Lemaire SS27 in Paris: Lässiger Idealismus und kunstvolles Layering
Die Kollektion verbindet spielerische Kontraste, 70er-Jahre-Romantik und eine hypnotische Kollaboration mit Künstlerin Claudine Wick.
Zusammenfassung
Lemaire hat seine Spring/Summer 2027 Kollektion vorgestellt, geprägt von neugierigem Forschergeist und eklektischen Referenzen.
Die Range umfasst Menswear und Womenswear und spielt mit matten und glänzenden Oberflächen sowie fließenden Silhouetten.
Zu sehen sind traumähnliche Prints der französischen Künstlerin Claudine Wick sowie eine witzige, organische Accessoire-Linie.
Lemaire hat seine Frühjahr/Sommer-Kollektion 2027 offiziell vorgestellt – eine sorgfältige Studie über modernen Idealismus und individuelle Ausdruckskraft. Geprägt von einem Geist des Suchens und Sammelns erkundet die Saison ein eklektisches Universum unerwarteter Referenzen und lässt persönlichen Stil aus der Freiheit entstehen, zu betrachten, zu sammeln und zu verwandeln.
Die Kollektion lebt von spielerischen Kontrasten aus Struktur und Fluidität in beiden Linien. In der Herrenkollektion zeigen sich diese Dualitäten in innovativen Materialbehandlungen – etwa stückgefärbter Baumwolle, die die oxidierte Oberfläche verwitterten Kupfers imitiert, und präzise konstruiertem Shantung-Tailoring, das durch weich modellierte Schultern ausbalanciert wird. Tiefes Ozeanblau erdet die Looks, die nahtlos Yukata-inspirierte Wickelhemden, leichte Lederjacken im Mandarin-Stil und ungefütterte Cotton-Workwear für maximale Leichtigkeit in der Hitze integrieren. Transparenz ist ein zentrales Thema und wird durch hauchzartes Nylon, Cotton-Voile und Baumwoll-Mesh eingesetzt, um das generelle Gefühl von Leichtigkeit noch zu verstärken.
Die Womenswear greift die offene, mühelose Romantik der 1970er-Jahre auf – mit schlichten, beinahe naiven Mustern und organischen Erdtönen wie Oxblood, Kreide, leuchtendem Rot und warmem Holz. Lackierte Rindenmotive werden direkt auf Denim gedruckt und treffen auf knackigen Popeline, Leinen und fließende Viskose. Der Körper wird subtil inszeniert – durch sportive Jersey-Knits, doppellagige Shirts und verstellbare Kordelzüge, die Röcke in variablen Längen raffen. Dieses sinnliche Erlebnis wird durch eine Zusammenarbeit mit der französischen Künstlerin Claudine Wick intensiviert. Ihre traumgleichen Gemälde von Körpern, Vögeln und Blüten erscheinen als sanfte Schwarz- und Rosé-Verläufe auf transparentem Mesh-Jersey, der sich wie eine zweite Haut an die Models schmiegt.
Lemaires charakteristische Liebe zum Detail zeigt sich in einer humorvollen, fast intimen Accessoire-Linie. Schmuck zitiert die organische Welt – mit Ohrringen, die sorgfältig wie echte Kiefernzapfen geformt sind, und Metall, so fein gearbeitet, dass es an ein einziges Grashalmblatt erinnert. Eine beschwerte Zigarrenaschepresse aus Silber wird raffiniert zu einem modernen Utility-Pendant umfunktioniert, während ultraleichte Bags bewusst so konstruiert sind, dass sie sich schichten, verbergen oder dynamisch hervorblitzen lassen. Dieser verspielte Ansatz setzt sich im Inneren der Kleidung fort, wo versteckte Farbakzente und kontrastierende Futterstoffe leise Überraschungsmomente schaffen.



















