Pierre Huyghe verwandelt die Fondation Beyeler in ein Labyrinth der Monster
Der französische Künstler lädt uns in seine „Soulscape“ ein – seine neueste, rätselhafte Soloausstellung in der Fondation Beyeler.
Von MoMA bis Berghain, Pierre Huyghes spekulative Fiktion kennt keine Grenzen. Nächster Halt für den französischen Künstler ist die Fondation Beyeler, wo er das Schweizer Museum in seine „Soulscape“ verwandelt – ein verschlungenes, rätselhaftes Porträt seiner inneren Welt.
Mehrdeutig und zugleich ambitioniert erweitert Huyghes neue Ausstellung die Auseinandersetzung des Künstlers mit Gegensätzen – dem Metaphysischen und Fiktionalen, dem Lebenden und Toten, dem Menschlichen und Nicht-Menschlichen. Ameisen quellen aus Öffnungen in den Wänden, während maskierte Gestalten einsam in den Ecken zucken. Es ist, als wäre jeder Raum ein Portal in eine eigene alternative Dimension, die in Stimmen, Zuständen und Modalitäten changiert.
Wie bei vielen von Huyghes Arbeiten gilt es, das Dazwischen zu umarmen und sich durch ein Labyrinth aus neuen Filmen, soundbasierten Werken, Installationen und lebenden Organismen treiben zu lassen. Zusammengehalten wird alles von den Rhythmen von „Apnea“, einem künstlichen Atemorgan, das einen gemeinsamen respiratorischen Grundton für all das schafft, was einen dort erwartet.
Anderswo wartet „Liminals“, der jüngste Film des Künstlers, den er als einen „unablässigen Tanz der Materie“ beschreibt, in dem „jeder Moment ein Vielleicht ist“. Eine weitere Arbeit, „Alchima“, ein atmender, summender „larvaler Vorfahr“ des menschlichen Unbewussten, liegt zwischen Türrahmen, während in „Light Dust“ eine Wolke aus farbigem Staub in der Luft verewigt wird, sich über Böden, Wände und Decke ausbreitet und Zeit und Licht mit sich einfriert.
„Fiktionen sind Vehikel, die uns Zugang zu anderen möglichen Welten, zu einer kontrafaktischen Imagination verschaffen“, so der Künstler. „Solche Fiktionen, losgelöst vom Bekannten, nicht an das Hier und Jetzt gebunden, sind offen für Spekulation, für andere, unbegangene Wege. Sie machen es möglich, uns selbst von außen zu erleben.“
Die Ausstellung ist derzeit in der Fondation Beyeler zu sehen und läuft noch bis zum 13. September. Alle Details finden sich auf der Website des Museums für weitere Informationen.
Fondation Beyeler
Baselstrasse 101
4125 Riehen
Schweiz



















