Netflix setzt auf Kurzvideos: Neue Strategie gegen Zuschauer-Flucht

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Netflix interface highlighting short-form videos from digital publishers
Samuel Boivin/NurPhoto via Getty Images

Zusammenfassung

Netflix steckt in einer massiven Kundenbindungs-Krise: Große Original-Serien verlieren bereits nach nur einer Staffel mehr als die Hälfte ihres Publikums.

Der Streaming-Gigant kooperiert aktiv mit digitalen Medienmarken, um lockeren Short-Form-Content direkt auf die Plattform zu bringen.

Gleichzeitig ändern sich die Preise: Netflix drängt Nutzer in werbefinanzierte Tarife, während die werbefreien Standard- und Premium-Abos auf 19,99 bzw. 26,99 US-Dollar pro Monat steigen.

Netflix steckt in einer massiven Kundenbindungs-Krise: Das Publikum wendet sich den größten Original-Hits der Plattform in rasantem Tempo ab. Aktuelle Daten belegen, dass große Franchises bereits nach nur einer Staffel mehr als die Hälfte ihres Publikums verlieren. Dieser massive Zuschauerschwund hat der finanziellen Lage des in Los Gatos ansässigen Unternehmens einen schweren Schlag versetzt. Die Aktien des Streaming-Giganten sind in diesem Jahr um 17 Prozent gefallen und in den vergangenen 12 Monaten sogar um satte 40 Prozent – und erreichten Ende Juni ein Zwei-Jahres-Tief. Die Ära der quasi garantierten Binge-Watching-Treue läuft rasant aus und zwingt Co-CEO Ted Sarandos und sein Führungsteam zu einem radikalen Strategiewechsel, um ihre dominante Marktposition zu behaupten.

Um dem schwindenden Engagement entgegenzuwirken und mehr beiläufige, wenig verbindliche Bildschirmzeit zu erobern, integriert die Plattform Short-Form-Content in ihr breiteres Ökosystem. Netflix arbeitet aktiv mit digitalen Medienhäusern wie BuzzFeed und Condé Nast zusammen, um kurze Snack-Videos direkt auf dem Service zu hosten. Dieser Programmwechsel setzt auf eine völlig andere Form der Bildschirmnutzung und rückt weg von hochbudgetierten, mehrstaffeligen Serien hin zu niedrigschwelligem Content, der Nutzer:innen in der App hält – selbst dann, wenn sie keine Zeit für ein einstündiges Drama haben.

Parallel zum inhaltlichen Umbruch stellt das Unternehmen seine Preis- und Monetarisierungsmodelle offensiv neu auf, um die Einnahmeströme zu stabilisieren. Das werbefinanzierte Abo-Modell liegt derzeit bei 8,99 US-Dollar im Monat und fungiert als Einstiegsoption, die Abwanderung abfedern und der Plattform gleichzeitig einen lukrativen Werbekanal eröffnen soll. Dieses Paket erlaubt Streaming auf zwei unterstützten Geräten in 1080p, schränkt den Zugriff auf einen kleinen Teil der Gesamtbibliothek jedoch aufgrund externer Lizenzauflagen ein.

Wer hingegen komplett werbefrei streamen möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Das reguläre werbefreie Abo kostet inzwischen 19,99 US-Dollar im Monat, während das ultimative 4K-Top-Tier bei 26,99 US-Dollar monatlich liegt. Um diesen hohen Preis zu rechtfertigen, umfasst das Premium-Abo Extras wie Spatial Audio, HDR-Unterstützung und die Möglichkeit, Inhalte auf bis zu sechs Geräten gleichzeitig herunterzuladen. Zudem setzt Netflix seine Haushaltregeln streng durch und verlangt 7,99 US-Dollar pro Monat für jedes zusätzliche Mitglied, das außerhalb des Hauptwohnsitzes hinzugefügt wird.

 

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Quellen

Bloomberg

Netflix Viewers Are Abandoning Shows After One Season

Netflix Viewers Are Abandoning Shows After One Season. Netflix’s biggest hits are losing more than half of their audience after one season. Shares in Netflix are down 17% this year and 40% over the last year. In late June, they hit their lowest point in almost two years.

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