Dieses neu interpretierte Londoner Reihenhaus vereint Alltagsleben mit spektakulärem Bühnen-Design
Zum Leben erweckt vom Architecture-&-Ideas-Studio CAN.
Zusammenfassung
- Das Druid Grove House, entworfen von CAN, stellt das klassische Londoner Reihenhaus mit hyperrealen Naturelementen auf den Kopf.
- Eklektische Interieurs setzen auf kräftige Farben, maßgefertigte Materialien und organische Gesten, um Theatralik und wohnliche Intimität in Balance zu bringen.
Das Druid Grove House in East Dulwich, entworfen vom Architecture-&-Ideas-Studio CAN, denkt das traditionelle Londoner Reihenhaus als hyperreales Naturrefugium neu. Konzipiert für eine:n bildende:n Künstler:in, erweitert und erneuert das Projekt ein Dreizimmerhaus zu einem materialreichen Ambiente, das sich teils wie Bühnenbild, teils wie privater Rückzugsort anfühlt.
Inspiriert von nicht-architektonischen Referenzen wie surrealen Naturszenen, Stahlstrukturen und floralen Arrangements übersetzte Chefarchitekt Mat Barnes die Vision der Auftraggeber:innen in ein dynamisches Wohnhaus, das Tageslicht maximiert und zugleich eklektische Texturen und kraftvolle Gesten feiert. Entstanden ist ein Zuhause, das Intimität und Theatralik austariert und den Alltag in eine mystische, imaginative Atmosphäre einbettet.
Der Entwurf von CAN kombiniert subtile Umorganisation mit mutigen architektonischen Gesten, um den Fluss des Erdgeschosses zu öffnen und das Tageslicht maximal hereinzuholen. Dazu gehörten der Rückbau einer zentralen tragenden Wand und ein halbmeterweiter Anbau zum Garten. Der Grundriss wurde um ein zentrales Entree neu organisiert, das von einem dunklen, wenig genutzten Esszimmer zu einem prägenden Eingangssalon mit Bar transformiert wurde. Seitlich flankiert ein Paar höhlenartiger Öffnungen diesen Raum, hinter denen Schiebetüren in Wandtaschen verschwinden und die Bühne bereiten für die grob gespachtelte Textur von Küche und Essbereich. Für visuelle Kontinuität ist das vordere Wohnzimmer vollständig in cremigem Weiß gestrichen, das dezent mit den geölten Douglasien-Sperrholz-Dielen kontrastiert.
Die Küche, einst ein dunkler Seitenanbau, wurde radikal in einen offenen, maßgeschneiderten Raum mit einer vier Meter langen, mäandernden Kochinsel aus Edelstahl verwandelt. Diese Insel mit integrierten Kochfeldern und vollständig eingeschweißter Spüle für einen nahtlosen Look besteht aus zwei Teilen, die per Kran durch das Wohnzimmerfenster eingebracht wurden. Die angrenzende neue Speisekammer verbindet Maßanfertigung mit Standardsystemen: IKEA-Module sind mit Douglasien-Sperrholz verkleidet, das mit warmem, verbrannt orangem Leinöl lasiert ist. Verstärkt wird der Eindruck überzeichneter Naturformen durch hölzerne Dachträger, die wie wachsende Ranken gedacht sind, blassgrün lasiert, vor Ort aufgezeichnet und von der Baufirma von Hand ausgeschnitten.
In den oberen Etagen setzen sich der materielle Reichtum und die konzeptionelle Verspieltheit fort. Eine Wechselstufentreppe verbindet das Hauptschlafzimmer mit einer erhaltenen Galerieebene, auf der eine freistehende Badewanne einen privaten, kontemplativen Rückzugsort unter den Dachschrägen bildet. Das Duschbad wird von einer markanten grünen Terrazzo-Duschwand mit bewusst gebrochenen Kanten geprägt, die die organischen Gesten im ganzen Haus aufgreift.
Im Garten wird die Architektur von einem fantasievollen Privatsphäre-Element verankert: einem einzelnen, kolossalen Menhir. Dieser urzeitliche Findling, von Auftraggeber:in und Architekt in Cornwall ausgewählt, wurde sicher per Kran über das Haus gehoben und fungiert als physischer wie symbolischer Anker – er verstärkt die elementare, schützende Geborgenheit des Hauses.



















