OnlyFans verkauft 16 % an Architect Capital – Bewertung klettert auf 3,15 Milliarden US‑Dollar
Nach dem jüngsten Tod seines Milliardärs‑Eigentümers holt sich die Adult‑Content‑Plattform den in San Francisco ansässigen Investor Architect Capital an Bord, um neue, innovative Finanztools für Creator zu entwickeln.
Zusammenfassung
- Fenix International, die Muttergesellschaft hinter OnlyFans, hat zugestimmt, einen 16‑prozentigen Minderheitsanteil für 535 Millionen US‑Dollar an die Investmentfirma Architect Capital zu verkaufen.
- Der wegweisende Deal bewertet die enorm populäre Content‑Abo‑Plattform offiziell mit 3,15 Milliarden US‑Dollar.
- Die Transaktion folgt auf den Tod des OnlyFans‑Mehrheitseigners Leonid Radvinsky im März 2026, dessen Familientrust das Unternehmen nun kontrolliert.
OnlyFans schlägt offiziell ein neues Kapitel in seiner Unternehmensgeschichte auf. Fenix International, die in Großbritannien ansässige Muttergesellschaft hinter der extrem populären Content‑Abo‑Plattform, hat zugestimmt, einen 16‑prozentigen Minderheitsanteil an die in San Francisco ansässige Investmentfirma Architect Capital zu verkaufen. Die Transaktion über 535 Millionen US‑Dollar setzt eine neue Bewertung von 3,15 Milliarden US‑Dollar für OnlyFans an und verschafft dem Unternehmen frisches Kapital sowie einen strategischen Partner, um die Zukunft der Creator Economy mitzugestalten.
Der prominente Anteilsverkauf fällt in eine Übergangsphase für OnlyFans. Im März 2026 verstarb der zurückgezogen lebende Mehrheitseigner des Unternehmens, Leonid „Leo“ Radvinsky, im Alter von 43 Jahren nach einer Krebserkrankung. Die Kontrolle über die lukrative Plattform – die seit ihrem Boom in der Pandemie zu einem Multi‑Milliarden‑Imperium angewachsen ist – ist seitdem auf seinen Familientrust übergegangen, der von seiner Witwe Katie Chudnovsky geführt wird. Während beide Seiten Berichten zufolge Anfang dieses Jahres darüber verhandelten, dass Architect einen rund 60‑prozentigen Kontrollanteil zu einer deutlich höheren Unternehmensbewertung übernimmt, ermöglicht der nun vereinbarte Minderheitsdeal der Familie Radvinsky, die Kontrolle zu behalten und gleichzeitig strategisches externes Kapital an Bord zu holen.
Finanziert über ein Special‑Purpose Vehicle wird das Angebot von Architect Capital von mehreren prominenten Investoren unterstützt, darunter der australische Milliardär James Packer und Slow‑Ventures‑Partner Sam Lessin. Das Unternehmen aus San Francisco liefert jedoch mehr als nur Liquidität: Es bringt entscheidende Finanzexpertise mit ein. Im Rahmen der neuen Partnerschaft plant Architect, gemeinsam mit OnlyFans hauseigene Finanzdienstleistungen und Fintech‑Produkte zu entwickeln. Da Adult‑Content‑Creator von klassischen Banken und großen Zahlungsdienstleistern häufig kaum oder gar nicht bedient werden, könnten maßgeschneiderte Finanztools die Infrastruktur der Plattform grundlegend verändern und sie besser vor externem Regulierungsdruck schützen.
Trotz einer niedrigeren Bewertung im Vergleich zu früheren Multi‑Milliarden‑Schätzungen bleibt OnlyFans ein absolutes finanzielles Schwergewicht. Im Geschäftsjahr bis Ende 2024 erzielte die Plattform 1,41 Milliarden US‑Dollar Nettoumsatz und beeindruckende 684 Millionen US‑Dollar Vorsteuergewinn – und bedient weiterhin über 4 Millionen Creator‑Accounts und nahezu 380 Millionen registrierte Fans weltweit.
Mit Architect Capital an Bord positioniert sich OnlyFans als weit mehr als nur eine Content‑Plattform – das Unternehmen entwickelt sich aktiv zu einem vollwertigen Finanzökosystem für seine enorme Creator‑Community weiter. Während die Creator Economy zunehmend erwachsen wird, könnte diese strategische Partnerschaft über 535 Millionen US‑Dollar einen neuen Standard dafür setzen, wie erwachsenenorientierte Plattformen im globalen Finanzsystem agieren.


















