„Still Life“: Einblick in die Welt von Kohshin Finley
Ein einfühlsamer Dialog aus Keramik und Malerei – jetzt in der Galerie Jeffrey Deitch zu sehen.
Zusammenfassung
- Jeffrey Deitch Los Angeles zeigt derzeit Still Life, eine neue Soloausstellung von Kohshin Finley, die noch bis zum 17. Januar zu sehen ist.
- Die Ausstellung bringt Kohshins berühmte Ölporträts in Graustufen in einen künstlerischen Dialog mit seiner Keramikpraxis.
Kohshin Finley hat sich mit Porträts einen Namen gemacht. Leinwände mit engen Freund:innen und Weggefährt:innen, festgehalten in opulenten Graustufen aus Ölfarbe. Ihnen wohnt eine entwaffnende Kraft inne – nicht, weil seine Sujets sie nötig hätten, sondern weil sie in Momenten der Ruhe eingefangen sind, als befänden sie sich in einem Gespräch mit dem oder der Betrachter:in – zwei Menschen, die gerade dabei sind, einander zu ergründen.
Vor einigen Jahren entdeckte er seine Liebe zur Keramik wieder. Von ihrer unverfälschten Qualität angezogen, begann Finley, sie in sein Œuvre zu integrieren – und erweiterte seine künstlerische Welt um etwas Funktionaleres, Ursprünglicheres. Seine neue Einzelausstellung, Still Life, rückt diesen Dialog zwischen Keramik und Malerei noch deutlicher in den Fokus.
Inszeniert bei Jeffrey Deitch in Los Angeles, der Heimatstadt des Künstlers, zeigt sich Finley so ambitioniert wie nie: Über ein Dutzend seiner bekannten Ölporträts sind in eigens angefertigte Holzassemblagen von Lucas Raynaud eingebettet, von denen viele seine Steingut-Elemente aufnehmen.
Jedes Gemälde zeigt eine Figur, die sowohl für Finleys persönliches Leben als auch für die kulturelle Landschaft der Stadt prägend ist. Schauspieler Lionel Boyce sitzt neben Designer Chris Gibbs. Ein zartes Porträt von Mia Carucci und Mario Ayala hängt hoch oben, während Künstlerin Diana Yesenia Alvarado entspannt auf zwei Regalbrettern thronend zu entdecken ist.
Über Keramiken und Untermalungen hinweg – nur aus dem richtigen Blickwinkel sichtbar – lotet Finley den emotionalen Grundton der Werke in hingeworfenen Verszeilen aus, „nicht immer lesbar, aber immer da“, wie der Künstler erklärt, „so wie die Geschichten, die wir in unseren Körpern tragen.“
„Schreiben ist eine Art, Existenz sichtbar zu machen“, sagte er kürzlich in einem Interview. „Dass das wie ein Fingerabdruck die Grundlage für fast alles bildet, was ich tue, bedeutet für mich: Bevor irgendetwas anderes da war, war jemand hier.“
Still Life ist jetzt in Ausstellung in Los Angeles und dort bis zum 17. Januar 2026 zu sehen.
Jeffrey Deitch Los Angeles
925 N Orange Dr,
Los Angeles, CA 90038



















