Zusammenfassung
- Anthony Joshua sicherte sich im Hard Rock Stadium in Miami einen K.o.-Sieg in der sechsten Runde gegen Jake Paul – live und weltweit auf Netflix übertragen.
- Joshua dominierte die Punktezettel mit entscheidenden Niederschlägen in der dritten und fünften Runde, bevor der endgültige Abbruch in der sechsten Runde erfolgte.
- Nach dem Sieg forderte Joshua das lang ersehnte Duell mit Tyson Fury und machte unmissverständlich klar, dass er 2026 wieder an die Spitze der Schwergewichtsklasse zurückkehren will.
Das „Problem Child“ erlebte seine längst fällige Abrechnung vor ausverkauftem Haus in Miami und Millionen von Streaming-Zuschauer:innen, als Anthony Joshua eine klinisch präzise Schwergewichts-Lehrstunde ablieferte und Jake Paul in der sechsten Runde stoppte. Als Headliner von Netflix’ neuestem Ausflug in den Live-Kampfsport zeigte der Fight, dass Paul zwar unbestreitbaren Biss mitbringt, die brachiale Wucht eines Olympiasiegers und ehemaligen vereinigten Champions jedoch eine völlig andere Liga ist.
Die systematische Demontage begann in Runde 3, als Joshua das Ende der Honeymoon-Phase mit einer krachenden Rechten einläutete, die Paul zu Boden schickte. Obwohl Paul enormen Kampfgeist bewies und den Anzählvorgang überstand, war die Wende unumkehrbar. Spätestens in Runde 5 waren die körperlichen Spuren unübersehbar: Joshua attackierte konsequent den Körper und schickte Paul mit einem wuchtigen linken Haken ein zweites Mal zu Boden – der vom Cruiserweight zum Heavyweight aufgestiegene Star wirkte sichtbar angeschlagen. Das Finale folgte früh in der sechsten Runde, als Joshua eine massive Overhand-Right zündete, die Paul einknicken ließ und den Ringrichter veranlasste, den Kampf sofort abzubrechen. Nach dem Fight sprach Paul über die Rechte von AJ und meinte: „Ich glaube übrigens, mein Kiefer ist gebrochen … er ist definitiv gebrochen.“ Auf die Frage, ob er bald wieder kämpfen werde, sagte Paul, er sei „seit sechs Jahren am Anschlag“ gewesen und nun bereit, eine Pause einzulegen und „den gebrochenen Kiefer heilen zu lassen“.
Im Interview nach dem Kampf zeigte sich Joshua als Vollprofi, zollte Paul Respekt für seine starke Leistung und dafür, dass er „immer und immer wieder versucht“ habe, und würdigte die enorme weltweite Aufmerksamkeit, die Paul dem Sport beschert. Doch der Ton kippte von Respekt zu Rivalität, als AJ eine donnernde Herausforderung an Tyson Fury aussprach: „Wenn Tyson Fury es ernst meint und seine Twitter-Finger ruhen lässt, sich stattdessen Handschuhe anzieht und kommt, um zu kämpfen … dann steig als Nächster mit mir in den Ring, wenn du wirklich ein richtiger Bad Boy bist“, erklärte Joshua.