10 Mal, als Horrorfilme High Fashion wurden
Von Alexander McQueens ‘The Hunger’ SS96-Kollektion bis zu modernen Streetwear-Kollabos wie ‘Hellraiser’ x Supreme: die Highlights, wenn Horror auf High Fashion trifft.
Die Schnittmenge von Mode und Horror ist seit Langem ein fesselndes, oft verstörendes Spektakel. Die anhaltende Faszination der Modebranche für das Makabre ist weit mehr als ein saisonaler Hype. Vielmehr ist sie eine tiefgreifende kulturelle Erkundung, die die ultimative Grenzüberschreitung ästhetisch einfängt, indem Angst und Kult-Ikonografie in ikonische Fashion-Statements übersetzt werden.
Jetzt, da Halloween endlich vor der Tür steht, ist der perfekte Moment, einige der ikonischsten Horror-x-Fashion-Kollaborationen Revue passieren zu lassen. Sie reichen von High-Fashion-Kollektionen wie Alexander McQueens 90er-Runways, inspiriert von The Hunger, bis hin zu modernen Streetwear-Kollaborationen wie der Hellraiser x Supreme-Kollektion.
Mach dich bereit, in eine Welt einzutauchen, in der Mode auf Horror trifft – und vielleicht Inspiration für deinen Halloween-Look zu finden –, mit zehn der prägendsten Horror-x-Fashion-Kollaborationen weiter unten.
The Hunger x Alexander McQueen, SS96
McQueens Frühjahr/Sommer-Kollektion 1996, The Hunger, begründete den Luxus-Horror. Inspiriert von erotischen Vampirfilmen geriet die Show zur ungeschönten, dramatischen Abrechnung mit gesellschaftlicher Gewalt gegen Frauen. Trotz knappen Budgets erlangte die Kollektion Ikonenstatus und zeigte das berüchtigte Worm Corset – ein transparentes Kunststoffkorsett, das lebende Würmer einschloss – neben Stoffen mit „blutigen Handabdrücken“ und Krallenspuren.
Eyes Without a Face x Rick Owens, FW16
Für seine Herbst/Winter-Kollektion 2016 „Mastodon“ ließ sich Rick Owens vom französischen Film von 1960 Eyes Without a Face inspirieren und übersetzte dessen philosophische Beklemmung in Mode. Die Kollektion lotete den gequälten Akt der Selbstverschleierung aus; die Models trugen „gespenstisches Kabuki-Make-up“, das an die strahlend weiße Maske des Films erinnerte. Dieses chirurgische Motiv setzte sich in der Kleidung fort: „herabtropfende weiße Farbe“ auf verlängerten Mohair-Pullovern und monumentale, voluminöse Hosen ließen Traumata mit prähistorischer Grandezza verschmelzen.
Hellraiser x Supreme, Frühjahr 2018
Supremes Frühjahr/Sommer-Kollaboration 2018 mit Hellraiser gilt als Paradebeispiel für die gelungene Integration einer Horror-IP in die Streetwear. Die Partnerschaft spielte den Kultstatus und die grenzüberschreitende Anziehungskraft des Films von 1987 aus und fokussierte vor allem die ikonische Bildwelt von Pinhead, dem Antagonisten mit dem nadelgespickten Kopf. Die Kollektion war stark grafikgetrieben und reichte von sammelwürdigen Trenchcoats und Football-Jerseys bis hin zu Skate-Decks – alles im Nu ausverkauft und zu hohen Wiederverkaufspreisen gehandelt.
The Shining x UNDERCOVER, SS18
Jun Takahashis Frühjahr/Sommer-Kollektion 2018 „Janus“ ließ sich von Stanley Kubricks The Shining inspirieren und nutzte dessen Dualität als subtilen strukturellen Leitfaden. Auf dem Laufsteg liefen identische Models Hand in Hand – eine direkte und verstörende Hommage an die unvergesslichen Grady-Zwillinge. Die Kollektion kontrastierte unschuldige 50er-Jahre-Ästhetik mit düsterem Unterton, exemplarisch in Kleidern, die mit Strängen roter Perlen besetzt waren.
Jaws x CALVIN KLEIN 205W39NYC, SS19
Für seine finale CALVIN KLEIN 205W39NYC-Kollektion Frühjahr/Sommer 2019 nutzte Raf Simons Jaws als Metapher für Angst und unbekannte Bedrohungen – ein Spiegel amerikanischer politischer Nervosität. Der Laufsteg leuchtete karmesinrot, untermalt von der unheilvollen Filmmusik und direkter Ikonografie – von ausverkauften Poster-T-Shirts über rote Chief-Brody-Beanies bis hin zu dekonstruierten Neoprenanzügen.
Frankenstein x Prada, FW19
Miuccia Pradas Herbst/Winter-Kollektion 2019 „Anatomy of Romance“ ließ sich von Mary Shelleys Frankenstein inspirieren – mit Fokus auf die Einsamkeit des Monsters. Die Kollektion verband militärische Pragmatik mit gotischer Fragilität, sichtbar in Elementen wie Spitze und Rüschkleidern. Gepolsterte Schultern – ein direkter Verweis auf Frankensteins charakteristische Silhouette – und die verwelkte Rose, Sinnbild verhängnisvoller Liebe, fungierten als zentrale Horror-Motive.
Suspiria x UNDERCOVER (FW19)
UNDERCOVERs Herbst/Winter-Kollektion 2019 war eine direkte, ästhetisch verfeinerte Verbeugung vor Suspirias 2018er-Remake von Luca Guadagnino. Die Kollektion war stark grafikgetrieben, zeigte echte Filmstills und präsentierte Schauspielerinnen wie Tilda Swinton und Dakota Johnson, oft in „blutroten“ Farbschemata. Dieser Ansatz brachte erfolgreich luxuriöse, kommerzielle Pieces hervor, die eine engagierte, visuell anspruchsvolle Kult-Fangemeinde direkt adressierten.
Raf Simons, SS21
Raf Simons’ Frühjahr/Sommer-Kollektion 2021 „Teenage Dreams“ verhandelte jugendliche Angstzustände und bezog ihre Inspiration aus Horrorfilmen wie A Nightmare on Elm Street und Scream. Diese psychologische Verschiebung zeigte sich in der Verwendung verstörender Materialien und Silhouetten: Torsi, „stramm in Zellophan geschnürt“, Ölfilm-Texturen und Designs, die „zerfallende Cheerleader-Pompons“ imitierten.
Carrie x JW Anderson, FW22
Für die Herbst/Winter-Kollektion 2022 ließ sich JW Anderson vom Kult-Horrorfilm Carrie (1976) inspirieren und schuf eine Capsule-Kollektion, die dessen ikonischen Mode-Moment feierte. Die Kollektion zeigte Pufferjacken und Satinhemden, bedruckt mit dem blutgetränkten Bild der Ballkönigin, flankiert vom Slogan: „If you’ve got a taste for terror, take Carrie to the party.“
Donnie Darko x Heaven by Marc Jacobs, 2023
Heaven by Marc Jacobs gelang 2023 ein großer Coup mit der Donnie Darko Kollaboration. Diese Kollektion traf den Nerv einer Generation, die den Film von 2001 beinahe als „Religion“ begreift, und zelebrierte die „sad teenager“-Antihelden-Ästhetik. Signature-Elemente der Linie: die ikonische Frank-the-Bunny-Maske, „Time Travel Corp“-Grafiken und der besondere All-in-One-Zip-Up mit Skelett-Print. Die Authentizität der Kampagne wurde zusätzlich dadurch unterstrichen, dass an den Originaldrehorten des Films gedreht wurde.



















