Sagrada Família erreicht endgültige Höhe: Papst Leo XIV weiht Turm Jesu Christi ein
143 Jahre Bauzeit – jetzt ist die höchste Kirche der Welt vollendet.
Kurzüberblick
- Mit der Platzierung des Turms Jesu Christi hat die Sagrada Família in Barcelona eine Höhe von 172,5 Metern erreicht – und ist damit die höchste Kirche weltweit.
- Papst Leo XIV wird den zentralen Turm am 10. Juni während einer abendlichen Messe einweihen – exakt 100 Jahre nach dem Tod des Architekten Antoni Gaudí.
- Der Papstbesuch ist der zentrale Fixpunkt einer einwöchigen Spanienreise, die Begegnungen mit König Felipe VI. sowie mit Initiativen zur Unterstützung von Migrantinnen und Migranten auf den Kanarischen Inseln umfasst.
Die Sagrada Família in Barcelona hat offiziell ihre maximale Höhe erreicht. Mit der Fertigstellung des Turms Jesu Christi ragt das monumentale Bauwerk nun 172,5 Meter über die katalanische Metropole. Bereits im Februar setzten Bauteams den zentralen Turm an seinen Platz und machten die Basilika damit zur höchsten Kirche der Welt. Dieser architektonische Meilenstein würdigt die ursprüngliche Vision des katalanischen Architekten Antoni Gaudí. Das Gebäude ist zwar noch lange nicht vollendet, doch diese jüngste Ergänzung prägt bereits die Silhouette der Stadt und markiert den Abschluss einer bedeutenden Bauphase.
Papst Leo XIV soll den Bau am 10. Juni feierlich eröffnen. Dieses Datum markiert exakt ein Jahrhundert seit dem Tod Gaudís. Der Pontifex wird am Abend eine Messe in der Basilika zelebrieren, um den neu vollendeten Turm zu segnen. Spanische Bischöfe bestätigten, dass sich der Architekt derzeit auf dem Weg zu einer möglichen Heiligsprechung befindet, jedoch während dieser Reise nicht kanonisiert wird. Die Zeremonie verspricht ein tiefgreifender kultureller Moment für Spanien zu werden, weil sie historisches Erbe und zeitgenössische Architekturleistung miteinander verknüpft.
Die Station in Barcelona bildet das Herzstück einer größeren apostolischen Reise durch Spanien vom 6. bis 12. Juni. Die Woche beginnt für das Kirchenoberhaupt in Madrid mit hochrangigen Treffen mit Regierungsvertreterinnen und -vertretern, Parlamentsmitgliedern, König Felipe VI. und Königin Letizia. Zudem wird er ein Jugendgebetstreffen leiten, das an den Weltjugendtag 2011 erinnert, der von Papst Benedikt XVI. ausgerichtet wurde. Erzbischof Luis Argüello aus Valladolid betonte die Bedeutung der Ansprache vor dem Parlament und verwies darauf, dass derartige päpstliche Reden vor ausländischen Gesetzgebungsorganen selten seien und häufig ein gesamtes Pontifikat prägen.
Über die architektonische Feier hinaus rückt die Reise drängende gesellschaftliche Fragen in den Fokus. Dem Wunsch seines Vorgängers Papst Franziskus folgend wird der Pontifex auf die Kanarischen Inseln reisen, um Aufnahmezentren für Migrantinnen und Migranten zu besuchen. Der spanische Archipel ist weiterhin ein zentrales Einfallstor für Menschen auf der Flucht aus Westafrika. Spanien treibt derzeit ein Gesetzesvorhaben voran, das den Status von rund 500.000 Menschen ohne regulären Aufenthaltsstatus legalisieren soll. Die päpstliche Betonung einer würdevollen Behandlung von Migrantinnen und Migranten fügt sich in das nationale Bestreben nach legalen Einwanderungswegen ein und verleiht der Einweihungswoche der Sagrada Família eine markante geopolitische Dimension.



















