ist simpel: zuerst Funktion, dann Validierung durch Athlet:innen und tatsächliche Nutzung – und schließlich zeitgemäße Relevanz.
Vor dem Hintergrund seiner Erfahrung bei MM6: Wie stellt sich Heikki die Weiterentwicklung der MM6 × Salomon-Partnerschaft vor?
Die MM6 x Salomon-Partnerschaft bleibt eine fokussierte Kollaboration mit eigener kreativer Spur und eigener Governance. Heikkis Ernennung ändert weder das bestehende Agreement noch die aktuelle Ambition – die Zusammenarbeit läuft wie geplant weiter, getragen von gegenseitigem Respekt und dem gemeinsamen Interesse, die Designsprache weiter auszureizen. Darüber hinaus werden wir weiterhin Partnerschaften eingehen, die unseren Blickwinkel herausfordern, ohne Salomons Performance-DNA zu verwässern.
Wie plant Salomon, seine Performance-DNA mit der wachsenden Lifestyle-Nachfrage in Einklang zu bringen?
Performance ist für uns keine Säule unter vielen – sie ist die Quelle. Unser Ansatz ist nicht, Performance zu verwässern, sondern sie in einen modernen Mountain-Sports-Lifestyle zu übersetzen. Wir starten bei Sport, Terrain und Nutzung; daraus entwickeln wir Design, Kultur und Alltagsrelevanz – niemals umgekehrt. Wenn ein Produkt in den Bergen wirklich glaubwürdig ist, findet es seinen Weg ganz selbstverständlich in die Stadt.
Jenseits des Produkts: Wie stellt sich Heikki die Weiterentwicklung des gesamten Salomon-Markenerlebnisses vor?
Heikkis Verantwortungsbereich geht weit über das reine Produktdesign hinaus – es geht darum, das gesamte Salomon-Erlebnis zu schärfen. Das bedeutet, Produktdesign, Retail-Inszenierung, Kampagnen und Aktivierungen entlang einer klaren kreativen Vision moderner Mountain-Sports-Kultur auszurichten. Das Ziel ist Konsequenz: Begegnet jemand Salomon – über eine:n Athlet:in, einen Store, eine Collaboration oder eine Kampagne –, soll es sich immer nach derselben Marke anfühlen, mit derselben Performance-Credibility.
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