Hands-on mit dem neuen Apple Vision Pro (M5): mehr Feinschliff, mehr Power
Es erfindet Spatial Computing nicht neu – es bringt Feinschliff. Wenn du auf eine Version gewartet hast, die sich mehr nach Produkt als nach Prototyp anfühlt: Hier ist sie.
Am Apple Vision Pro mangelte es nie an Ambition. Als es Anfang 2024 startete, positionierte sich das Headset als kategorieprägendes Stück Hardware – ein hochspezifiziertes, hochpreisiges Fenster in das, was Apple „Spatial Computing“ nannte. Diese Ambition ging jedoch mit Kompromissen einher: ein begrenztes App‑Ökosystem, eine wuchtige Bauform und ein stattlicher Einstiegspreis von 3.500 US‑Dollar. Jetzt, fast zwei Jahre nach dem Original, bringt Apple mit dem Apple Vision Pro mit M5 das erste große Update seines Headsets – kein Neustart der Plattform, aber ein Upgrade mit mehr Leistung, verbessertem Tragekomfort und einer klaren Bekräftigung von Apples Ambitionen im Mixed‑Reality‑Bereich.
Die größten Änderungen beim neuen Vision Pro stecken im Inneren. Während das Original von 2024 vom M2‑Chip angetrieben wurde, profitiert das aktualisierte Modell von einem Generationssprung und setzt auf Apples neueste Apple‑Silicon‑Generation: den M5 – ein Chipsatz,auf Basis einer 3‑Nanometer‑Technologie der dritten Generation – aktuell die fortschrittlichsten Halbleiterchips –, die Apple in diesem Monat auch mit dem neuen MacBook Pro und iPad eingeführt hat. Er bietet eine 10‑Kern‑CPU und eine 10‑Kern‑GPU der nächsten Generation, die zusammen spürbare Zugewinne bei allem liefern – von Tempo und Reaktionsfreude.Bis hin zur Multithread‑Performance.Hinzu kommt Unterstützung für hardwarebeschleunigtes Raytracing und Mesh‑Shading, die Entwicklerinnen und Entwickler nutzen können, um hyperrealistische Beleuchtung, Schatten und Reflexionen zu erzeugen.Zumindest theoretisch: So sehr der Apple Vision Pro mit M5 ein echtes Kraftpaket ist, bleibt die Praxis noch hinter dem Potenzial zurück.Offene Einladung an Entwicklerinnen und Entwickler – die Zahl der Apps, die das volle Potenzial ausschöpfen, ist noch recht gering. Beim Gaming etwa ist die Auswahl an optimierten Top‑Titeln für den Vision Pro sehr überschaubar;Trotzdem hat Apple mehrere neue angekündigt, darunter eine optimierte Vision‑Pro‑Version von Control, die „bald erscheinen“ sollen.
Apple Intelligence steht ebenfalls im Zentrum des neuen Vision Pro, der eine aktualisierte 16‑Kern‑Neural Engine besitzt, die KI‑Funktionen um bis zu 50 Prozent schneller ausführt. Einer der Bereiche, in denen KI auf dem Vision Pro besonders glänzt, ist Persona – Apples Version eines KI‑Avatars. Das Einrichten deiner Persona dauert etwa eine Minute und nutzt die externen Kameras des Geräts (die du vor dein Gesicht hältst und nach Aufforderung drehst – ähnlich wie beim Einrichten von Face ID). Ist sie einmal erstellt, kannst du mit dieser digitalen Version von dir FaceTime‑Anrufe tätigen. Eine nette, anfangs etwas befremdliche Spielerei – aber eine praktische, denn die Kameras des Vision Pro sitzen alle außen und es gibt keine klassische Frontkamera für FaceTime. Von der Neural Engine im Apple Vision Pro mit M5 profitieren außerdem Apps von Drittanbietern; laut Apple laufen sie „bis zu doppelt so schnell“ wie beim Original von 2024.
Zum Großteil bleibt die Hardware des aktualisierten Apple Vision Pro gegenüber dem Vorjahresmodell unverändert. Apple gibt jedoch an, das 2025er Modell könne „10 Prozent mehr Pixel“ darstellen und unterstütze nun eine schnellere 120‑Hz‑Bildwiederholrate gegenüber dem Maximum von 100 Hz beim ersten Modell. Was das für den Alltag bedeutet, ist tatsächlich spürbar: weichere Übergänge mit weniger Bewegungsunschärfe (und potenziell geringerer Wahrscheinlichkeit für Bewegungsübelkeit), schärferer Text und visuelle Inhalte mit mehr Details als zuvor.
Optisch hat Apple im Wesentlichen nur eines verändert: die Einführung des neuen Dual Knit Bands, mit dem man die von Nutzerinnen und Nutzern der ersten Vision‑Pro‑Generation geäußerten Komfortbedenken adressieren will – umso wichtiger, bedenkt man, dass das aktualisierte Gerät tatsächlich schwerer ist als das Original (um rund 150 Gramm). Das Dual Knit Band besteht aus zwei Riemen aus atmungsaktivem Strickgewebe; der untere Riemen enthält flexible „Rippen“, die mit Wolfram verstärkt sind und als Gegengewicht dienen, um Sitz, Komfort und Stabilität am Kopf zu verbessern. Wegzaubern kann das neue Band das Gewicht zwar nicht (das M5‑Modell bringt weiterhin rund 800 Gramm bzw. 1,75 Pfund auf die Waage), doch das Redesign sorgt für ein deutlich angenehmeres Tragegefühl – besonders bei längeren Sessions.
Der Apple Vision Pro mit M5 läuft ab Werk mit visionOS 26, der neuesten Version. Zudem gibt Apple an, es gebe „über 1 Million Apps und Tausende von Spielen“ für den Vision Pro im App Store – technisch gesehen stimmt das, tatsächlich heißt das aber nur, dass es über eine Million kompatible Apps gibt; diese wurden jedoch nicht für den Vision Pro entwickelt – oder nicht vollständig für ihn optimiert. Nutzerinnen und Nutzer haben außerdem Zugriff auf Tausende Filme und Serien über Apple TV sowie auf Plattformen wie Disney+, die räumliche Inhalte veröffentlichen, die für Mixed‑Reality‑Headsets optimiert sind. Apples eigene Apple Immersive Inhalte gehören zu den besten, die wir auf dem Vision Pro erlebt haben – allerdings ist das Angebot so überschaubar, dass du es in weniger als einer Woche durchsehen kannst und frustriert nach mehr verlangst (wenn du die Gelegenheit hast, probiere unbedingt alles mit Dinosauriern oder unter Wasser).
Kurz gesagt: Der Apple Vision Pro mit M5 ist genau die Art Feinschliff, die man von Apple erwartet. Er erfindet Spatial Computing nicht neu, er poliert es. Wenn du auf eine Version gewartet hast, die mehr nach Produkt als Prototyp wirkt – das ist sie.
Er ist ab sofort online und in den Stores bei Apple in den Konfigurationen 256 GB, 512 GB und 1 TB erhältlich, zu Preisen ab 3.199 £ GBP bzw. 3.499 $ USD.



















