Kiko Kostadinov SS27 bricht Materialität mit „EXTROFLEXION“ radikal auf
Statt oberflächlicher Story setzt der Designer auf pure Konstruktion – mit innerem Korsett, Oakley Eyewear und einer neu aufgelegten Crocs-Collab als Anker der Kollektion.
Kiko Kostadinov hat seine Spring/Summer-2027-Kollektion mit dem Titel „EXTROFLEXION“ offiziell vorgestellt. Statt auf konventionelle Grafik-Storys oder figurengetriebene Themenwelten zu setzen, präsentiert das Label eine strenge Studie reiner Kleidungsarchitektur. Im Fokus der Kollektion stehen Stoffmanipulation, verdeckte Verschlüsse und eine kompromisslose Hingabe an den unverstellten Akt des Kleidermachens.
Ihre zentralen philosophischen und konstruktiven Referenzen findet die Kollektion in den monochromen, dreidimensionalen Leinwänden des italienischen Mid-Century-Künstlers Agostino Bonalumi. In Anlehnung an Bonalumis charakteristische „extroflexion“-Technik – bei der verborgene Strukturen die Leinwand von hinten nach außen drücken und so Spannung auf der Oberfläche erzeugen – arbeitet Kostadinov mit inneren Verstrebungen unter den Lagen maßgeschneiderter Blazer, konstruierten Jacken und rohkantiger Patchwork-T-Shirts. So entstehen organische, sanft wogende Ausbuchtungen, die eine markante Reibung zwischen weicher Drapierung und strenger Rahmung erzeugen. Jeglicher Zierrat wird eliminiert: keine Prints, keine sichtbaren Reißverschlüsse, alle Verschlüsse bleiben vollständig verborgen hinter glatt anliegenden Stoffblenden.
Die saisonale Kollektion setzt auf eine schmalere, schärfer konturierte Silhouette, körpernah geschnitten und getragen von einem wiederkehrenden geometrischen Rautenmotiv. Diese Form wandert über die Halsabschlüsse schlanker Wollmäntel, verkürzter Blousons und asymmetrischer Hosen mit strahlenförmig verlaufenden Säumen. Die Materialien bestimmen das Styling: Made-in-Japan-Anzüge aus Seiden-Woll-Mix mit dichten, nahtartigen Vertiefungen treffen auf Polyurethan-beschichteten Denim, der Bonalumis Vinyl-Tempera-Strukturen zitiert. Die strengen Linien werden aufgeweicht durch lange, fließend drapierte Jersey-Tuniken, seidig-matte Nubuk-Tops und oversized Pyjamahemden mit Trichterkragen – inszeniert auf einem Laufsteg, der von einer Wand aus geschwungenen, spannungsvoll gebogenen Saori-Leuchten des Architekten Kazuhide Takahama erhellt wird.
Die Accessoire- und Schuhkollektionen setzen konsequent auf Materialplastizität und hochkarätige technische Kollaborationen. Ein neues Eyewear-Projekt mit Oakley präsentiert eine verschlankte, farbige Acetat-Interpretation des Terraforma-Modells, flankiert von einer Serie kantiger, visierartiger Konzept-Brillen, handgefertigt im kalifornischen Oakley-Headquarter. Im Schuhbereich übersetzt das Label seinen Archiv-Schnürer Sargo in elegante Loafer und Mid-Cut-Lederboots und lanciert zugleich neue, gerippte Slip-ons aus geprägtem Leder. Abgeschlossen wird das Bild durch die fortlaufende Partnerschaft mit Crocs, die in einem leichteren, sommerfokussierten Modell zurückkehrt – konstruiert mit neu entwickeltem technischem Schnürsystem und Obermaterialien im Materialmix.



















