Stephen Burks erschafft eine kunstvolle hölzerne „Ceremonial Site“
Gemeinsam mit Alpi würdigt der Designer die Textilien des alten Kuba-Königreichs und verwandelt Holzfurnier in eine lebendige, stoffartige Installation.
Der italienische Materialhersteller Alpi hat sich mit Stephen Burks Man Made zusammengeschlossen, um eine Installation zu schaffen, die von der Kunst und den Zeremonien des alten Kuba-Königreichs inspiriert ist.
Auf der diesjährigen Messe Design Miami zu sehen: Die Installation „The Lost Cloth Object“ besteht aus vier zentralen Elementen, die jeweils aus Holzfurnier von Alpi gefertigt sind.
Mit diesem Material entwickelte Burks ein hölzernes Muster, das von Kuba-Textilien inspiriert ist, und verwandelte gemeinsam mit den Handwerker:innen von Alpi die feste Oberfläche in etwas, das die Bewegung von Stoff suggeriert. Über alle Elemente der Installation hinweg sind die einzelnen Partien meisterhaft aufeinander abgestimmt. Obwohl er es als Herausforderung beschreibt, sagt Alpi-Präsident Vittorio Alpi, dass gerade solche Projekte das Material, das seine Familie nun bereits in der dritten Generation produziert, wirklich zum Leben erwecken.
„Als Stephen The Lost Cloth Object vorschlug, fühlte sich das an wie ein Moment magischer Kreativität“, sagt er. „Es steht für die Betrachtung von Design als kulturelle Praxis, und seine visuelle Sprache interpretiert das Material neu und erfindet es, um eine neue Geschichte zu erzählen.“
Burks, der Stephen Burks Man Made bereits 2003 gegründet hat und heute gemeinsam mit Malika Leiper arbeitet, ließ sich zu diesem besonderen Muster nach einer Reise nach Kinshasa inspirieren – und davon, unmittelbar von den Praktiker:innen der Kuba-Künste zu lernen.
„Uns geht es nicht darum, die wunderschönen, prestigeträchtigen Stoffe zu imitieren, die in Museen auf der ganzen Welt zu sehen sind“, sagt er. „Im Gegenteil: Uns interessiert ein hybrides Projekt, das Raum für neue Ausdrucksformen von Kuba in neuen Materialien schafft – in Zusammenarbeit mit Industriebetrieben wie Alpi –, um die Traditionen der Kuba-Künste in die Zukunft zu tragen.“
Mit dieser Motivation im Hinterkopf machte sich Burks daran, die Installation selbst zu entwerfen, die er als „ceremonial site“ beschreibt. Auch wenn er die Nutzung der einzelnen Elemente in diesem Arrangement nicht strikt vorgeben möchte – „Das ist kein fertiges Produkt, sondern ein Hinterfragen von Design- und Materialpraxis“ –, steht sie auf einer Plattform und umfasst, was man als Schaukelhocker, schaukelnden Ottomanen und geschwungene Raumtrennung bezeichnen könnte.
Neben der Inspiration, die Burks in den Kuba-Textilien fand, fühlte er sich auch von der Geschichte von Alpi angezogen, mit einigen der renommiertesten Designer Italiens zusammenzuarbeiten, darunter Alessandro Mendini und Ettore Sottsass.
„Es war für uns eine kraftvolle Erfahrung, diese Verbindung herzustellen, die afrikanische kulturelle Bewegungen mit italienischen kulturellen Bewegungen zusammenbringt“, sagt er.
The Lost Cloth Object ist noch bis zum 7. Dezember im Rahmen einer kleinen, von Glenn Adamson kuratierten Gruppenschau auf der Design Miami zu sehen.



















