Bobby Hundreds über seinen Job bei Disney: neue Formel 1 Collab enthüllt
Die Streetwear-Legende leitete bei Disney Consumer Products das Kreativteam und gab damit den Startschuss für die aufregende Partnerschaft.
Disney und die Formel 1 – zwei Titanen ihrer jeweiligen Sphären – sind endlich vereint. Das Power-Duo kündigte Anfang des Jahres eine neue Partnerschaft an und ist nun bereit, zu zeigen, woran es gearbeitet hat. Nicht nur geben Mickey & Friends beim Formel 1 Las Vegas Grand Prix in diesem Monat ihr Stelldichein, auch die erste gemeinsame Modekollektion ist da.
Knapp ein halbes Jahr nach der Ankündigung seines neuen Postens als Vice President Creative, Americas, bei Disney Consumer Products hat Bobby Kim, besser bekannt als Bobby Hundreds, das Kreativteam bei der Gestaltung der Debütkollektion Disney x Formel 1 angeführt. Wir haben die Streetwear-Legende getroffen, um über die 25-teilige Kollektion, seine Rolle bei Disney, die Power von Kollaborationen und mehr zu sprechen.
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Als du deinen Wechsel zu Disney verkündet hast, war die Reaktion aus deiner Community überwältigend positiv. Was hat dieser Moment für dich bedeutet?
Für alle, die meine Arbeit in den letzten zwei Jahrzehnten verfolgt haben, liegt dieser Schritt absolut auf der Hand. The Walt Disney Company und Walts Werk haben meine Arbeit stets geprägt. Die Art, wie Walt Erlebnisse mit Produkten, Entertainment und Storytelling verknüpfte, hat mich – wie viele andere Kreative meiner Generation und darüber hinaus – inspiriert. Der Adam Bomb war zum Beispiel im Grunde meine Version von Mickey Mouse. Immerhin ist er aus einem Grund rot, schwarz, weiß und gelb. Am Ende bei Disney zu landen, ist also die logische Konsequenz.
„Der Adam Bomb war im Grunde meine Version von Mickey Mouse. Immerhin ist er aus einem Grund rot, schwarz, weiß und gelb.”
Das ist nicht das erste Mal, dass du mit Disneys IP gearbeitet hast. The Hundreds kooperierte 2008 mit Disney. Erinnerst du dich, wie das war? Und wie unterscheidet sich dein kreativer Ansatz heute, da du im Unternehmen bist – statt von außen zu kollaborieren?
Disney kam damals auf uns zu, weil wir Disneys IP so häufig parodierten. Wir waren eine rebellische Start-up-Marke und dachten, niemand würde uns beachten. Obwohl wir glaubten, ein sehr nischiges Publikum zu haben, gerieten wir auf Disneys Radar – und sie fragten uns: „Warum machen wir das nicht offiziell? Es gibt einen formalen Prozess dafür. Er nennt sich Lizenzierung.“ Davon hatte ich zuvor noch nie gehört.
Heute entsteht eine Lizenzpartnerschaft mit Disney aus einer gegenseitigen Liebe zu einer Disney-IP oder einem anderen emotionalen Touchpoint. Leidenschaft führt uns durch jede Kampagne – entsprechend hat alles einen kreativen Ursprung. Ich bin kein Fan davon, Logos einfach zusammenzukleben. Das kannst du mit Disney nicht machen, weil das geistige Eigentum so aufgeladen ist mit Bedeutung und Geschichte, dass es, sobald man mit uns arbeitet, viele Konnotationen mitbringt. In diese Entertainment-Welt ist so viel Mythologie und Worldbuilding eingeflossen. Kollaborationen sind daher per se intensiv – bedeutsam und emotional, für die, die daran arbeiten, ebenso wie für die, die die Kleidung tragen.
„Ohne eine durchdachte Erzählung holst du aus einem Projekt nicht viel heraus.”
The Hundreds hat immer am Schnittpunkt von Kultur, Community und Storytelling geglänzt. Wie bringst du diese Denkweise in deine Arbeit mit Disney ein?
Ich bin im Herzen ein Geschichtenerzähler, also beginnt alles mit einer Geschichte. Ich schreibe Narrative – ob ich sie in Poesie und Prosa zu Papier bringe, in Worte fasse oder durch Design ausdrücke. Wir alle erzählen Geschichten, um die Welt zu verstehen; ich tue es, um Kollaborationen und Projekte zu begreifen.
Selbst wenn ein Partner oder Artist mit einer großartigen Idee zu uns kommt, reicht das für sich genommen nie ganz; es mag visuell ansprechend sein, aber ohne eine kluge Erzählung wird das Projekt nicht weit tragen. Wir versuchen, zeitlose Geschichten zu bauen, die den Moment übersteigen. Disney ist für mich der Meister der Kollaboration, denn es geht nicht nur um bloße Konvergenzen, um Produkte zu kreieren. Kollaborationen sind Partnerschaften zwischen Kreativen, die gemeinsam Drehbücher schreiben, zwischen Animator:innen. Ich sitze hier in New York mit dem Marvel-Team, zusammen mit 30 Leuten aus meinem Kreativteam, die an Ideen arbeiten. Wahre Kunst entsteht aus dieser Art organischer Zusammenarbeit – deshalb haben die Marke und ihr Vermächtnis über 100 Jahre überdauert, und es werden Hunderte weitere folgen.
