Kojey Radical über die Verwandlung des Lotus Emeya Hyper‑GT

Das neueste Projekt bringt sein Album „Don’t Look Down“ ins Fahrzeugdesign – inklusive eines erstmals überarbeiteten Markenemblems.

Automobil
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Kurz vor seiner ersten eigenen Headline-Show in der Royal Albert Hall in der kommenden Woche,Kojey Radicalträgt er seine Kreativität über das Studio hinaus – in seine neueste Zusammenarbeit mit Lotus.

Indem er den Lotus Emeya Hyper GT – den Luxury-Sport-EV des britischen Automobilherstellers – neu denkt, lässt sich der Künstler aus East London von seinem neuen AlbumDon’t Look Downinspirieren und überträgt dessen Leitmotiv in ein völlig anderes Medium.

Nachdem er für den Rollout des Projekts bereits mit einer „Royal Blue“-Farbpalette experimentiert hatte, taucht er auch die Karosserie des Wagens in genau diesen Ton – und geht so weit, sogar das ikonische gelbe Markenemblem neu zu interpretieren. Für Kojey war das „der Moment, in dem es sich nicht mehr wie eine weitere Collab angefühlt hat, sondern wie Vertrauen“. Das Album dreht sich thematisch um „Druck, Sichtbarkeit, Angst, Selbstvertrauen und das Gefühl, im Scheinwerferlicht zu stehen“. Neben der Farbwelt basiert auch das Design des Autos auf dem Konzept von Bewegung: Die emotionale Spannbreite des Albums spiegelt sich darin, wie sich Texturen und Farbverläufe je nach Blickwinkel auf den Wagen offenbaren.

Bevor die Musik kam, war Kojey ein leidenschaftlicher Illustrator – und genau diese Vielseitigkeit brachte er als Creative Director in diese Collab ein. Mit einem ganz eigenen Blick auf das Projekt war er deutlich involvierter als bei einer typischen Brand-Artist-Partnerschaft: von Moodboards und Skizzen in der frühen Konzeptphase bis hin zu Tests, wie das Licht auf der Karosserie spielt, um seine Inspirationen – „brutalistische Architektur, metallische Oberflächen, tiefes Royalblau, Spiegelungen, City Lights und die Idee verborgener Konturen, die sich unter Druck zeigen“ – sichtbar zu machen.

Hypebeast war bei der Enthüllung des Kojey Radical x Lotus Emeya Hyper-GT im Showroom der Marke in Mayfair, London, vor Ort, warf einen ersten Blick auf den Wagen und sprach mit dem Künstler darüber, wie das Projekt zum Leben erweckt wurde.

Hypebeast: Erinnerst du dich an deine erste Begegnung mit Lotus?

Kojey Radical: Ich bin am Hoxton Market in Hackney aufgewachsen. Lotus war nichts, womit ich als Kind in Berührung kam – niemand in meiner Gegend hatte so ein Auto. Den ersten Lotus, den ich gesehen habe, war ein Lotus Esprit in einer Wiederholung von James BondsSpy Who Loved Me, und wie er sich in ein U-Boot verwandelt, wirkte, als wäre das direkt aus einem Comic herausgerissen.

Was ist es an der Marke, das so mit dir resoniert?

Viel Luxus kann kühl oder überdesignt wirken, aber Lotus fühlt sich immer noch mit dem Träumer verbunden. Da ist eine starke Heritage, aber gleichzeitig ein klarer Blick nach vorn – und das spiegelt wider, wo ich kreativ gerade stehe. Nostalgie um der Nostalgie willen hat mich nie interessiert. Mich reizt Weiterentwicklung, ohne die eigene Identität zu verlieren.

Die Gespräche haben sich ziemlich organisch entwickelt – mit einer leichten Schocknote darüber, dass sie mir so viel kreative Freiheit gaben. Als uns klar wurde, dass wir dieselbe Sprache sprechen, fühlte es sich nicht mehr wie eine „Brand Collaboration“ an, sondern eher so, als würden wir gemeinsam eine eigene Welt erschaffen.

Wie hast du die Vibes vonDon’t Look Downins Design übersetzt?

Wir haben das nie nur als Folien-Design gesehen – die Möglichkeiten zur Individualisierung bei Lotus sind wirklich grenzenlos, und das Letzte, was ich wollte, war, das Album einfach auf ein Auto zu kleben. Einige Themen des Projekts sind aber in dieses Design eingeflossen, vor allem in Bezug auf die Farbpalette. Ich habe mit „Royal Blue“ experimentiert, und es fühlte sich einfach wie das perfekte Match an.

