Bertone Runabout belebt die 1969er-Ikone als 475-PS-V6-Klassiker neu
Lotus-inspiriertes Chassis, kompressoraufgeladener Toyota-V6 und nur 25 handgefertigte Exemplare starten die neue Bertone-Classic-Linie.
Zusammenfassung
- Bertone hat den Runabout aus dem Mythos der Concept Cars in einen straßenzugelassenen, streng limitierten V6-Sportwagen überführt, der seinen Namensvetter, den Autobianchi A112 Runabout von 1969, mit scharf gezeichneten Keilflächen und markanten Neo-Retro-Details neu interpretiert.
- Aufgebaut um ein leichtes, von Lotus abgeleitetes, verklebtes Aluminium-Chassis mit Karosserieteilen aus Carbon, kombiniert der Runabout einen mittig verbauten, kompressoraufgeladenen 3,5-Liter-Toyota-V6 mit einem sechsgängigen Handschaltgetriebe mit offener Schaltkulisse und liefert so rund 475 PS, den Sprint von 0–100 km/h in etwas über vier Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von rund 270 km/h.
- Die Produktion ist auf 25 Exemplare limitiert, aufgeteilt in eine puristische Barchetta und eine alltagstauglichere Targa-Karosserievariante; jedes Fahrzeug kostet als erstes Modell der neuen Bertone-Classic-Linie rund 390.000 € vor Steuern.
Der wiederauferstandene Bertone Runabout ist weit mehr als nur ein nostalgischer Aufguss. Er markiert den Moment, in dem das legendäre italienische Designhaus beweist, dass es sein eigenes Archiv plündern und dabei dennoch absolut zeitgemäß wirken kann. Mehr als fünf Jahrzehnte nachdem Marcello Gandinis Autobianchi A112 Runabout die Idee des kompakten Sportwagens neu verdrahtet hat, greift der neue Zweisitzer diese Speedboat-trifft-Keil-Silhouette auf und katapultiert sie in eine Realität des Jahres 2026, geprägt von Carbon, Regularien für Kleinserien und ernstzunehmendem Kapital. Die Abmessungen bleiben Miata-klein, doch Haltung und Flächenspiel sind pures Bertone – vom ultratiefen Bug mit Klappscheinwerfern bis zum coda-tronca-Heck über breiten, gestaffelten Pneus.
Unter dem Blech wird die Romantik von hochkarätiger Technik getragen. Eine Lotus-artige, stranggepresste und verklebte Aluminium-Wanne trägt von Hand laminierte Carbon-Paneele, um das Gewicht bei rund 1.057 kg zu halten, während ein mittig verbauter, aufgeladener 3,5-Liter-Toyota-V6 etwa 468–475 PS über ein eng abgestuftes Sechsgang-Getriebe mit offener Metallschaltkulisse an die Hinterachse schickt. Doppelquerlenker mit vielfach einstellbaren Dämpfern und Stabilisatoren, geschmiedete 18/19-Zoll-Räder und kraftvolle Bremsen verleihen dem Runabout echtes Trackday-Potenzial – auch wenn die meisten Exemplare wohl in klimatisierten Garagen residieren werden. Innen greift ein bootsähnliches Cockpit die maritime Inspiration auf: mit tiefer Sitzposition, einem einzelnen digitalen Drehzahlmesser, einem Armaturenbrett wie ein minimalistisches Deck und analogen Touchpoints wie dem geschlitzten Schalthebel und einem Kompass im Yacht-Stil.
Entscheidend ist zudem: Der Runabout markiert auch den Start der brandneuen Bertone-Runabout Linie – einer kuratierten Serie von extrem Kleinserien-Reinterpretationen aus der eigenen Markenmythologie. Ob als offene Barchetta, die den Luftstrom zum Teil des Erlebnisses macht, oder als Targa mit abnehmbarem Carbon-Dach und vollwertiger Windschutzscheibe: Jedes Exemplar ist ein maßgeschneidertes Objekt mit weitreichender Individualisierung von Farben und Materialien – von Exterieurs in Retro-Kupfer und mediterranem Blau über zweifarbige Lederinterieurs bis hin zu maßgefertigtem Gepäck und sogar Helmen. Ein Preisniveau um 390.000 € und eine Auflage von nur 25 Bauplätzen inszenieren den Runabout weniger als vernünftige Anschaffung denn als rollendes Designmanifest für Sammler, die sich an die ursprüngliche Keil-Ära erinnern – oder bereit sind, sie auf ihre eigene Weise zu entdecken.





















