7 Videospiel-Adaptionen in Entwicklung, die die nächste Ära des Prestige-TV und der Animation prägen könnten
Nach Jahren voller Fehltritte kommen endlich hochkarätige Videospiel-Adaptionen. Noch nie stand so viel auf dem Spiel.
Ist der Fluch der Videospieladaptionen endlich gebrochen? Nach Jahren voller Fehltritte haben einige überraschende Erfolge bewiesen, dass interaktive Welten den Sprung auf prestigeträchtige Bildschirme schaffen können – und nun sind die Schleusen geöffnet. Das Entwicklungsprogramm liest sich wie eine Fantasy-Wunschliste: Henry Cavills seit Langem geplantes Warhammer 40,000, Kratos und sein Sohn in einer Neuinterpretation für Prime Video, die Assassin’s Creed-Adaption, deren Dreharbeiten endlich laufen, und Sophie Turner als Lara Croft unter Phoebe Waller-Bridge. Auch Animationen ziehen nach – mit Fortsetzungen zu Cyberpunk: Edgerunners und Arcane sowie einer neuen Ghost of Tsushima-Serie.
Was sie eint, ist eine ganz besondere Spannung: Auf jeder Produktion lasten enorme Erwartungen von Fangemeinden, die teils seit Jahren warten – und allen ist klar, wie hauchdünn der Spielraum für Fehler ist. Stimmt die Balance, prägen sie ihre Ära. Geht sie verloren, wird das Internet nicht verzeihen. Das sind die sieben Projekte, die wir besonders genau verfolgen.
Warhammer 40,000
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Henry Cavill bemalt seit Jahrzehnten Warhammer-40.000-Miniaturen und hat auf genau das gewartet. Prime Videos Ausflug ins 41. Jahrtausend als Realserie ist die meistdiskutierte Adaption, die noch niemand gesehen hat: ein düsteres Herzensprojekt, das sich seit mehr als drei Jahren in der Vorproduktion befindet und Cavill sowohl als Star als auch als Executive Producer an Bord hat. Bildmaterial gibt es noch keines, doch die Vorfreude lässt nicht nach. Jede noch so kleine Neuigkeit, jeder Finanzbericht von Games Workshop versetzt das Fandom in Aufruhr – ein Beleg dafür, wie sehr dieses Publikum das Imperium im Prestigeformat sehen will. Die Herausforderung ist enorm: Ein derart gewaltiges und düsteres Universum in eine langfristig tragfähige Serie zu übertragen, verlangt Zeit, Geld und ein Autorenteam, das versteht, warum Fans diesen Mythos seit Generationen so obsessiv verfolgen. Ein Starttermin steht noch nicht fest, vorerst läuft die Kriegsmaschine also im Leerlauf. Ob sich die jahrelang angehaltene Spannung am Ende auszahlt, ist die einzig wirklich entscheidende Frage.
God of War
Fragt man Gamer, welches PlayStation-Abenteuer eine Prestigeadaption am meisten verdient, landet Kratos meist ganz oben in den Umfragen. Prime Videos neue God of War-Serie setzt genau dort an: Sie basiert auf Kratos’ nordischem Abenteuer, das dem Franchise neues Leben einhauchte und den von Wut getriebenen Spartaner zu einem der still traurigsten Väter der Videospielgeschichte machte. Die Entscheidung, Kratos’ brutale Vergangenheit auf dem Olymp – wo das göttliche Gemetzel einst seinen Anfang nahm – hinter sich zu lassen und stattdessen ins Wikingerzeitalter von Midgard einzutauchen, spaltete zwar die Fangemeinde. Doch sowohl God of War als auch seine Fortsetzung fingen das Herz ein, das die Geschichte von Gott und Sohn auch jenseits des Controllers so beliebt machte. Nun wartet dieses Publikum gespannt auf die Amazon-Interpretation. Die Dreharbeiten sollen im Oktober wieder aufgenommen werden; nach der jüngsten Neubesetzung von Kratos könnte die Serie damit frühestens 2028 auf den Bildschirm kommen. Alles hängt nun davon ab, wie überzeugend Prime Zärtlichkeit und Brutalität zusammenbringt – denn gerät nur eine Seite dieser Balance aus dem Gleichgewicht, wird das Internet keine Gnade kennen.
Assassin’s Creed
Die hochoktanige Realadaption von Assassin’s Creed wurde bereits 2020 angekündigt – und im März 2026 endlich vor die Kamera gebracht. Sie erzählt vom Konflikt zwischen Assassinen und Templern in markanten historischen Epochen. Hinter der Serie stehen Westworld-Autor und -Produzent Roberto Patino sowie Chernobyl-Regisseur Johan Renck: Patino und David Wiener teilen sich die Credits als Schöpfer, Showrunner und Executive Producer, Renck führt Regie. Die Spielereihe, die vom alten Ägypten bis ins mittelalterliche England reicht, bietet Stoff für eine dynamische, aber auch riskante Erzählung – wie Justin Kurzels misslungener Assassin’s Creed-Film mit Michael Fassbender aus dem Jahr 2016 zeigte. Nun hat die neue Serie die entscheidende Phase der Produktion erreicht und könnte unseren Informationen zufolge 2027 erscheinen. Vielleicht gelingt es Brotherhood dann, einer Erzählwelt gerecht zu werden, die seit Jahrzehnten wächst.
