Audis neuer Supersportwagen Nuvolari ist wichtiger, als du denkst
Der spirituelle Nachfolger des R8 ist genau das, was die Autowelt jetzt braucht.
Audi hat den Nuvolari vor wenigen Tagen vorgestellt – und in unseren Augen ist er genau das, was die Welt der Supersportwagen jetzt braucht. Und das aus gutem Grund.
Der Nuvolari – im vergangenen Jahr noch als „Concept C“ angeteasert – ist Audis jüngster High-Performance-Hybrid-Supersportwagen und bringt es auf beeindruckende 1.001 PS Systemleistung (rund 987 Horsepower). Sein Antrieb kombiniert einen 4,0-Liter-V8-Biturbo, der bis 10.000 U/min dreht, mit drei 110-kW-Axialfluss-Elektromotoren und einer 7,3-kWh-Lithium-Ionen-Batterie. Dieses Setup katapultiert ihn in 2,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von über 350 km/h (217 mph). Die Basis bildet ein leichter Audi Space Frame mit Carbonfaser-Außenhaut, der die Torsionssteifigkeit maximiert und gleichzeitig das Gewicht im Zaum hält. Für die Fahrdynamik sorgt ein vorausschauendes quattro-System mit variabler Torque-Vectoring-Funktion. Abgerundet wird das Ganze durch Formel-1-inspirierte aktive Aerodynamikelemente, darunter ein adaptiver Heckflügel mit DRS, die zusammen über 400 Kilogramm Abtrieb generieren – ein beeindruckender Wert für aktuelle Serienfahrzeuge.
Doch genau diese Zahlen und Fakten sind nicht das, was dieses Auto wirklich bedeutend macht.
Im Moment erleben wir einige äußerst polarisierende Entscheidungen von Automarken. Die einen gehen radikale Risiken ein mit Konzepten, die ihre Marke praktisch komplett neu definieren. Die anderen fahren auf Nummer sicher – vielleicht ein bisschen zu sicher – und setzen fast ausschließlich auf Special Editions oder limitierte Serien ihrer erfolgreichsten Modelle. Der Audi Nuvolari ist keins von beidem.
Viele werden sagen, das Design sei zu radikal – aber ist es das wirklich? Wir erkennen eine Menge R8-DNA im Nuvolari, vor allem diese kontrastierenden Side Blades, die den R8 einst geprägt haben. Auch die nach hinten abfallende Dachlinie erinnert an den R8 und verleiht dem Nuvolari markant modellierte Schultern. Außerdem liegt er extrem niedrig und wirkt messerscharf, sofern er der Höhe des Concept C entspricht, das wir live gesehen haben.
Als der R8 auf den Markt kam, war er nicht nur wegen seines extravaganten Auftritts ein echter Frischekick, sondern auch, weil er als Halo Car realistisch erreichbar blieb – deshalb wurden 44.000 Exemplare gebaut. In einer legendären „Top Gear“-Folge stellte sich sogar heraus, dass er im Vergleich zu einer ganzen Armada an Supersportwagen den „besten“ Verbrauch hatte – und damit tatsächlich alltagstauglich wurde. Der V8 (aus dem RS4) machte ihn für viele Enthusiasten zum Einstiegs-Traumwagen, der aber dennoch aussah wie eine Million Dollar.
Wenn der Nuvolari tatsächlich die Rückkehr des großen Audi-Halo-Cars einläutet, könnte das die Branche dazu bewegen, wieder stärker auf diesen Ansatz zu setzen: auf Spitzentechnologie, kluge, sinnvolle Leistungsentscheidungen – verpackt in ein Design, das neu und frisch wirkt, ohne die Marke oder ihre Werte zwanghaft neu erfinden zu wollen.



