Don’t Look Downist ein Album über Druck, Sichtbarkeit, Angst, Selbstvertrauen und das Gefühl, permanent im Rampenlicht zu stehen. Ich wollte, dass sich der Wagen anfühlt, als wären Bewegung und Spannung dieser Themen in einem Moment eingefroren. Aus der Distanz elegant, doch je näher man kommt, desto mehr Schichten und Texturen offenbaren sich. Viel Inspiration stammt aus brutalistischer Architektur, metallischen Oberflächen, tiefem Royalblau, Spiegelungen, City Lights und der Idee verborgener Konturen, die sich unter Druck zeigen. Die Texturen und Verläufe wirken fast lebendig, je nachdem, wie das Licht auf das Auto trifft – ganz ähnlich den emotionalen Wechseln auf dem Album. Vereinfacht gesagt: Wenn wir den Wagen in einen buchstäblichen blauen Spot stellen, was passiert dann ganz natürlich mit seiner Form – und welche Elemente beginnen, sich zu zeigen?

Führe uns einmal durch den gesamten Prozess – von der Idee bis zur Enthüllung.

Der Prozess war deutlich hands-oner, als die meisten wahrscheinlich vermuten würden. Von den ersten Moodboards über Material-Referenzen, Farbgespräche, Lichttests bis hin zu Interior-Details – ich wollte wirklich alles geben und zeigen, wie sehr ich für diese Zusammenarbeit brenne. In meinem Kopf kreisten Ideen für Emeya, Eletre und Esprit, ich habe eine Präsentation für Lotus gebaut und einen Stapel Illustrationen, die ich in der Nacht davor noch gescannt und neu ausgedruckt habe, um verschiedene Farben auszuprobieren. Es sollte sich einzigartig anfühlen, und ich habe ständig daran gedacht, etwas zu schaffen, das man eines Tages in ein Museum stellen möchte. Einer der spannendsten Momente war zu sehen, wie sie zufällige 2D-Skizzen und Farbmuster nehmen und so rendern konnten, dass man exakt sah, wie sie mit dem Auto interagieren. Das volle Lob geht an das Team von Lotus, das das Ganze zum Leben erweckt und mich durch den Prozess begleitet hat.

Inwiefern hat die Arbeit mit einem Auto als Medium deinen Blick auf deine eigene Kreativität verändert?

Es hat mich gezwungen, räumlich und physisch auf eine völlig andere Art zu denken. Musik ist emotional und hörbar. Ein Auto ist haptisch, es bewegt sich durch die Welt. Menschen interagieren in Echtzeit damit – aus verschiedenen Blickwinkeln, bei wechselndem Licht, in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Dadurch habe ich begriffen, dass Kreativität nicht in einer einzigen Disziplin eingesperrt bleiben muss. Storytelling kann in so vielen anderen Medien stattfinden. Das ist etwas, für das ich wirklich brenne, und ich würde das eines Tages gern noch viel mehr machen. Ein Kindheitstraum ist wahr geworden, als ich das Auto zum ersten Mal in echt gesehen habe.

Wie hat es sich angefühlt, für diese Collab offiziell die Farbe des Lotus-Emblems ändern zu dürfen?

Ehrlich gesagt, das war riesig. Das Emblem ist heiliges Terrain für eine Marke mit so einer Geschichte. In diesem Moment fühlte es sich nicht mehr wie eine weitere Collab an, sondern wie echtes Vertrauen.

Worin unterscheidet sich diese Partnerschaft von allem, was du bisher gemacht hast?

Die meisten Kollaborationen kreisen auf irgendeine Weise immer noch um Promo. Hier fühlte es sich eher nach Autorschaft an. Ich habe nicht einfach nur meinen Namen auf etwas gesetzt, sondern von Anfang an an der emotionalen Sprache des Projekts mitgeschrieben. Dieses Maß an Vertrauen, Detailverliebtheit und kreativer Freiheit ließ es eher wie die Zusammenarbeit mit Freund:innen wirken als wie eine klassische Brand-Partnerschaft. Gleichzeitig war es eine Challenge, weil das Publikum nicht nur aus Musikfans besteht. Car Culture, Design Culture, Fashion Culture – alle lesen Details anders. Also musste ich etwas schaffen, das in all diesen Welten funktioniert, ohne an Authentizität zu verlieren.

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