Christie’s eröffnet exklusive Wine-and-Spirits-Boutique im Rockefeller Center
Christie’s Wine and Spirits nutzt eine Lizenzübertragung aus der Bronx und ein maßgeschneidertes New Yorker Gesetz, um Sammler in Midtown mit kuratierten Spitzenjahrgängen direkt im Rockefeller Center anzusprechen.
Zusammenfassung
- Christie’s plant, Ende 2026 einen rund 46 Quadratmeter großen Boutique-Weinshop in seiner Zentrale im Rockefeller Center in New York zu eröffnen.
- Das Auktionshaus hat sich eine maßgeschneiderte Gesetzesänderung gesichert, um eine Bestimmung aus der Prohibitionszeit zu umgehen, die Weinhändlern bislang untersagte, eigene Weingüter zu besitzen.
- Um dem Geist des Gesetzes zu entsprechen, hat Christie’s zugesagt, keine Jahrgänge zu verkaufen, die von der Artémis‑Domaines‑Gruppe seines Eigentümers produziert werden.
Christie’s baut seine stationäre Retail‑Präsenz mit der Eröffnung einer eigenen Weinboutique weiter aus. Das globale Auktionshaus plant, einen rund 46 Quadratmeter großen Shop in seiner New Yorker Zentrale in der 20 Rockefeller Plaza zu eröffnen. Dieser Schritt folgt auf einen bedeutenden legislativen Erfolg, bei dem Abgeordnete des Bundesstaates ein speziell zugeschnittenes Gesetz verabschiedet haben, das dem Unternehmen erlaubt, Vorschriften aus der Prohibitionszeit zum Umgang mit demAlcoholic Beverage Control Law. Zuvor untersagten diese Regeln Weinhändlern strikt, gleichzeitig auch als Winzer tätig zu sein. Diese Beschränkung stand in direktem Widerspruch zum französischen Milliardär François Pinault und seiner HoldinggesellschaftArtémis Domaines, die prestigeträchtige Weingüter wie Château Latour und Eisele Vineyard kontrolliert.
Um den Start in Midtown vorzubereiten, erwarb das Auktionshaus 2024 ein Weingeschäft im New Yorker Stadtteil Bronx in der 841 Barreto Street. Anschließend beantragte das Unternehmen, die bestehende Alkohollizenz direkt auf seinen Flagship-Standort im Rockefeller Center zu übertragen. Kleinunternehmer:innen haben die politischen Manöver, die für diese Ausnahmeregelung nötig waren, öffentlich kritisiert. Unabhängige Händler:innen argumentieren, die Sonderfreigabe bevorzuge vermögende Konzerne gegenüber lokalen Geschäften, die sich strikt an das etablierte Regulierungsgefüge halten müssen. Eine ähnliche Vorschrift der New York State Liquor Authority brachte Eataly 2014 wegen nicht offengelegten Weingutbesitzes bekanntlich ein saftiges Bußgeld von einer halben Million Dollar ein.
Die strategische Expansion soll Christie’s Position im hart umkämpften Markt für edle Jahrgänge markant stärken. Aufzeichnungen zeigen, dass das Haus derzeit mit 89 Millionen US‑Dollar globalem Weinumsatz hinter den Erzrivalen Sotheby’s, Acker und Zachy’s zurückliegt. Der Vorstoß in den stationären Handel eröffnet einen direkten Draht zu wohlhabenden Jurist:innen und Finanzprofis in der Nachbarschaft. Um die vollständige Einhaltung des neuen Gesetzes sicherzustellen, hat die Boutique zugesagt, sämtliche von der Familie Pinault produzierten Flaschen konsequent aus den Regalen zu verbannen.
Dieser Vorstoß in den stationären Handel folgt auf immense Auktionserfolge des Hauses. Zu den prominenten Highlights zählt der historische Verkauf der Sammlung vonWilliam I. Kochim Wert von 28,8 Millionen US‑Dollar. Hochwertige Selektionen direkt an die Kundschaft zu bringen, signalisiert eine selbstbewusste Neuausrichtung der Marke. Die kuratierte, tägliche Verfügbarkeit seltener Labels ermöglicht es Christie’s, seine kulturelle Relevanz bei anspruchsvollen Sammler:innen auch jenseits des klassischen Auktionskalenders zu festigen.





