Tomb Raider
Nur wenige Gaming-Heldinnen sind so ikonisch und genreübergreifend beliebt wie Lara Croft – und Prime Video glaubt offenbar, hier einen Volltreffer zu landen. Phoebe Waller-Bridge entwickelt die erste US-Realserie des Streamingdienstes über die Archäologin und fungiert zugleich als Co-Showrunnerin. Dazu kommt Game of Thrones-Star Sophie Turner, die in die Rolle der weltreisenden Ikone schlüpft. Für sich genommen: ein Traum. Waller-Bridges Witz und ihr figurenorientierter Ansatz, angewandt auf eine der beständigsten Ikonen der Videospielgeschichte – sofort her damit. Die Erwartungen sind entsprechend hoch, was unweigerlich zwei Seiten derselben Medaille hat. Die Hauptdreharbeiten begannen im Januar 2026 und wurden im März wegen einer leichten Verletzung Turners kurz unterbrochen, dann aber fortgesetzt. Damit herrscht jene vertraute Anspannung großer Adaptionen: Fans verfolgen die sozialen Netzwerke in Erwartung ersten Bildmaterials. Dass das Projekt auf fast jeder Prognoseliste weit oben steht, liegt zweifellos am immensen Talent, das bereits beteiligt ist – und daran, wie bereit wir für eine moderne, vielschichtige Lara sind, die über das Schema Sexsymbol und Actionfigur hinausgeht. Jetzt, da Prime Video das Projekt konkret auf den Weg gebracht hat, steckt darin enormes Potenzial.
Cyberpunk: Edgerunners-Fortsetzung
Edgerunners gelang 2022 etwas Seltenes: Die Serie nahm ein Spiel mit holprigem Start und bescherte ihm eine der emotional erschütterndsten Animationsgeschichten des Jahrzehnts – woraufhin die Spieler:innen in Scharen nach Night City zurückkehrten. Umso mehr Gewicht hat die Bestätigung einer Fortsetzung durch Trigger. Inzwischen werden erste Details bekannt: ein Startfenster im Herbst 2026, vier neue Hauptfiguren und statt einer direkten Fortsetzung nach dem emotionalen Finale des Originals eine völlig neue Besetzung. Gerade die Ungewissheit um die Handlung macht den Reiz aus. Die Fans vertrauen Triggers dynamischem, neongetränktem Stil, erneut eine eigenständige Tragödie in derselben gnadenlosen Stadt zu erzählen. Das muss kein Mainstream-Phänomen im Stil von Fallout werden – und braucht es auch nicht zu sein. Die Vorfreude ist intensiv und sehr spezifisch, getragen von einem Publikum, das die erste Staffel für unantastbar hält. An David und Lucys Geschichte heranzureichen, ist eine enorme Aufgabe. Wenn es ein Studio schaffen kann, dann jenes, das uns schon beim ersten Mal das Herz gebrochen hat.
Arcane-Spin-off
Arcane hat die Maßstäbe dafür, was eine animierte Erweiterung eines Videospiels leisten kann, völlig neu gesetzt: mit atemberaubenden Bildern und einer Geschichte, die den Zuspruch von Kritik und Fangemeinde tatsächlich verdiente. Nach dem Finale schienen Spin-offs fast zwingend – und Netflix hat inzwischen bestätigt, dass mindestens eines im größeren Runeterra-Universum kommen wird, sei es mit beliebten Figuren aus Piltover und Zaun oder durch die Erkundung anderer Bereiche der League-of-Legends-Welt. Wie es auch aussehen mag, eines ist sicher: Es wird genauestens geprüft werden. Arcane brauchte Jahre sowie enorme finanzielle und personelle Ressourcen, um dieses Niveau zu erreichen. Dass das nächste Kapitel unmittelbar bevorsteht oder besonders günstig wird, ist daher unwahrscheinlich. Das Publikum wartet lieber, als Abstriche bei der Qualität hinzunehmen. Schon dieses Warten ist Teil der Vorfreude: Das größte Kompliment, das eine Fangemeinde ihrem Kreativteam machen kann, ist das uneingeschränkte Vertrauen, dass es weiß, was es tut. Ein Start nach 2026 scheint passend.
Ghost of Tsushima
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Die Welt von Ghost of Tsushima aus dem Hause Sucker Punch war wie geschaffen für ein Leben auf dem Bildschirm als Animationsserie – und Crunchyroll hat dies nun mit einer Animationsserie für 2027 bestätigt. Statt Jin Sakais einsame Abenteuer erneut zu erzählen, wird die Adaption auf Legends, dem Mehrspielermodus des Originalspiels, basieren. Das eröffnet Raum für neue Figuren und mehr Freiheit in der kargen, windgepeitschten Feudalwelt. Zugleich passt es ideal zum Animationsformat, in dem sich Gewalt, Schönheit und mythische Wucht ohne die Beschränkungen von Realverfilmungen umsetzen lassen. Fans des Originals werden entsprechend hohe Erwartungen haben: Allein atmosphärisch liegt die Messlatte wegen der Qualität und der Liebe zum ursprünglichen Setting sehr hoch – ebenso wie bei den Kampfsystemen, für die die Spiele gefeiert wurden. Gelingt die Umsetzung, könnte sie als beste Animationsadaption des Jahres gelten. Crunchyroll erkennt das Potenzial offensichtlich ebenfalls – jetzt heißt es, bis 2027 zu warten.



















