'Terminator 2: Judgement Day' bleibt bis heute eines der besten Hollywood-Sequels
Camerons Fortsetzung machte aus einer Killermaschine das wohl unerwartetste Herz der Filmgeschichte.
Jede Fortsetzung will größer sein. Kaum eine verdient es – mit Ausnahme von Terminator 2: Judgement Day. Mehr als drei Jahrzehnte später ist er immer noch der Maßstab – für das Franchise ebenso wie für das Actionkino insgesamt.
Ein Teil davon liegt an einer einzigen, genialen Umkehrung. James Cameron nahm Arnold Schwarzeneggers T-800 – die kalte, unerbittliche Killermaschine aus dem ersten Film – und machte ihn zum Beschützer. Das müsste sich fast wie eine Schummelei anfühlen, vertieft die Geschichte aber nur. Wie der T-800 lernt, Menschlichkeit zu begreifen und nach und nach Slang und Emotionen vom jungen John Connor aufnimmt, verleiht dem Film ein Herz, das das Original nie brauchte, ohne das dieser hier aber nicht überleben könnte. In dem Moment, in dem er den Daumen hebt, bevor er in flüssigen Stahl hinabgleitet, ist aus diesem emotionalen Gewicht etwas Echtes geworden.
Und dann ist da noch Sarah Connor. Linda Hamiltons Verwandlung von der verängstigten Kellnerin des ersten Films zur nervös überdrehten, waffenerprobten Überlebenskämpferin ist einer der großen Charakterbögen des Actionkinos. Sie ist paranoid, abgehärtet, mitunter furchteinflößend – und vollkommen glaubwürdig. Ihr Werdegang wurde zur Blaupause, an der sich Actionheldinnen bis heute messen lassen müssen.
Und der T-1000. Robert Patricks Attentäter aus Flüssigmetall gehört bis heute zu den verstörendsten Antagonisten der Filmgeschichte – nicht wegen seiner Größe oder Stärke, sondern weil er sich so fundamental falsch anfühlt. Er setzt sich nach jedem Treffer wieder zusammen, gleitet durch Gefängnisgitter, imitiert Stimmen und Gesichter, als wäre es nichts. Die visuellen Effekte, für 1991 bahnbrechend, bestechen noch immer, weil sie stets der Bedrohung dienten, nicht dem bloßen Schauwert. Das ist der Unterschied zwischen Effekten, die altern, und solchen, die es nicht tun.
Was T2 über fast jede andere je gedrehte Action-Fortsetzung erhebt, ist jedoch die Zurückhaltung im Drehbuch. Cameron verstand, dass Größe nur zählt, wenn einem die Menschen darin etwas bedeuten. Die Verfolgungsjagd auf dem Freeway, der Überfall auf Cyberdyne, das Finale im Stahlwerk – all das wirkt, weil der Film sich die Zeit nimmt, aus Sarah, John und dem T-800 eine seltsame, improvisierte Familie zu formen, die es sich zu beschützen lohnt. Nimmt man diese emotionale Architektur weg, bleibt ein sehr guter Actionfilm. Lässt man sie stehen, entsteht etwas, das weit über das Genre hinauswächst.
Es kam dem Film auch zugute, dass T2 genau in dem Moment erschien, in dem praktische Effekte und frühe CGI sich auf halber Strecke treffen konnten – und eine hybride Bildsprache erschufen, die sich bis heute so greifbar und gefährlich anfühlt, wie es die meisten modernen Blockbuster, ertränkt in makellosem Digitalglanz, einfach nicht tun.
Terminator 2 setzte die Messlatte dafür, was eine Fortsetzung sein kann: größer, klüger und auf seltsame Weise menschlicher als der Film, mit dem alles begann. Viele andere Sequels versuchen bis heute, hinterherzukommen.
Terminator 2: Judgement Day ist jetzt im preisgekrönten Bordunterhaltungssystem von Cathay Pacific verfügbar.



















