IKEA bringt aufblasbare Möbel zurück – aber komplett neu gedacht
Sie feiern ein Comeback – nur ganz anders, als du sie in Erinnerung hast.
IKEA hat auf der diesjährigen Milan Design Week eine neu gedachte Version des aufblasbaren Sessels präsentiert.
Aus dem einst kitschigen Kultobjekt macht der schwedische Designriese nun das Keypiece der kommenden PS-2026-Kollektion – und ein Sinnbild dafür, wie erschwingliches Design sich für eine zunehmend nachhaltigkeitsbewusste Ära weiterentwickeln kann.
Entworfen von Mikael Axellson, interpretiert der neue Sessel die vertraute, luftgefüllte Form neu und kombiniert sie mit einem Rahmen aus Carbonstahl sowie einem maßgeschneiderten Textilbezug in tiefem Smaragdgrün.
Die hybride Konstruktion markiert eine klare Abkehr von den vollständig aus Kunststoff gefertigten Designs der 1990er-Jahre: Sie adressiert die langjährige Kritik an Haltbarkeit und Komfort und bewahrt zugleich die leichte, effiziente Bauweise, die aufblasbare Möbel ursprünglich so begehrt gemacht hat.
Im Inneren sorgt ein System aus Luftkammern für Struktur und ergonomische Unterstützung und beseitigt das Durchhängen und die Instabilität, unter denen frühere Versionen litten. Der textilbezogene Außenkörper löst zudem praktische Probleme wie Quietschen und Rutschen und rückt das Möbel näher an klassisch gepolsterte Sitzmöbel heran – bei deutlich geringerem Materialeinsatz.
Für Axellson steht die Materialwahl im Zentrum des Konzepts. „Bei IKEA geht es darum, Design zu demokratisieren – und in diesem Sinne ist Luft das perfekte Material“, sagt er gegenüber Hypebeast. „Sie ist kostenlos, und jede:r hat Zugang dazu.“
Auch der Aufbau des Sessels unterstreicht dieses Gleichgewicht. Statt einer elektrischen Pumpe hat sich IKEA für eine manuelle Fußpumpe entschieden – eine Wahl, die ebenso von Kosten- wie von Nachhaltigkeitsaspekten geprägt ist. „Eine elektrische Pumpe hätte den Aufbau etwas schneller und bequemer gemacht“, erklärt Axellson, „aber sie hätte den Preis in die Höhe getrieben und sobald der Sessel einsatzbereit ist, bleibt elektronischer Müll zurück.“
Der Launch ist Teil der zehnten Edition der IKEA-PS-Kollektion, einer Serie, die 1995 ins Leben gerufen wurde, um klassische Vorstellungen von High-End-Design herauszufordern und experimentelle Ideen einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die 2026er-Ausgabe führt diesen Anspruch fort und konzentriert sich auf anpassungsfähige, ressourceneffiziente Objekte für das Leben von heute.
Neben dem aufblasbaren Sessel umfasst die Kollektion eine wandelbare Lampe des niederländischen Designers Lex Pott und eine schaukelnde Holzbank von IKEAs Marta Krupińska – beide mit Fokus auf Vielseitigkeit und haptische Erfahrung. Im Rampenlicht steht jedoch der Sessel, der Nostalgie und technische Raffinesse auf besonders prägnante Weise verbindet.
Indem IKEA eine einst belächelte Typologie neu aufgreift und mit einem deutlich stringenteren Designansatz versieht, testet das Unternehmen, ob aufblasbare Möbel über ihren Gimmick-Status hinaus echte Alltagsrelevanz erlangen können. „Wir wollten etwas nehmen, das viele zunächst nicht ernst nehmen, und zeigen, dass es mit der richtigen Technik und den passenden Materialien zu einem echten, langlebigen Möbelstück werden kann“, sagt Axellson.
„Es geht mindestens genauso sehr darum, Wahrnehmungen zu verändern, wie darum, die Performance zu verbessern.“
Die IKEA-PS-2026-Kollektion soll im Mai weltweit auf den Markt kommen.



