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Disney feiert die Premiere seiner F1-Partnerschaft beim Las Vegas Grand Prix. Worauf freust du dich an diesem Wochenende am meisten?
Es ist so aufregend, diese beiden Schwergewichte in einem Moment aufeinandertreffen zu sehen. Und dass es ausgerechnet in Las Vegas stattfindet – mit Mickey Mouse, der vor dem Bellagio-Brunnen auftritt. Es ist ein Spektakel. Wenn jemand weiß, wie man eine Show inszeniert, dann Disney und die F1.
Diese Partnerschaft zwischen Disney und F1 ist ein bedeutender kultureller Crossover. Wie wird das bei den Fans der beiden ankommen?
Es war wichtig, unsere tiefen Historien und die Textur der Vergangenheit zu würdigen. Die F1-Marke trägt so viel Legacy in sich. Wir sprechen über Generationen von Fandom. Entsprechend gibt es Archive an Kunst, Vintage-Postern und die Evolution der Rennanzüge. Selbst bei den Aufnähern – da gibt es so viel Designsprache, die man über die Generationen hinweg neu betrachten kann. Kombiniert man das mit Disney, mit über einem Jahrhundert an Kunst und Storytelling, ist es essenziell, die reiche Vergangenheit beider Seiten zu reflektieren. Wir müssen anerkennen und den Hut ziehen vor dem, was vorher war.
Genauso wichtig – wenn nicht noch wichtiger – ist der Blick nach vorn. F1 und Disney sind, obwohl Heritage-Marken, beide sehr progressiv. Sie stehen kulturell an der Frontlinie, stets nach vorne gerichtet. Die Balance zwischen beidem ist entscheidend. Wir müssen Produkte schaffen, die nicht von gestern sind, aber auch nicht ausschließlich von morgen.
Was ist dein Lieblingsteil der Kollektion?
Eines haben wir uns bewusst vorgenommen: Das Produkt sollte sich nicht zu sehr auf Figuren fokussieren. F1 ist ein Elitesport und eine anspruchsvolle, hochwertige Marke. Wäre das hier nur Character-Art, mit lauter Mickey-Mouse-Cartoons oder einer allzu jugendlichen Optik, könnte es kindlich wirken. Dieser Ansatz läge an Zielgruppe und Markt vorbei. Stattdessen haben wir uns in die Designsprache der F1 vertieft und sie mit der Persönlichkeit und Wärme von Disney aufgeladen. Du siehst das charakteristische Schachbrettmuster der F1 über die Silhouette von Mickey Mouses Kopf gelegt – statt etwa eines vollfarbigen Gesichts. Mickey ist eine universell geliebte Ikone, die sich auf das Purste destillieren lässt. Das zeigt sich in der Ikonografie; es muss keine vollflächige, farbige Figur sein – deshalb gibt es davon in unserer Partnerschaft weniger. Natürlich ist Mickey da, weil er ein Signature-Element des Disney-Designs und der -Kunst ist, aber betont haben wir F1 und Rennkultur.
„Wäre das hier nur Character-Art, mit lauter Mickey-Mouse-Cartoons oder einer allzu jugendlichen Optik, könnte es kindlich wirken.”
Hast du als Teil des Disney-Teams bestimmte Ziele, die du erreichen möchtest?
Disney ist ein gewaltiger Konzern und eine große Marke. Wer meine Arbeit kennt, weiß: Ich bin sehr Community-orientiert. Ich möchte nahbar und zugänglich sein, aber jetzt braucht es Balance. Ich frage mich: „Wie kann ich in dieses Unternehmen kommen und einen Fingerabdruck in seiner Geschichte hinterlassen?“ Dieses historische Erbe, das Generationen überspannt, war lange vor mir da – und wird lange nach mir bestehen. Im Idealfall sieht man Design, das aus einem authentisch-menschlichen Ort kommt, mit einer sehr persönlichen Erzählung, die mit unserer Arbeit verknüpft ist.
Gibt es eine bestimmte Disney-Franchise, mit der du irgendwann arbeiten möchtest?
Ich liebe die Lost Boys aus Peter Pan. Wie Fans aus den Anfangstagen von The Hundreds wissen, war das meine erste große lizenzierte Kollaboration. Ich würde The Lost Boys sehr gern noch einmal aufgreifen – aus dieser Perspektive bei Disney.
Fans können sich darauf freuen, morgen, am 8. November, ausgewählte Pieces online zu shoppen über DisneyStore in Nordamerika. Die vollständige Kollektion wird außerdem vor Ort im F1® Las Vegas Hub, präsentiert von American Express, im Venetian Resort Las Vegas erhältlich sein.



















